Volltextsuche über das Angebot:

8 ° / 8 ° Regen

Navigation:
Google+
Acht Dresdner Wohnungsgenossenschaften ziehen Bilanz

Bestandserhalt im Vordergrund Acht Dresdner Wohnungsgenossenschaften ziehen Bilanz

Am Mittwochmorgen präsentierten die acht größten Wohnungsgenossenschaften in Dresden ihre Bilanz für das vergangene Jahr und gaben einen Ausblick auf die Entwicklung und anstehende Aufgaben in der Zukunft. Das Konzept einer geplanten neuen städtischen Wohnungsbaugesellschaft (WOBA) wird zwiespältig beurteilt.

Voriger Artikel
Trinkwasser in Dresden durch mehrstufiges Zugangssystem geschützt
Nächster Artikel
Dresden International School ehrt Wolfgang Donsbach

Einblick in ihre Zahlen und Pläne gaben die Vorstände der Dresdner Wohnungsgenossenschaften: Mathias Schulze (SWGD), Jürgen Hesse (EWG), Olaf Brandenburg (WGS), Helge Zillig (WGTN) (hintere Reihe v.l.), Angret-Cathrin Schirmer (GWG), Thomas Dittrich (WGJ), Anke Kirsten (WG Post) und Gita Müller (WGA)

Quelle: Uta Zänker

Dresden. Am Mittwochmorgen präsentierten die acht größten Wohnungsgenossenschaften in Dresden ihre Bilanz für das vergangene Jahr und gaben einen Ausblick auf die Entwicklung und anstehende Aufgaben in der Zukunft. Auch über das Konzept einer geplanten neuen städtischen Wohnungsbaugesellschaft (WOBA), das die Rot-Grün-Rote Stadtratsmehrheit anstrebt, wurde gesprochen.

Seit zehn Jahren agieren die Wohnungsbaugenossenschaft der Eisenbahner (EWG), die Gemeinnützige Wohnungsbaugenossenschaft (GWG), die Sächsischen Wohnungsgenossenschaft Dresden (SWGD), die Wohnungsgenossenschaft Aufbau (WGA), die Wohnungsgenossenschaft Johannstadt (WGJ), sowie Wohnungsgenossenschaften von „Glückauf“ Süd (WGS), Post (WGPost) und Trachau-Nord (WGTN) gemeinsam und bündeln ihre Anstrengungen für sozialverträgliches Wohnen in der Landeshauptstadt.

Seit diesem Jahr geschieht dies nun auch unter der Dachmarke „Die Dresdner Wohnungsgenossenschaften“. „Ein Zusammenschluss in dieser Form ist in Deutschland meines Wissens einmalig“, erklärt Mathias Schulze, Vorstand der SWGD. Gemeinsam bewirtschaften die acht Genossenschaften gut ein Fünftel der auf dem Dresdner Markt angebotenen Wohnungen – über 60 000 an der Zahl. So lebt etwa jede dritte Dresdner, insgesamt rund 170 000 Menschen, in einer Genossenschaftswohnung.

Trotz des in den vergangenen Jahren gestiegenen Wohnraumbedarfes konnten die Genossenschaften ihre Mieten nach eigenen Angaben auf einem „sozialverträglichen Niveau“ halten. Die durchschnittliche Kaltmiete stieg demnach von 4,88 bis 5,28 Euro im Jahr 2014 auf 5,03 bis 5,33 Euro im vergangenen Jahr. „Wir stellen eine beständige Einheit dar, die ausschließlich im Sinne der Mieter und Genossenschaftsmitlieder handelt“, erklärt Schulze.

Im Fokus der acht größten Dresdner Genossenschaften steht deshalb der Bestandserhalt. Allein in diesem Jahr sollen über 100 Millionen Euro in die Modernisierung und Instandhaltung bestehender Wohnungen gesteckt werden. Für knapp 20 Millionen Euro soll neu gebaut werden – das sind über 20 Prozent mehr als im vergangenen Jahr. So sollen auch über 90 neue Wohnungen entstehen. Angesichts der angespannten Wohnraumsituation in der Stadt ist das nicht viel.

„Unsere Aufgaben haben sich gewandelt. Wir verfügen über einen großen Wohnungsstamm, der teilweise zwischen 50 und 100 Jahre alt ist. Den gilt es zukunftsfähig zu gestalten“, erklärt SWGD-Vorstand Schulz. Dazu zählen beispielsweise Aufzüge und moderne Bäder für altersgerechtes Wohnen, sowie neue Heizanlagen für den Klimaschutz. Zudem habe sich laut Schulz der Markt für den Wohnungsbau „schwierig entwickelt“, weshalb es für die Genossenschaften nicht mehr so einfach sei, neue Wohnungsbauprojekte anzuschieben.

Ein nicht unwichtiger Faktor ist dabei sicher auch, dass die Stadt vorerst keine freien Flächen mehr an die Genossenschaften verkauft. Bevor die Rot-Grün-Rote Stadtratsmehrheit die Idee einer neuen WOBA auf den Tisch brachte, wurde ein Grundstückspaket geschnürt, dass an die Wohnungsbaugenossenschaften verkauft werden sollte. „Dazu gab es auch mehrere Treffen mit allen Vorständen, sowie dem Bürgermeister und seinen Experten. Eigentlich stand dem nichts mehr im Weg“, so Jürgen Hesse, Vorstand der EWG.

Doch der Stadtrat kippte das Konzept letztlich wieder. Deshalb müssen sich die Genossenschaften nun auf dem „freien Markt“ nach Baugrundstücken umsehen. „Der Quadratmeterpreis hat sich dadurch fast verdoppelt“, ergänzt Hesse. Dennoch sehen die Vorstände die geplante WOBA durchaus positiv. „Als Genossenschaftler respektieren wir diesen Plan. Für unser Geschäftsmodell stellt das auch keine Bedrohung da. Es wird mindestens 15 bis 20 Jahre dauern, ehe sich eine neue WOBA ernstzunehmend auf dem Markt etablieren wird“, erklärt WGJ-Vorstand Thomas Dietrich.

Doch als Dresdner Bürger sehen er und seine Kollegen die Pläne kritisch. „Unsere Erfahrungen zeigen, dass es nicht möglich ist, in Dresden solide Wohnungen für unter 2000 Euro je Quadratmeter zu bauen. Um es wirtschaftlich möglich zu machen, müssten Kaltmieten von neun bis 9,50 Euro verlangt werden. Die anvisierten sieben Euro funktionieren nur mit Zuschüssen durch die Stadt“, so Dietrich weiter. Er fordert deshalb von der Rot-Grün-Roten Stadtratsmehrheit ein offenes Visier. „Das Geld muss irgendwo her kommen und wird an anderer Stelle fehlen“, ergänzt der WGJ-Vorstand.

Die Genossenschaften selbst planen in den nächsten fünf Jahren mit rund 1000 neuen Wohnungen. Die EWG will neben der Realisierung der „Alten Ziegelei“ in Briesnitz (36 neue Wohnungen) noch ein weiteres Projekt mit 66 Wohnungen in Gorbitz („Neue Kräutersiedlung“) anschieben. Die SWGD plant in naher Zukunft 60 neue Wohnungen auf der Struvestraße (Baubeginn 2017).

Von Sebastian Burkhardt

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Lokales
  • 13. Februar

    Ob Gedenken, Täterspuren oder Menschenkette: Alle Infos finden sie in unserem Special zum 13. Februar in Dresden mehr

  • Semperopernball
    Semperopernball

    Alle Infos, alle Highlights, die schönsten Bilder - der Semperopernball in Dresden. mehr

Städtewetter
Heute -° / -° -
- -°/-° -
- -°/-° -
Wettersponsor

Das Wetter in und um Dresden präsentiert Ihnen die Toskana-Therme Bad Schandau.