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Ab Juli: In der Dresdner Neustadt per Handy bezahlen

Ab Juli: In der Dresdner Neustadt per Handy bezahlen

Im Szeneviertel "Äußere Neustadt" können die Dresdner ab dem 2. Juli in ausgewählten Kneipen und Läden mit dem Handy kleinere Einkäufe bis 100 Euro bezahlen - und dabei die Kreativszene im Viertel unterstützen.

Von Heiko Weckbrodt

Möglich macht dies ein Pilotprojekt der Pulsnitzer Firma "Secupay", die derzeit rund 30 Händler mit entsprechenden Terminals ausgestattet hat - weitere Läden sollen demnächst folgen. Dort bekommen Interessierte auch die anonymisierte Kundenkarte sowie den Funkchip-Aufkleber für ihr Handy. 1,5 Prozent jeder Transaktion kommen Neustadt-Projekten als Spende zu Gute, wie Secupay-Chef Hans Peter Weber versicherte.

Die Technik dahinter soll Einkaufen bequemer zu machen: Statt Bargeld oder EC-Karte zu zücken, müssen die Käufer ihr vorpräpariertes iPhone oder Android-Handy im Laden oder am Kneipentresen nur kurz an ein Terminal halten, die Zahlung mit dem aufgespielten Mini-Programm (App) bestätigen, dann wird die Transaktion per Funk automatisch abgewickelt.

Damit keine Bösewichte im Gewühl mit einem Empfänger das Guthaben leersaugen können, reicht die Funkverbindung nur bis zu vier Zentimeter weit, wie Sven Döring, Forschungschef beim Entwickler "Plasticard ZFT Dresden" betonte. "Damit ist auch ein unabsichtliches Auslösen unterbunden", sagte er. Wer freilich die Karte verliert, hat Pech gehabt: Der unehrliche Finder kann dann den aufgeladenen Betrag verpulvern.

Ausrüstung gibt's beim Händler

Um beim Einkaufen per Handy mitzumachen, müssen die Nutzer bei einem teilnehmenden Händler (zu erkennen am "Viertel-Dollar"-Logo) eine Karte (bis zu 95 Cent) und einen NFC-Aufkleber holen und auf ihr iPhone oder Android-Handy pappen.

Dabei steht "NFC" für "Near Field Communication" - einen international anrollenden Standard für gesicherte Funkverbindungen auf kurze Distanz. Wer auf NFC verzichten will, kann statt dessen auch einen "QR"-Modus nutzen. In diesem Modus scannt das Computertelefon mit der integrierten Kamera einen Pixelcode im Geschäft ein.

Dazu muss man sich vorher die App "dieNeustadt" in Apples iTunes-Laden oder bei "Google Play" im Internet gratis laden. Einmalig müssen dann Karte und Handy beim Händler zusammen registriert werden, dann kann man sich einen Betrag bis zu 100 Euro aufladen, den der Kunde dann für weitere Einkäufe nutzen kann

Zukunft gehört NFC-Handys

"In Zukunft werden Handys schon mit eingebauten NFC-Karten ausgeliefert werden", ist der freie Bezahldienste-Experte André Bajort überzeugt. In den USA, Japan, England und anderen Staaten sind entsprechende Systeme bereits installiert. Handy-Bezahlen ist aber auch in Dresden prinzipiell bereits möglich, wenn man etwa an das Handy-Ticket der Dresdner Verkehrsbetriebe denkt - hier kommen allerdings technologisch weniger anspruchsvolle Lösungen zum Einsatz, zum Beispiel eben kein NFC.

Die DNN haben sich das "Vierteldollar"-Projekt noch vor dem offiziellen Pilotstart in der Neustadt bereits in Aktion angesehen und ausprobiert. Erster Eindruck: Noch hakelt's da und dort ein wenig, auch die Händler müssen sich offensichtlich erst mal an die Funktionsweise der neuen Technik gewöhnen. Im Grundsatz funktionierten die Einkäufe per Handy aber recht gut und bequem. Da kann man nur hoffen, dass sich das Rathaus dies zum Vorbild nimmt und zum Beispiel die lange zerdiskutierten Handy-Parkscheine endlich einführt.

Mehr Infos und Video im Netz: computer-oiger.de

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 23.06.2012

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