Volltextsuche über das Angebot:

4 ° / 3 ° Regen

Navigation:
Google+
Ärger um Kita-Rechtsanspruch: Junge Dresdner Mutter fällt durchs Raster

Ärger um Kita-Rechtsanspruch: Junge Dresdner Mutter fällt durchs Raster

Trotz des Rechtsanspruchs seit dem 1. August auf einen Krippenplatz für Einjährige haben nicht alle Eltern in Dresden jetzt auch einen bekommen. So gibt es Eltern, die erst ab Mitte September einen städtischen Krippenplatz erhalten werden.

Voriger Artikel
Kindercafe Mutzelhaus öffnet am Samstag seine Pforten in der Dresdner Neustadt
Nächster Artikel
TU Dresden hat Rechnungsberg abgetragen - Panne bei Softwareumstellung überwunden

Vom Kita-Eigenbetrieb abgewatscht: Christin Bahnert bekommt erst einen Krippenplatz für den kleinen Gustav, wenn sie eine Arbeitsstelle nachweisen kann.

Quelle: Christin Bahnert

"Als Zwischenlösung mussten wir eine Privat-Kita außerhalb Dresdens nehmen, die uns monatlich fast das Dreifache des üblichen Kita-Betrags kostet", äußerte sich ein Vater gegenüber den DNN. Nicht nur verspätete, sondern richtig schlechte Aussichten auf einen Krippenplatz hat eine junge Mutter, die sich nun in einem offenen Brief an die Dresdner Oberbürgermeisterin gewandt hat. Christin Bahnert versucht für ihren jetzt sieben Monate alten Sohn im Frühjahr oder Sommer 2014 einen Kita-Platz zu bekommen. Trotz Rechtsanspruchs besteht der Kita-Eigenbetrieb jedoch auf einen Nachweis vom Arbeitgeber auf ihre Erwerbstätigkeit. Sonst wäre sie nur Kandidat für Restplätze - wenn denn vorhanden. Diesen Nachweis kann die Alleinerziehende als Freiberuflerin aber nicht bringen. "Das ist eine große soziale Ungerechtigkeit gegenüber Eltern, die sich nicht in klassischen Arbeitnehmerverhältnissen befinden", protestiert die Dramaturgin.

Wie viele Eltern trotz dringenden Bedarfs ihre über Einjährigen verspätet untergebracht sehen, mochte die Stadtverwaltung nicht sagen. Darüber werde keine Statistik geführt, sagte Eigenbetriebs-Chefin Sabine Bibas gegenüber den DNN. Die Mitarbeiter im Eigenbetrieb hätten alle Hände voll zu tun, um die aktuell 700 Anträge so gut es geht nach den Wünschen der Eltern zu bearbeiten. "Der Vermittlungsprozess ist zur Zeit sehr kompliziert", betont Bibas. Da gebe es Wohnort- und Arbeitsplatznähe, Wunschkitas und Wunschkonzepte zu berücksichtigen. "Die Eltern müssen dabei auch Kompromisse eingehen", so die Eigenbetriebsleiterin. Solche würden sehr individuell ausgehandelt. Dass man sich zum Beispiel noch gedulde, wenn der favorisierte Kita-Platz erst im Februar frei wird. Dennoch betont Bibas, dass der Eigenbetrieb augenblicklich über freie Plätze verfüge. Vor einem Jahr hatten sich die Anträge auf einen Kitaplatz so angestaut, dass Eltern erst ein halbes Jahr nach dem Wunschtermin ein Platz vermittelt werden konnte. Das sei nun nicht mehr so, sagt Bibas. "Den Antragsstau haben wir abgearbeitet."

Eltern, die aktuell die Zeit bis zum lang ersehnten städtischen Krippenplatz überbrücken müssen, müssen entstandene Mehrkosten für Zwischenlösungen selbst tragen. Von der Stadt gibt es keine Entschädigung, verneint Bibas. "Es gibt keine Rechtssprechung dazu", betont sie. Klagen liegen nach Aussagen des Eigenbetriebs nicht vor. "Es gab einen Antrag im Eilrechtsschutzverfahren", so Bibas. Der sei allerdings etwas vorschnell gewesen. Man habe sich im Nachhinein noch einigen können.

Auf einen Wunsch-Kitaplatz könne man sowieso nicht klagen, erklärt Martina Israel-Fischer vom Stadtelternbeirat. Anders sieht es bei nachweisbarem Verdienstausfall oder entstandenen Mehrkosten im zu überbrückenden Zeitraum aus. Stadtelternbeirätin Elke Schramm bezweifelt jedoch, dass es sich Eltern zeitlich und finanziell leisten werden, wegen ein oder zwei Monaten Verzögerung bei der Platzvergabe vor Gericht zu ziehen.

Eltern von über Einjährigen, die nicht zum 1. August sondern später den Krippenplatz erhalten haben, sollten dies bei der Kommune angeben, um eventuell später von einem Präzedenzfall profitieren zu können. Darauf weist Rechtsanwältin Karin Meyer-Götz hin. "Sie sollten sicherheitshalber der Kommune mitteilen, welche Mehrkosten ihnen in der Zwischenphase entstanden sind und sie von der Stadt einfordern", empfiehlt die Expertin für Familienrecht. Die Eltern müssen aber die Kosten einer Leihoma oder der Privatbetreuung belegen können. Diese sollte man formal so schnell wie möglich einreichen. Nach einer Ablehnung der Zahlung seitens der Stadt, könne man im zweiten Schritt versuchen, den Antrag auf Rückerstattung der belegbaren Kosten beim Verwaltungsgericht einzuklagen.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 16.08.2013

Arndt, Madeleine

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Lokales
Städtewetter
Heute -° / -° -
- -°/-° -
- -°/-° -
Wettersponsor

Das Wetter in und um Dresden präsentiert Ihnen die Toskana-Therme Bad Schandau.