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700 Bürgerarbeitsstellen fallen bis Dezember in Dresden weg – Vereine stehen vor Personalproblem

700 Bürgerarbeitsstellen fallen bis Dezember in Dresden weg – Vereine stehen vor Personalproblem

Viele Dresdner Vereine müssen sich ab spätestens Ende des Jahres auf große Einschnitte in der Personalsituation einstellen. Bis Jahresende fallen rund 700 Bürgerarbeitsstellen in Dresden weg.

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Quelle: Mario Jahn

50 weitere sind schon ausgelaufen. Die Bürgerarbeit ist ein Projekt vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales, das von Beginn an nur auf drei Jahre ausgelegt war. In Dresden startete das Projekt im Juli 2010.

Vereine, Stadträte der Grünen, Linken und der SPD hatten sich immer wieder für eine Verlängerung eingesetzt, bislang erfolglos. Nach Angaben der Stadtverwaltung waren in Dresden insgesamt 750 Bürgerarbeitsstellen eingerichtet. Sie laufen gestaffelt bis zum Ende dieses Jahres aus: 13 Stellen im ersten Quartal, 117 Stellen im zweiten Quartal, 195 Stellen im dritten Quartal und 428 Stellen im vierten Quartal 2014. Rund 24 Prozent der Einsatzstellen sind in der Kinder- und Jugendbetreuung; weitere 24 Prozent im Bereich der sozialen und humanitären Hilfen angesiedelt. Drittgrößtes Einsatzgebiet ist mit einem Anteil von 20 Prozent der Stellen die freie Kulturarbeit. Durch das Sozialamt werden derzeit 76 Maßnahmen mit 161 Stellen bei 29 Trägern kofinanziert, so die Stadt weiter. Der kommunale Zuschuss zu den Sach- und Verwaltungskosten der Träger beträgt 100 Euro pro Monat und Stelle.

Im Rathaus fällt beispielsweise die Kinderbetreuung im sogenannten Kinderzimmer weg. Nur noch bis zum 30. Juni betreuen Bürgerarbeiter des Kinderschutzbundes den Nachwuchs von Bürgern, die ein Anliegen im Rathaus zu erledigen haben. Für die Vereine und Kultureinrichtungen, in denen die Bürgerarbeiter hauptsächlich gearbeitet haben, bedeutet der Wegfall einen herben Einschnitt. „Für uns ist der Wegfall der Stellen ein Riesenverlust. Wir haben in einem langen und aufwendigen Verfahren um diese Bürgerarbeiter gekämpft und nun müssen wir bald wieder ohne sie auskommen“, beklagt eine Mitarbeiterin der Dresdner Tafel. Die rund 15 Bürgerarbeiter haben im Verein Tafel e.V. bei den Ausfahrten der Lebensmittel und an den Ausgabestellen geholfen. Für diese Aufgaben muss sich der Verein ab Ende des Jahres wieder vermehrt ehrenamtliche Helfer suchen.

Auch Uta Hoffmann vom Dresdner Umweltzentrum bedauert das Ende des Bürgerarbeit-Projektes. „Ich bin sehr traurig, dass diese Maßnahme zu Ende geht. Wir hatten hier vier engagierte Kräfte, die sich gut integriert haben. Nun müssen wir uns vermehrt um Bundesfreiwilligdienstler kümmern“, so Hoffmann auf Anfrage von DNN-Online. Ungerecht findet sie dabei, dass die Bufdis noch einmal weniger verdienen als die Bürgerarbeiter. „Schon die Vergütung von 900 Euro brutto für 30 Stunden Arbeit war sehr niedrig, doch die Bundesfreiwilligendienstler erhalten bislang nur 200 Euro für 23 Stunden.“

Doch es ist für soziale und kulturelle Vereine mit begrenztem Budget gar nicht so einfach, einen Bufdi einzustellen, gibt Frank Eckhardt vom Verein Riesa Efau zu bedenken. Der Geschäftsführer des Dresdner Vereins muss bis Ende des Jahres auf insgesamt elf Bürgerarbeiter verzichten. Vier Stellen davon sind bis März ausgelaufen, die übrigen folgen bis Ende Dezember. „Wenn wir Bufdis bis zum Alter von 27 Jahren einstellen, müssen wir denen laut Satzung externe Qualifizierungsmaßnahmen und Lehrgänge anbieten, das kann sich unser Verein aber nicht leisten“, so Eckhardt.

Dramatisch für die Vereine und für die Betroffene bezeichnet Grünen-Stadtrat und sozialpolitischer Sprecher seiner Fraktion, Jens Hoffsommer, das Ende der Bürgerarbeit. „Ich finde es sehr bedauerlich, dass es bisher an einem Nachfolgeprogramm fehlt. 90 Prozent aller Bürgerarbeiter rutschen nun wieder in die Arbeitslosigkeit und den Vereinen fehlt es an dringend benötigtem Personal“, so Hoffsommer. Er sieht den Bund eindeutig in der Pflicht, sich um eine Nachfolgemaßnahme zu kümmern. „Wir setzen uns dafür ein, einzelne Stellen zu erhalten. Das geht aber aus Kostengründen nicht flächendeckend“, erklärt der Stadtrat.

Julia Vollmer

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