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Afrikanische Schweinepest in Dresden – Feuerwehr und Veterinäramt proben den Ernstfall

Afrikanische Schweinepest in Dresden – Feuerwehr und Veterinäramt proben den Ernstfall

Mit einem Schinkenbrot aus Osteuropa nimmt das Unheil seinen Lauf. Am Ende müssen auf einem Dresdner Bio-Schweinehof hunderte Schweine getötet werden, denn sie sind an der afrikanischen Schweinepest erkrankt.

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Feuerwehrleute sichern dekontaminierte Kleidung.

Quelle: Franziska Schmieder

Diesen zum Glück nur simulierten Ernstfall probten am Mittwoch die Dresdner Feuerwehr, Mitarbeiter des Veterinäramtes und auch Agenhörige der Stadtverwaltung.

Die afrikanische Schweinepest ist eine Viruserkrankung, die für Schweine immer tödlich endet und höchst ansteckend ist. Die Übertragung erfolgt durch Kontakt infizierter Tiere untereinander und Zecken. Aus Afrika ist der Virus nach Georgien gelangt, von dort nach Russland und jetzt nimmt er Kurs auf Westeuropa, hat 2014 bereits ostpolnische Wildschweine infiziert. Der Weg bis nach Sachsen scheint nicht mehr allzu weit.

„Dieses Szenario lässt sich ohne weiteres konstruieren“, erklärt Lutz Meißner, zuständiger Abteilungsleiter beim Dresdner Veterinäramt. Denn auch wenn Dresden eine Großstadt ist, gibt es vor allem am Stadtrand Schweinemastbetriebe und Wildschweine. Die Infektion könnte sich folgendermaßen abspielen: Ein Osteuropäer auf der Durchreise wirft an der Autobahn bei Dresden Reste seiner Reiseverpflegung – zum Beispiel eine Schnitte mit kontaminiertem Schinken – in den Müll. Er selbst merkt nichts von der Schweinepest in seinem Brot, denn der Erreger ist für Menschen ungefährlich. Den Müll durchstöbert ein Wildschwein, frisst den verseuchten Schinken, erkrankt und schon ist die höchst ansteckende Seuche ausgebrochen. Nun sind Feuerwehr, Veterinäramt und Stadtverwaltung gefragt, die weitere Verbreitung zu verhindern.

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Lutz Meißner, verantwortlicher Abteilungsleiter beim Veterinäramt Dresden.

Zur Bildergalerie

Der Stab für außergewöhnliche Ereignisse in der Stadtverwaltung und die Einsatzleitung der Feuerwehr probten ihren Teil am Mittwoch in ihren Büros. Der praktische Teil der Übung direkt am Schwein findet auf einem Bio-Schweinehof am Stadtrand statt. Der idyllisch gelegene Betrieb ist abgesperrt, Schilder warnen vor unbefugtem Zutritt. Amtstierärzte und Veterinäringenieure in weißen Ganzkörper-Overalls untersuchen die Schweine im Stall, denen man die Erkrankung schon ansieht. „Die Symptome umfassen neben Fieber auch Blutungen, zum Beispiel an den Ohrspitzen, und blutunterlaufene Haut“, beschreibt Lutz Meißner. „Die Tiere verenden innerhalb von Stunden.“ Die Veterinäre nehmen Blutproben von allen Tieren und schicken diese zur Analyse. Feuerwehrleute des Umweltzuges der Wache Übigau haben derweil eine Personenschleuse und eine Anlage zur Fahrzeugdekontamination aufgebaut. Die Kameraden tragen Schutzanzüge und Atemmasken.

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Die Feuerwehr desinfiziert mit einer speziellen Anlage Autos.

Quelle: Franziska Schmieder

Alles, was mit den Tieren in Berührung gekommen ist – Personen, Kleidung, Fahrzeuge – muss penibel desinfiziert werden. Bestätigt sich der Verdacht – die Blutanalyse dauert gut einen Tag – müssen alle Schweine im Umkreis von drei Kilometern getötet und entsorgt werden. Innerhalb eines Radius von zehn Kilometern werden alle Tiere untersucht. Der betroffene Hof wird desinfiziert und bleibt bis zum Ende der Untersuchungen in der Umgebung für die Schweinehaltung gesperrt. „Das kann bis zu 30 Tage dauern“, weiß Meißner. Für den Verlust der Bauern kommt die Tierseuchenkasse auf. Die Mitgliedschaft ist für Landwirte verpflichtend. 

Und warum sind auf unseren Bildern keine Schweine zu sehen? Die Tiere sind – auch wenn es gestern nur Theorie war – an Schweinepest erkrankt. Sie dürfen den Stall selbstverständlich nicht verlassen, Fotografen dürfen nicht in den virusverseuchten Stall. Die Übung erfolgt hier streng nach Vorschrift. In einem echten Ernstfall käme man als Unbeteiligter jedoch nicht einmal in Sichtweite des betroffenen Hofes.

Franziska Schmieder

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