Volltextsuche über das Angebot:

2 ° / -2 ° wolkig

Navigation:
Google+
Abschied vom alten DVB-Hochhaus - DNN durften sich vor Ort umsehen

Abschied vom alten DVB-Hochhaus - DNN durften sich vor Ort umsehen

Mehr als 15 Jahre lang ist im alten DVB-Hochhaus die Zeit stehen geblieben. Überall bröckelt der Putz von den Wänden und macht die dicke Staubschicht auf dem Boden immer dicker.

Voriger Artikel
Krankenhaus Neustadt hängt am Tropf der Stadt
Nächster Artikel
Pfingstwetter treibt mehr als 50.000 Besucher in Dresdner Freibäder – Abkühlung ab Donnerstag
Quelle: Julia Vollmer

Die Sonne bricht ihr Licht durch eine eingeschlagene Fensterscheibe. Wer durch sie hindurchblickt, entdeckt die Kuppel der Frauenkirche. Ein ungewöhnlicher Blick auf eines der berühmtesten Gotteshäuser der Welt. Denn die Frauenkirche scheint sich direkt hinter den Plattenbauten von der Sarrasanistraße zu erheben.

In unserem neuen Tablet-Magazin, dem „DNN sonntag“, finden Sie auch ein Video mit den letzten Bildern aus dem alten DVB-Hochhaus. Die entsprechende App können Sie sich kostenlos im App Store von Apple oder im Google-Play-Store für Android-Geräte herunterladen. Weitere Fragen rund um dieses Magazin beantworten wir auf www.dnn-sonntag.de.

Der Taube, die es sich im zehnten Stock des DVB-Hochhauses in 40 Meter Höhe gemütlich gemacht hat, passt unser Besuch gar nicht. Protestierend fliegt sie durch eines der kaputten Fenster in Richtung Garnisonskirche. Mit der viele Jahre währenden Ruhe ist es in Dresdens ältestem Bürohochhaus ohnehin vorbei. Zum Glück, dürften die meisten sagen, denn der riesige Schandfleck am Albertplatz wird endlich saniert. Für rund 30 Millionen Euro von dem Einzelhändler Peter Simmel. Bis April 2015 will er fertig sein.

php9b522555ca201404191304.jpg

Innenansichten des DVB-Hochhauses

Zur Bildergalerie

Während es im Inneren des DVB-Hochhauses noch gespenstisch leer ist, kündet in Richtung Bahnhof Neustadt bereits eine riesige Baugrube von den Ausmaßen des geplanten Neubaus. Simmel, der eng mit der Edeka-Gruppe zusammenarbeitet, wird hier einen seiner Lebensmittelmärkte eröffnen, den „Markt der Genüsse“. Wie Projektsprecher Sven Schirmer erläutert, sollen aber auch ein Aldi-Discounter, Medimax, eine Rossmann-Drogerie und eventuell ein Fitnessstudio oder eine Tanzschule in den hochmodernen Anbau einziehen.

Vorerst transportieren große blaue Leitungen das Grundwasser aus der Baugrube bis zu einem Regenwasserkanal am Palaisplatz, der direkt in die Elbe mündet. Um die Trassenführung dieser auffälligen Rohre gab es Unstimmigkeiten zwischen Simmel und der Stadt, denn letztere hatte Angst, die Leitungen könnten am Ende bis zum Sankt Nimmerleinstag stehen bleiben. „Deshalb erhielt die Stadt von uns eine Bürgschaft, dass genug Geld vorhanden ist, um die Leitungen im Herbst wieder zurückzubauen“, erklärt Schirmer.

Bei Peter Simmel sorgt die Auseinandersetzung allerdings heute noch für Stirnrunzeln: „Zugegebenermaßen hat es mich etwas überrascht, dass man sich seitens der Stadt Dresden, nachdem die Genehmigungen sowohl für das Absenken des Grundwasserspiegels als auch für die Einleitung erteilt waren, zunächst noch nicht einig war, wie das abgepumpte Wasser die 700 Meter von der Bau- zur Einleitstelle gelangen soll. Natürlich funktioniert das nur mittels einer Rohrleitung, natürlich tragen diese Rohrleitungen nicht unbedingt zur Verschönerung der Stadt bei“, betont der Investor.

In Kürze ist dann auch scharfer Baustart am DVB-Hochhaus selbst. Seitdem die Dresdner Verkehrsbetriebe ihre Verwaltung 1997 zum Betriebshof nach Trachenberge verlegt haben, war das 1929 für die Sächsische Staatsbank errichtete Gebäude sich selbst überlassen und damit stetigem Verfall preisgegeben. „Leider ist es selbst jetzt während der Bauarbeiten für manche ein Sport, hier einzubrechen und ihrer Zerstörungswut freien Lauf zu lassen. Die kommen mit Enterhaken und seilen sich hinauf bis ins zweite Obergeschoss“, ärgert sich Schirmer. Die Graffiti an vielen Wänden erinnern an solch ungebetenen Besuch.

Im Inneren ist das DVB-Hochhaus schon komplett entkernt, und die alte Stahlskelett-Konstruktion wurde freigelegt. „Im nächsten Schritt müssen wir das Gebäude statisch ertüchtigen. Dazu werden mit Hilfe von Mikropfählen bis in die zehnte Etage Wände hochgezogen, die eine Art zusätzliches Gerüst für das Stahlskelett aus den 1920ern bilden. Erst dann können wir die zwei Seitenflügel des Hauses wie von der Stadt gefordert bis zum zweiten Obergeschoss herunterbrechen“, erklärt Schirmer.

Obwohl das Interesse nach Wohnungen im Hochhaus riesig sei, darf Peter Simmel keine bauen. Die Stadt begründet dies mit dem Emissionsschutzgesetz. So entstehen im „Albert-Tower“ fast ausschließlich Büroflächen, etwa für Kanzleien und Steuerberater, sowie Arztpraxen. Im Erdgeschoss hat sich bereits Fernsehkoch Alfons Schuhbeck eine Fläche gesichert, auf der er einen hoch angebundenen Tee- und Gewürzladen eröffnen wird. Dagegen hat sich die ursprüngliche Idee, im Dachgeschoss des DVB-Hochhauses ein Panoramarestaurant zu etablieren, zerschlagen. „Das hätte einfach logistisch überhaupt nicht funktioniert“, erklärt Sven Schirmer. „Aufgrund der Deckenlast und dem Platzbedarf müssten sie die Küche im Keller unterbringen und dann alle Speisen mühsam nach oben transportieren.“

Christoph Stephan

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Lokales
Anzeige
  • 13. Februar

    Ob Gedenken, Täterspuren oder Menschenkette: Alle Infos finden sie in unserem Special zum 13. Februar in Dresden mehr

  • Semperopernball
    Semperopernball

    Alle Infos, alle Highlights, die schönsten Bilder - der Semperopernball in Dresden. mehr

Städtewetter
Heute -° / -° -
- -°/-° -
- -°/-° -
Wettersponsor

Das Wetter in und um Dresden präsentiert Ihnen die Toskana-Therme Bad Schandau.