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81 Menschen im Laster - Prozess gegen mutmaßlichen Schleuser

Täter geständig 81 Menschen im Laster - Prozess gegen mutmaßlichen Schleuser

Im Dresdner Prozess um eine für viele Flüchtlinge lebensbedrohliche Schleusung hat der 34 Jahre alte Angeklagte gleich zu Beginn die Taten gestanden. Er habe mit dem dabei in Aussicht gestellten Geld Schulden in seinem Heimatland Bulgarien bezahlen wollen, sagte der Beschuldigte.

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Quelle: dpa

Dresden. Im Dresdner Prozess um eine für viele Flüchtlinge lebensbedrohliche Schleusung hat der 34 Jahre alte Angeklagte gleich zu Beginn die Taten gestanden. Er habe mit dem dabei in Aussicht gestellten Geld Schulden in seinem Heimatland Bulgarien bezahlen wollen, sagte der Beschuldigte am Dienstag zum Prozessauftakt vor dem Landgericht.

Die Staatsanwaltschaft wirft ihm zwei Schleusungen am 15. und 17. August 2015 vor. Im ersten Fall soll der Mann zehn Flüchtlinge von Ungarn nach Passau gebracht haben. Am 17. August fuhr er dann laut Anklage 81 Asylsuchende aus Afghanistan, dem Irak, Iran, Pakistan und Syrien von Ungarn nach Sachsen - in einem vergleichsweise kleinen Kühllaster eng zusammengepfercht. Sie hätten unter Atemnot gelitten und Angst gehabt, da sie nur durch enge Luftschlitze und Löcher atmen konnten.

In Tschechien hatten die Flüchtlinge nach eigenen Angaben versucht, Notrufe an die Polizei abzusenden, was jedoch scheiterte. Auf Klopfzeichen der Eingeschlossenen hatte der Fahrer nicht reagiert. Die Anklageschrift spricht von einer lebensgefährdenden Situation. Kurz hinter der Grenze ließ der mutmaßliche Schleuser die Flüchtlinge auf sächsischem Boden frei, er selbst wurde kurz darauf gefasst. Seither sitzt er in Untersuchungshaft. Nach Aussagen der Staatsanwaltschaft muss er für die beiden Schleusungen mit einer Gesamtstrafe von bis zu 15 Jahren rechnen.

Die Tat hatte im August 2015 Fassungslosigkeit ausgelöst. Im Rückblick hat sie viel mit einem Fall aus Österreich gemeinsam. Dort waren Ende August 2015 in einem abgestellten Lastwagen die Leichen von 71 Flüchtlingen entdeckt worden. Der in Budapest gestartete Laster war rund 50 Kilometer südlich von Wien auf einem Pannenstreifen der A4 abgestellt worden. Bei der anschließenden Fahndung nach den Schleppern wurden in Bulgarien und Ungarn insgesamt sieben Verdächtige festgenommen, darunter sechs Bulgaren.

Bis zum 21. März sind vier Verhandlungstage angesetzt. Dabei sollen auch mehrere Flüchtlinge in den Zeugenstand treten. Außerdem will das Gericht Gutachter hören, die etwas zu der lebensbedrohlichen Situation in dem Lastwagen sagen können.

dpa

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