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Ärger um Flutschutz am Schullwitzbach

Ärger um Flutschutz am Schullwitzbach

Es war eine Flut von Beschwerden, die am Dienstagabend im Schullwitzer Gasthaus "Am Triebenberg" über zwei Mitarbeiter des städtischen Umweltamts niederging.

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Im Tal am Eschdorf-Rossendorfer-Grenzbach könnte ein Hochwasserrückhaltebecken entstehen.

Quelle: Martin Förster

Von philipp schmidt

Das passte. Denn sie waren gekommen, um über den Hochwasserschutz am Schullwitzbach zu informieren. Rund 50 Eschdorfer und Schullwitzer machten ihrem Unmut Luft: Ihrer Meinung nach ist die Hochwassergefahr seit den bislang vorgenommenen Baumaßnahmen schlimmer anstatt geringer geworden.

Solveig Döring, Sachbearbeiterin Bodenerosion und Gewässergrundlagen, und Jens-Olaf Seifert, Abteilungsleiter kommunaler Umweltschutz, mussten viel einstecken. Das Hochwasser vom August 2010 war für das Umweltamt Anlass gewesen, für den Schullwitzbach einen "Hochwasserrisiko-Managementplan" nach einer EU-Richtlinie zu erarbeiten. Aber schon vorher wurden Flutmulden gebaut, Deiche angelegt und Biotope geschaffen. Die Anrainer kritisierten die bisherigen Bauarbeiten heftig: So hätten etwa die Gräben zu geringes Gefälle und der Querschnitt einer Brücke sei für die Durchflussmengen zu klein.

Ein Betroffener beschwerte sich über einen auf seinem Grundstück neben dem Schullwitzbach angelegten Damm. Zwar trete jetzt der Bach nicht mehr über das Ufer, dafür staue sich aber das Regenwasser zwischen Damm und seiner Hauswand wie in einer Talsperre. Ein Landwirt ärgerte sich über die sieben Flutmulden und nannte sie erbost "Biotope von den Grünen". Ein anderes Problem sei das Zuwachsen des Baches mit Gestrüpp. Der Befall mit indischem Springgras sei immens.

Trotz seiner Höhenlage im Dresdner Osten ist der Schullwitzbach immer wieder hochwassergefährdet. So gab es außer 2002 auch 2006, 2009 und in 2010 gar zwei mal Überschwemmungen. Wobei in Schullwitz und Eschdorf das 2010er Hochwasser die Jahrhundertflut noch übertraf. Das Umweltamt schätzt das wirtschaftliche Schadenspotential durch Hochwasser in den beiden Ortschaften auf 500 000 bis 800 000 Euro. Die Hochwasserschutz-Vorsorge besteht im Wesentlichen in der Ausweisung der bedrohten Flächen als Überschwemmungsgebiete - dann kann dort nicht mehr gebaut werden -, der Änderung der Bewirtschaftung und der Verbreiterung der Gewässer und der Entfernung von Sträuchern und Bewuchs.

Mit dem Entwurf des "Hochwasserrisiko-Managementplanes" komme man zu den Betroffenen zum "frühestmöglichsten Zeitpunkt", um zu informieren und solche Fragen zu stellen wie: Wo müssen wir noch hingucken?, warb Seifert. Die Eschdorfer und Schullwitzer haben nun sechs Wochen Zeit, sich den "Ideenentwurf" anzuschauen und zu Gefahren und Risiken Hinweise zu liefern. Beispielsweise sind sie aufgefordert, ein digitales Geländebild der Überschwemmungsgebiete auf Übereinstimmung mit der Örtlichkeit zu überprüfen.

Solveig Döring stellte allerdings auch klar, dass die Wirtschaftlichkeit bei allen Baumaßnahmen eine Rolle spielen werde. "Ein Restrisiko wird bestehen bleiben", sagte sie und nahm auch die Bachanwohner in die Pflicht. "Eigenvorsorge ist notwendig."

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 18.10.2012

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