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Ab Mitte Oktober wird Feuerwache Flüchtlingsunterkunft

Katharinenstraße Ab Mitte Oktober wird Feuerwache Flüchtlingsunterkunft

Die ehemalige Feuerwache auf der Katharinenstraße in der Dresdner Neustadt wird Unterkunft für Flüchtlinge. Mitte Oktober sollen die ersten Asylbewerber einziehen. Das teilte Ortsamtleiter Andre Barth auf DNN-Anfrage mit. Der genaue Termin steht noch nicht fest.

Quelle: Archiv

Dresden. Die ehemalige Feuerwache auf der Katharinenstraße in der Dresdner Neustadt wird Unterkunft für Flüchtlinge. Mitte Oktober sollen die ersten Asylbewerber einziehen. Das teilte Ortsamtleiter Andre Barth auf DNN-Anfrage mit. Der genaue Termin steht noch nicht fest, Barth geht aber von der Monatsmitte aus. Erwartet werden zweimal 60 Flüchtlinge. „Wann genau wie viele Menschen kommen, hängt von der aktuellen Situation ab und kann nicht genau vorhergesagt werden“, so Barth. 

Vorerst soll die Feuerwache als vorübergehende Unterkunft dienen, mit Option eine dauerhafte Lösung zu werden. „Die Räume sind auf jeden Fall auch für die Wintermonate geeignet, sie sind warm, trocken und beheizbar“, sagte Barth. Es soll einen „Conciergedienst“ am Haus geben, auf eine spezielle Sicherheitsfirma wolle man aber verzichten. Das sei an der Flüchtlingsunterbringung an der Buchenstraße in der Neustadt auch nicht nötig, dort hätte es noch keinerlei Zwischenfälle gegeben. Die ehemalige Feuerwache war immer wieder im Gespräch als Raum für Kreative der Stadt. Im März hatte sich der Stadtrat gegen einen Verkauf des Objektes und für eine Nutzung durch Künstler ausgesprochen.

Bislang seien keine weiteren Objekte in der Neustadt für die Unterbringung von Asylsuchenden vorgesehen, die Prüfliste werde aber sehr regelmäßig aktualisiert, so der Ortsamtsleiter.

Die Linken-Stadträtin Jaqueline Muth begrüßt die zügige Nutzung der Feuerwache. „Dass - anders als geplant - Flüchtlinge statt Kreativer Einzug halten, ist der allgemeinen Situation geschuldet. Die Unterbringung der Geflüchteten hat Vorrang, das ist für mich selbstverständlich.“ Der Standort sei für die dezentrale Unterbringung von Asylsuchenden in der Äußeren Neustadt gut geeignet. Die Suche nach Arbeitsräumen für Künstler und Kreativwirtschaftende gehe aber weiter, so Muth.

"Ich bin mir sicher, dass die Neustädter die neuen Stadtteilbewohner willkommen heißen werden. Aktuell benötigen wir jede Möglichkeit, ankommende Asylsuchende menschenwürdig unterzubringen“, begrüßt auch SPD-Stadtrat Vincent Drews die Entscheidung. Es sei richtig, dass andere Projekte wie das Kreativzentrum vorerst verschoben werden, um Menschen auf der Flucht ein Dach über dem Kopf zu geben. Allerdings dürfe man es nicht bei der reinen Unterbringung der Flüchtlinge bewenden lassen. „Darüber hinaus braucht es Hilfsangebote, Sprachkurse, Arbeitsgelegenheiten und eine große Offenheit für die ankommenden Menschen. Nur so können sie Teil unserer Stadtgesellschaft werden", so Drews.

Auch Torsten Schulze, der für die Grünen im Stadtrat sitzt, begrüßt die Unterbringung in der ehemaligen Feuerwache hält ein Integrationskonzept für unabdingbar. „Wir wollen integrative Angebote schaffen, um die Menschen in der Neustadt willkommen zu heißen.“ Marcel Ritschel, Ortsbeirat der Piraten sieht die Neuankömmlinge als Bereicherung für den Stadtteil. "Hier leben viele hilfsbereite Menschen ohne Vorurteile, die sicherlich helfen werden wo sie können, um den Flüchtlingen die Zeit so angenehm wie möglich zu machen und vielleicht ein wenig vom erlebten Leid ablenken können. Ich werde dort auf jeden Fall vorbei schauen."

Mehr Bürgerbeteiligung an Entscheidungen über Standorte für Flüchtlingsunterkünfte fordert indes FDP-Ortsbeirätin Benita Horst. "Für eine kurzfristige Unterbringung von Flüchtlingen ist angesichts der aktuellen Zwangslage die Feuerwache in der Katharinenstraße sicherlich eine gute Zwischenlösung. Für eine dauerhafte Unterbringung von Asylbewerbern fordere ich jedoch dringend eine notwendige Bürgerbeteiligung und keine voreiligen Festlegungen durch die Stadt.“

Horst sieht an diesem Standort sowohl Vereine und Initiativen aus den Bereichen der Kultur- und Kreativwirtschaft und Sozialarbeit als auch die Unterbringung von Asylbewerbern. „Unterbringung und Integration sollten Hand in Hand gehen. Dafür ist die Feuerwache in der Katharinenstraße durchaus geeignet. So eine Variante muss zur Diskussion gestellt werden", fordert die Ortsbeirätin. 

Julia Vollmer

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