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Ärger im Dresdner Landesfunkhaus: MDR muss selbst Gebühren zahlen

Werbeaktionen Ärger im Dresdner Landesfunkhaus: MDR muss selbst Gebühren zahlen

Ärger im Dresdner Landesfunkhaus des Mitteldeutschen Rundfunks (MDR): Der gebührenfinanzierte Sender muss bei Auftritten mit Promotion-Aktionen in sächsischen Kommunen selbst Gebühren zahlen. Das sorgt intern für Verstimmung.

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Hinter den Kulissen des MDR-Landesfunkhauses brodelt es.

Quelle: Foto: dpa-Zentralbild

Dresden. Ärger im Dresdner Landesfunkhaus des Mitteldeutschen Rundfunks (MDR): Der gebührenfinanzierte Sender muss bei Auftritten mit Promotion-Aktionen in sächsischen Kommunen selbst Gebühren zahlen.

Die Sache sorgt intern für erhebliche Verstimmung: Der MDR tourt regelmäßig mit verschiedenen Aktionen durchs Land. Dabei gibt es viel Kontakt zum Hörer und Zuschauer, aber auch Werbeeffekte für die jeweilige Gemeinde oder Stadt. Vor allem geht es aber um den Bekanntheitsgrad des Senders.

Legitimation der Zwangsabgabe

So stehen solche Aktionen meistens gerade in der Zeit an, wenn die für alle Sender so wichtigen Quoten und Reichweiten ermittelt werden. Die Zahlen, wieviele Zuschauer oder Hörer ein Sender hat, sind nicht zuletzt für die Verhandlungen mit Werbekunden wichtig. Das ist auch beim MDR so, selbst wenn er über eine Gebühr finanziert wird, die inzwischen Rundfunkbeitrag heißt und von allen Haushalten in Deutschland gezahlt werden muss, egal ob sie über Empfangsgeräte verfügen oder nicht. Insofern dienen die öffentliche Auftritte auch zur Legitimation der Zwangsabgabe.

Vor diesem Grund steht auch in der Vergangenheit schon die Image-Kampagne „Mein Leben, meine Musik, mein MDR 1 Radio Sachsen“. Mitte Oktober soll die nächste Aktion starten.

Der Sender ist allgemein zufrieden mit seinen Kampagnen. Verhagelt wird ihm aber offenbar die Stimmung ausgerechnet durch Gebühren. Nach DNN-Informationen zeigt sich Funkhaus-Direktor Sandro Viroli missgestimmt. Das Vorgehen der Städte sei „ärgerlich“, heißt es. Der Sender stehe mit seiner Übertragungstechnik in Einkaufspassagen, an Rathäusern oder Sehenswürdigkeiten und erhalte für die Stellgenehmigungen „horrende Gebührenbescheide“.

Für drei Stunden auf dem Leipziger Augustusplatz musste der Sender zum Beispiel 428,72 Euro berappen. Ähnliche Erfahrungen gibt es auch in anderen Städten. Beim Tag der Sachsen in Limbach-Oberfrohna habe der MDR für die Entschärfung von Bordsteinkanten als Stolperfallen 4000 Euro ausgeben müssen.

Auf Anfrage wollte sich der Sender aber nicht näher zu der Angelegenheit äußern. „Ja, es gibt diese Entwicklung“, erklärte André Oswald aus dem Landesfunkhaus in Dresden. Ändern könne der Sender daran aber nichts.

In Leipzig wird auf die für alle geltenden Bestimmungen verwiesen. „Die über den Gemeingebrauch hinausgehende Nutzung öffentlicher Straßen, Wege und Plätze stellt eine Sondernutzung dieser Flächen dar“, erklärte Ordnungsamtsleiter Helmut Loris auf DNN-Anfrage. Die Zuständigkeit für die Umsetzung der Sondernutzungssatzung und die aus der Nutzung resultierenden Kosten ergeben sich letztlich aus dem beantragten Sondernutzungsinhalt. Es bestehe grundsätzlich Gebührenpflicht. Der konkrete Fall sei als „Promotion“ eingestuft und so vom zuständigen Verkehrs- und Tiefbauamt bearbeitet worden, erklärte der Ordnungsamtsleiter.

MDR: Werbung für die Städte

Im Landesfunkhaus wird das wohl etwas anders gesehen. Der Sender werde „dermaßen“ zur Kasse gebeten, obwohl die Städte letztendlich von den Aktionen profitierten, heißt es in der Dresdner Sendezentrale, wo auch das tägliche Regionalmagazin Sachsenspiegel entsteht.

Wer sich jetzt allerdings die Hände reibt, weil der MDR auch Gebühren zahlen müsse, denkt zu kurz. Die Zahlungen werden letztlich auch aus den monatlichen Abgaben der Haushalte gedeckt.

Von Ingolf Pleil

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