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Ärger um besetzte Baracke an der TU Dresden: Abrissparty eskalierte

Ärger um besetzte Baracke an der TU Dresden: Abrissparty eskalierte

Es sollte eine normale Abschlussfeier werden, doch am Ende war das Nebengebäude total zerstört. Die Freirauminitiative POT 81, welche die marode Projektbaracke an der Hübnerstraße trotz einer Räumungsaufforderung der Universität vom 20. Dezember vergangenen Jahres nicht verlassen wollte (DNN berichteten), hat am Freitag vor einer Woche eine verheerende Party in dem Gebäude gefeiert, um danach die Besetzung zu beenden.

Bei der Feier ging es zunächst hoch her. Unter anderem war die Punkband "Wechselgeld" zu Gast und heizte dem Publikum, das sich nicht nur aus Studenten der TU Dresden zusammensetzte, kräftig ein. Die Stimmung kippte, als zu später Stunde einige Randalierer begannen die benachbarte Baracke, die der Uni bis vor kurzem als Lager diente, in ihre Einzelteile zu zerlegen. Ausnahmslos alle Fenster gingen bei dem Gewaltexzess zu Bruch. Die Türen in dem leerstehenden Gebäude wurden aus den Angeln gerissen. Außen- und Innenwände der alten DDR-Baracke konnten den Stiefeltritten der Chaoten nicht standhalten. Die Universität hat nach den Ereignissen Anzeige gegen Unbekannt erstattet.

Die Besetzer der POT81-Initiative distanzieren sich von dem Vandalismus. "Die Situation ist außer Kontrolle geraten und uns Unbekannte haben angefangen, das benachbarte Gebäude zu zerstören. Wir heißen die Vorgänge nicht gut und haben die Situation vor Ort mit der Polizei geklärt", sagt Jan Kossick von der POT81-Initiative. Seiner Meinung nach wären die Baracken, die sowieso abgerissen werden sollen, allerdings schon viel früher Randalierern zum Opfer gefallen, wenn die Besetzer das marode Gebäude nicht über Monate einer, so Kossick, sinnvollen Nutzung zugeführt hätten.

Doch auch nachdem die Besetzer ihre Siebensachen gepackt haben, dient das Gebäude einem Zweck. Acht obdachlose Punks, die vorher bei den Besetzern einen Unterschlupf gefunden hatten, hausen nach wie vor in der Baracke. Ohne Wasser und ohne Strom hoffen sie auf die unwahrscheinliche Rückkehr der Studenten. An den Ausschreitungen im Nachbargebäude haben sich die 16- bis 24-Jährigen, die anonym bleiben wollen, nach eigenen Angaben nicht beteiligt.

Der Studentenrat (StuRa), der die Forderung der POT81-Initiative nach neuen Räumlichkeiten bisher unterstützte, ist nach der Abschlussfeier nicht mehr ganz so gut auf die Besetzer zu sprechen. "Wir distanzieren uns von den Ausschreitungen. Trotzdem fordern wir weiterhin zusätzliche Räume für studentische Initiativen", sagt der Geschäftsführer für Hochschulpolitik, Andreas Spranger. Die Universität habe mit StuRa-Vertretern bereits neue Räumlichkeiten in einer Wohnung auf der Stadtgutstraße begangen. Eine feste Zusage, dass diese Räume dem StuRa bald zur Verfügung stehen, gäbe es, so Spranger, noch nicht. "Wir wollen uns weder von der Uni noch von POT81 in den Konflikt um die Räume hereinziehen lassen", sagt Spranger. Die Priorität des StuRa liege derzeit darauf, für die anerkannten und ehemals in der Baracke ansässigen Studenteninitiativen, wie dem Universitätschor Dresden oder dem Verein der Jurastudenten in Dresden, Räumlichkeiten zu suchen.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 16.03.2013

Hauke Heuer

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