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Aktionsbündnis plant Protest gegen Naziaufmarsch

Aktionsbündnis plant Protest gegen Naziaufmarsch

Zum ersten Mal soll am Sonnabend in Dresden der "Tag der deutschen Zukunft" stattfinden. Hinter dieser Veranstaltung stehen Rechtsextreme, weshalb sich in der Landeshauptstadt und weit darüber hinaus Gegner der Rechten organisieren.

Sie planen Protest, der unter der Überschrift "Keine Zukunft für Nazis" stehen soll. Verfassungsschutz und Polizei rechnen mit großen Gegenveranstaltungen und einer Gemengelage, die dem 13. Februar ähnelt. DNN-Redakteur Christoph Springer erklärt, was die Dresdner am Sonnabend erwartet:

Was ist der "Tag der deutschen Zukunft"?

Laut den Gegnern der Rechten, dem "Forum gegen Rechts", handelt es sich um eine Veranstaltung, die es seit fünf Jahren gibt und die stets in Norddeutschland stattfand. Nun haben sich die Veranstalter zum ersten Mal Dresden als Veranstaltungsort ausgesucht. Die Verantwortlichen beim Verfassungsschutz und der Polizei meinen, dass es bei einem einmaligen "Gastspiel" in Dresden bleibt. Dieser Tag habe bisher "immer in wechselnden Städten" stattgefunden, sagte Polizeisprecher Thomas Geithner. "Es gibt daher auch keine Anzeichen, dass dieser Tag künftig häufiger in Dresden stattfindet."

Was planen die Neonazis?

Es soll ein Aufmarsch ähnlich dem am 12. Februar stattfinden. Laut dem Aktionsbündnis gegen die Rechten kommen dazu womöglich mehr als 1000 Personen in Dresden zusammen. Ursprünglich sollten sie durch Prohlis marschieren. DNN-Informationen zufolge wurde die Demostrecke aber geändert. Nun steht ein Marsch in Aussicht, der im Herzen von Pieschen beginnt, dann parallel zur Elbe in Richtung Zentrum führt und in der Inneren Neustadt endet. Anhand des Veranstaltungsplakates der Rechten kann man schlussfolgern, dass sie zum Goldenen Reiter wollen. Das nehmen auch die Verantwortlichen vom "Forum gegen Rechts" an.

Wie viele Gegendemonstranten kommen in die Stadt?

Die Polizei rechnet mit etwa 1500 Personen. Es gebe eine "überregionale Mobilisierung", so die Beamten. Das heißt, dass die Protestierer aus ganz Deutschland anreisen. Laut den Nazi-Gegnern sollen sie sich an "vielfältigen, spektrenübergreifenden Aktionen" beteiligen. Von Demoblockaden sprechen die Protestorganisatoren nicht, sie stellen aber klar: "Wir werden den Nazis nicht die Straßen überlassen."

Wie bereitet sich die Polizei darauf vor?

Untersuchungen des Verfassungsschutzes haben ergeben, dass auch gewaltbereite Personen an den Demonstrationen in Dresden teilnehmen wollen. Darauf bereitet sich die Polizei vor, es könnten bis zu 3000 Beamte im Einsatz sein, deutete Polizeisprecher Thomas Geithner an. Dass der "Tag der deutschen Zukunft" und damit auch der Gegenprotest an einem Sonnabend stattfinden, sei "sicher von Vorteil" für eine überregionale Mobilisierung, meinen die Beamten.

Welche Veranstaltungen und Aktionen sind geplant, die sich gegen die Rechten richten?

Das Netzwerk "Prohlis ist bunt" plant unter anderem, mit Spruchbändern und kleineren Aktionen gegen die Neonazis präsent zu sein, schließlich sollte der Aufmarsch ursprünglich durch Prohlis führen. Auch die Kirchgemeinde Prohlis will sich daran beteiligen. In der Frauenkirche findet das internationale Jugendtreffen "Peace Academy" statt. Das, so die Veranstalter, sei auch ein Signal gegen Ausländerfeindlichkeit und Rassismus und wende sich damit gegen die Neonaziveranstaltung. Weitere Protestpläne will das "Forum gegen Rechts" heute ankündigen. Sicher ist aber: Es ist keine Menschenkette geplant.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 02.06.2014

Christoph Springer

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