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AIDS: 40 Neuinfizierte in Dresden in diesem Jahr

AIDS: 40 Neuinfizierte in Dresden in diesem Jahr

Man würde annehmen, dass die Menschen 30 Jahre nach Entdeckung der heimtückischen Krankheit AIDS sehr viel vorsichtiger geworden sind als früher. Weltweit gesehen stimmt das, die Zahl der Neuinfektionen ist nach Angaben der Vereinten Nationen rückläufig.

Für Dresden kann Matthias Stiehler, der Leiter der "Beratungsstelle für AIDS und sexuell übertragbare Krankheiten", diesen Trend allerdings nicht bestätigen. "Gehen Sie davon aus, dass wir in diesem Jahr etwa 40 Neuinfizierte haben. Ende der 1990er waren es deutlich weniger", erklärte er auf DNN-Anfrage.

Stiehler zufolge herrschte vor allem zwischen 2002 und 2009 eine Präventionsmüdigkeit vor. Die Dresdner wurden nachlässiger, die Krankheit AIDS verlor ihren Schrecken. Es sprach sich herum, dass man dank neuer Therapien auch mit HI-Virus die Chance auf ein langes Leben hat.

Das städtische Gesundheitsamt nimmt deshalb den Welt-AIDS-Tag am kommenden Sonnabend zum Anlass, um in ganz Dresden sichtbar vor dem tödlichen Risiko zu warnen, das AIDS nach wie vor mit sich bringt. In diesen Tagen werden in Kneipen, Bars und Kinos 10 000 Postkarten verteilt. "Kein Sex - kein AIDS" ist darauf in großen roten Lettern gedruckt. Ein Aufruf zur absoluten Enthaltsamkeit aus dem Rathaus der Geburtenhauptstadt Deutschlands? "Der konsequenteste Infektionsschutz wäre tatsächlich, auf Sex ganz zu verzichten", sagt Stiehler. "Doch es wird jedem einleuchten, dass das keine Lösung ist. Jede Frau und jeder Mann muss selbst die Verantwortung für das eigene Tun übernehmen. Die wichtigste Aufgabe von Prävention ist daher, genau auf diese Eigenverantwortung aufmerksam zu machen."

Deshalb bietet die Rückseite der Postkarte eine sympathischere Alternative an: Sex ist erlaubt, aber nur mit Kondom oder vorherigen AIDS-Tests bei beiden Partnern. In der Dresdner Beratungsstelle an der Bautzner Straße kann man sich kostenlos testen lassen.

Insgesamt wird die Zahl der an AIDS erkrankten Menschen in der Landeshauptstadt auf mehrere Hundert geschätzt. "Andererseits ist die sexuelle Mobilität dieser Gruppe vergleichsweise groß, so dass das Infektionsgeschehen der Dresdner Bürger nicht allein auf Dresden bezogen ist", betont Stiehler. "Wir sind als Beratungsstelle regelmäßig mit Aktionen in der Szene unterwegs, also vorzugsweise in den Abendstunden, um insbesondere Männer, die Sex mit Männern haben, zu einem AIDS-Test zu bewegen."

Die Dresdner Beratungsstelle wurde 1992 gegründet. Seitdem führten die fünf Mitarbeiter etwa 35 000 anonyme HIV-Antikörpertests und etwa 2500 Präventionsveranstaltungen durch. Zudem werden Prostituierte in Gesundheitsfragen beraten. "Jährlich suchen uns etwa 2500 Menschen auf", sagt Stiehler.

Den Welt-AIDS-Tag nimmt auch eine Ausstellung zum Anlass, die am 2. Dezember um 17 Uhr durch den Verein "Aidshilfe Dresden" in der Bar "Terrasse am Bischofsplatz" eröffnet wird. Die Fotos der russischen Künstlerin Lidia Mikhaylova zeigen 20 Kinder aus St. Petersburg, die trotz ihres jungen Lebens schon den HI-Virus in sich tragen.

Die Dresdner Beratungsstelle für AIDS und sexuell übertragene Krankheiten, Bautzner Straße 125, berät immer dienstags und donnerstags von 8 bis 12 Uhr und 14 bis 18 Uhr sowie freitags von 8 bis 12 Uhr. Weitere Informationen gibt es über die Telefonnummer 816 50 25 und im Internet über www.dresden.de/aids.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 29.11.2012

Stella Danko/Christoph Stephan

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