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Afrikahaus im Dresdner Zoo wird im Frühjahr 2017 fertig

Zoo wünscht sich Zuchtbullen für seine drei Elefantendamen Afrikahaus im Dresdner Zoo wird im Frühjahr 2017 fertig

Die drei Elefantenkühe im Zoo ziehen ein halbes Jahr später als geplant im Frühjahr 2017 ins sanierte Afrikahaus. Und es gibt leise Hoffnung auf Nachwuchs, wenn sich denn in Europa ein Zuchtbulle findet, der den Damen zu Babys verhilft. Er könnte im speziell dafür gebauten Bullenstall unterkommen – aber nur vorübergehend.

Tägliche Körperpflege: Mogli wird geduscht und geschrubbt von Tierpfleger Rene Anaker. Tierpfleger Rainer Kraut dirigiert das Tier.

Quelle: Dietrich Flechtner

Dresden. Die drei Elefantenkühe im Zoo ziehen ein halbes Jahr später als geplant im Frühjahr 2017 ins sanierte Afrikahaus. Und es gibt leise Hoffnung auf Nachwuchs, wenn sich denn in Europa ein Zuchtbulle findet, der den Damen zu Babys verhilft. Er könnte im speziell dafür gebauten Bullenstall unterkommen – aber nur vorübergehend. DNN beantworten die wichtigsten Fragen zum Thema.

Das Afrikahaus eröffnet erst im Frühjahr. Warum?

„Eigentlich wollten wir schon jetzt im Herbst fertig sein, damit die Elefanten nicht noch einen Winter im Interimsbau verbringen müssen“, sagt der Zoologische Leiter Wolfgang Ludwig. Die Bauarbeiter hätten aber mit unvorhersehbaren Schwierigkeiten zu tun gehabt, u.a. tiefer ausbaggern müssen als gedacht und auch nicht wie vorgesehen den gesamten Winter über bauen können. Das habe Zeit gekostet. Dafür sollen die Außenanlagen zeitgleich im Frühjahr fertig sein.

Wie leben die drei Elefanten derzeit in der Interimshalle auf dem Gelände des alten Raubtierhauses?

Die Industriehalle misst bis zum Dachfirst 7,80 Meter, ist 21 Meter breit und 33 Meter lang. Die Elefanten haben drinnen eine Lauffläche von 420 Quadratmetern zur Verfügung. Drei Boxen sind abgetrennt. Rundherum führt ein Wirtschaftsweg für die Pfleger. Drumbo, Mogli und Sawu können auf Sand laufen, haben zwei große Steine und zwei Baumstümpfe, um sich zu „scheuern“. Durch einen schmalen Glasstreifen an der Decke scheint Tageslicht. Im Sommer bleibt die Halle offen, so dass die drei nicht nur am Tage, sondern auch nachts selbstständig zwischen Außenanlage und Interimsbau wechseln und sogar baden können, wenn sie Lust haben. Im Winter bleibt das Trio über Nacht aber drinnen im Warmen. Deshalb verfügt die Halle über sechs Heizstrahler.

Die Elefanten lassen sich deutlich seltener sehen als früher. Warum?

Das liegt nicht nur daran, dass die Interimshalle von außen nicht einsehbar ist, sondern hat auch mit der Umstellung auf den geschützten Kontakt im August 2015 zu tun. Jahrzehntelang haben sich die Pfleger inmitten der Dickhäuter bewegt, waren quasi die Alphatiere der Gruppe. „Unsere Elefanten haben uns beispielsweise auf Kommando die Füße vorgezeigt, so dass wir die Fußnägel behandeln konnten“, berichtet René Anacker, der seit 1994 Elefantenpfleger im Zoo ist. Hautverletzungen hätten komplikationslos mit Salbe versorgt werden können. 60 Kommandos hat das Dresdner Trio aus dem Effeff beherrscht, 20 muss ein gut erzogener Elefant draufhaben. Von diesem direkten Kontakt hat sich der Zoo nun verabschiedet, weil es die Vorschriften so wollen. Jetzt trennen René Anacker, die anderen Pfleger Rainer Kraut und David Lück sowie Revierleiter Ronny Moche Gitter von ihren Schützlingen. Dennoch kommen die Elefanten nach wie vor auf ihre Kommandos ans Gitter heran, lassen sich streicheln und geben den Rüssel oder den Schwanz – wenn sie denn möchten. Doch sie wollen nicht immer. Fazit: Die Pfleger sind jetzt zwar geschützter als im direkten Umgang, die Betreuung gestaltet sich aber auch umständlicher und deshalb langwieriger. Die Dickhäuter etwa in eine andere Box zu sperren, dauert wesentlich länger. Abgesehen davon können sich Mogli, Sawu und Drumbo auf dem Stück Weg zwischen Halle und Außenanlage hinter einer schlecht einsehbaren Wand vor den Besuchern verstecken.

Wie kommen Pfleger und Tiere mit der neuen Haltung im geschützten Kontakt klar?

„Die Umstellung war für beide Seiten schwierig“, meint Tierpfleger Anacker, der nach eigenem Bekunden Elefantendame Drumbo am liebsten mag. Sie hätte sich anfangs schon gewundert, wo auf einmal die Absperrung herkommt, die sie von ihrem Pfleger trennt. „Jetzt machen die Tiere viel mehr unter sich aus als früher“, hat Rainer Kraut beobachtet. Trotz der Gitter würden die Elefanten jeden Tag trainiert, damit sie die Kommandos nicht verlernen, berichtet der Pfleger, der die „nicht einfache“ Sawu besonders gern hat und ansonsten der Ansicht ist, dass alle drei Dresdner Elefantendamen hübsch seien und über „schöne Schwanzquasten“ verfügten.

Wann bekommen die Besucher die Dickhäuter auf der Außenanlage zu Gesicht?

Auf jeden Fall täglich zwischen 13.30 und 14 Uhr zum Tierpflegertreffpunkt, außerdem nach 8.30 Uhr, wenn die Pfleger die Innenanlage reinigen, und dann wieder ab 15 Uhr bis gegen 15.45 Uhr. In dieser Zeit machen sie das Futter für die Nacht fertig.

Wie wird das Afrikahaus umgebaut und auf geschützten Kontakt umgestellt?

„Die Tore für die Elefanten werden über Funk geöffnet und wieder geschlossen“, nennt der Zoologische Leiter ein Beispiel. Die Nachtställe kommen weg, der Wassergraben für die Mandrills und die Flächen, auf denen sich jetzt Grünpflanzen und Besucherwege befinden, verschwinden ebenfalls. Die Lauffläche für die Elefanten verdoppelt sich dafür. Unmittelbar angrenzend an das Elefantenhaus entsteht auf der jetzigen Außenanlage ein Anbau für die Stallboxen der Elefanten. Auch ein bullensicherer Stall wird gebaut. Das kostet Ludwig zufolge alles in allem etwa fünf Millionen Euro.

Die neue Elefantenanlage soll bekanntlich auch Platz für die zeitweise Haltung eines Bullen bieten. Wann wird es soweit sein?

„Ein günstiger Zeitpunkt wäre im Herbst kommenden Jahres, damit sich unsere drei Elefantendamen erst einmal an die neue Umgebung im Afrikahaus gewöhnen können“, betont Ludwig. Ob der Dresdner Zoo 2017 tatsächlich einen Bullen bekommt, steht aber noch in den Sternen. „Es gibt zwar Gespräche mit Zoos innerhalb Europas“, bestätigt der Zoologische Leiter. Allerdings seien Zuchtbullen rar und in etwa so schwer zu bekommen wie ein Koalaweibchen.

Können Drumbo, Mogli und Sawu überhaupt noch Babys bekommen?

„Ja“, bestätigt Ludwig, „die größten Chancen hat Drumbo, weil sie ja schon einmal ein Kind zur Welt gebracht hat.“ Der 2006 geborene Elefantenjunge Thabo-Umasai ist 2011 nach Pittsburgh abgegeben worden. Er hatte seine Pflegerin schwer verletzt. Aber auch für die jeweils 20 Jahre alten Weibchen Mogli und Sawu sei es noch nicht zu spät. Viermal im Jahr können Elefantenweibchen trächtig werden. Mindestens ein Jahr werde der Bulle in Dresden Quartier beziehen, vermutet Ludwig. Sollte es klappen mit dem Nachwuchs, könnten die Kälber – auch Bullkälber – problemlos in Dresden aufwachsen. Der Platz dafür und auch die Boxen wären da.

Was passiert mit der Halle, wenn das Elefantenhaus saniert ist?

Wenn das Interimsgebäude nicht mehr gebraucht wird, soll es abgebaut und die Fläche dem Außengelände zugeschlagen werden. „Ob wir die 1,2 Millionen Euro teure Halle verkaufen oder Teile davon selbst weiter als Lagerhalle verwenden, ist noch nicht entschieden“, betont der Zoologische Leiter.

Von Katrin Richter

Dresden, Tiergartenstr. 1 51.03692 13.75344
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