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Abschied vom Schürmann-Plan: Kein Kanal am Dresdner Postplatz

Abschied vom Schürmann-Plan: Kein Kanal am Dresdner Postplatz

"Das ist die Abkehr vom Schürmann-Plan", sagte CDU-Stadtrat Klaus Rentsch gestern enttäuscht im Bauausschuss. Sie erinnern sich noch? Schon 1991 hatte der Kölner Architekt Joachim Schürmann die Vision einer Gebäudezeile zwischen Wall- und Marienstraße.

Dort, wo jetzt noch ein Parkplatz mit 260 Stellplätzen und Grünflächen zu finden sind, sollten laut diesen Plänen Büro- und Geschäftshäuser entstehen. Daneben plante der Architekt einen Wasserkanal auf der Marienstraße, quasi als Fortsetzung des Zwingerteichs, dazu einen begrünten Promenadenring. Doch während die Häuser - wenn auch nicht wie geplant - gebaut werden, wird aus dem Kanal nichts. Maximal ein Rinnsal ist noch möglich.

Jahrelang hat die Stadt das Parkplatzgrundstück wie sauer Bier angeboten. 13 Millionen Euro sollte die 7500 Quadratmeter große Fläche kosten. Niemand war bereit, das Geld auf den Tisch zu legen. Keiner wollte in Büro- und Geschäftshäuser investieren. Der Bedarf daran ist weitgehend gedeckt. Das Stadtplanungsamt hat deshalb umgeplant. Im Januar wurde der Bebauungsplan für das Gebiet geändert und Wohnen als Nutzung erlaubt (DNN berichteten). "Wir wollen die Innenstadt verdichten", erklärte Stadtplanerin Barbara Engel. Mit einem weiteren Kunstgriff soll das Gebiet Investoren schmackhaft gemacht werden: Statt einer großen Fläche wird es nun drei Baufelder geben. Diesen geänderten Bebauungsplan stellte Engel im Bauausschuss vor.

Für das kleinste Baufeld mit 1200 Quadratmetern, das an den Spielplatz angrenzt, hat sich nach DNN-Informationen bereits ein Käufer gefunden. Die CTR Immo Dresden und die Baywobau wollen in einem siebengeschossigen Gebäude 60 bis 65 Wohnungen errichten und rund 16 Millionen Euro investieren. Für die anderen beiden Baufelder soll es Interessenten geben.

Die eine Hälfte des Schürmann-Planes scheint aufzugehen, doch die Marienstraße wird nicht zur Wasserstraße. Sie werde als Verbindung zwischen Freiberger und Wilsdruffer Straße benötigt, so die Stadtplaner. Damit engt sich das Gebiet für den Promenadenring deutlich ein, zumal die Baufelder für die Wohnhäuser in Richtung Marienstraße gerückt wurden, um die Platanenallee an der Altmarktgalerie erhalten zu können.

Mehrere Ausschussmitglieder kritisierten, dass der Rahmenplan für die Gestaltung des Promenadenrings nach wie vor nicht vorliege und auch die Finanzierung völlig unklar sei. "Das ist absolutes Stückwerk", erklärte Margit Haase von den Grünen. "Die Idee Promenadenring wird fallengelassen", konstatierte Grünen-Fraktionsvorsitzender Thomas Löser. "Wenn wir die Innenstadt verdichten wollen, dann brauchen wir funktionstüchtige Verkehrsachsen", entgegnete Hans-Joachim Brauns, verkehrspolitischer Sprecher der CDU-Fraktion. Der Plan für die Wohnhäuser passierte mit knapper Mehrheit den Ausschuss.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 12.09.2013

Baumann-Hartwig, Thomas

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