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69. "Mahndepot" der Künstlergruppe Kunstplan erinnert an Schicksal von Johann Stefka

69. "Mahndepot" der Künstlergruppe Kunstplan erinnert an Schicksal von Johann Stefka

Im Rahmen der Initiative "8. Mai in Dresden", mit der verschiedene Dresdner Gruppen an das Ende des Zweiten Weltkriegs erinnern wollen, haben die Künstlergruppe Kunstplan und der IG 13. Februar 1945 gestern einen weiteren Ort im Kunstprojekt "Gravuren des Krieges - Mahndepots in Dresden" markiert.

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Das mittlerweile 69. "Mahndepot" brachte Claudia Reichert an seinen Bestimmungsort an der Hellerhofstraße 35.

Quelle: Norbert Neumann

Diese in den Boden eingelassenen Edelstahlhülsen bergen exemplarische Geschichtserzählungen, die mit den markierten Orten verbunden sind. Das inzwischen 69. "Mahndepot" befindet sich an der Hellerhofstraße 35 und erinnert an das Schicksal des aus Wien stammenden Johann Stefka.

Der Friseurlehrling wurde am 23. März 1945 im Kasernengelände des Dresdner SS-Pionier-, Ausbildungs- und Ersatzbataillon 1 an der Hellerhofstraße wegen Fahnenflucht erschossen. Stefka war drei Wochen zuvor 18 Jahre alt geworden. Seine Leiche wurde noch am gleichen Tag anonym in einem Reihengrab auf dem St.-Pauli-Friedhof bestattet. Die Friedhofsgebühr von 16 Reichsmark trug die Waffen-SS. Bis wenige Tage vor der deutschen Kapitulation wurden weitere Todesurteile des Dresdner SS- und Polizeigerichts V im Kleinkaliberschießstand der SS-Pionierkaserne vollstreckt. In der Schlussphase des Krieges radikalisierten Wehrmacht und SS ihre "Rechtssprechung": Jeder Befehlshaber konnte ein so genanntes Standgericht einsetzen, die Todesstrafe verhängen und sofort vollstrecken lassen.

Seit 2001 markiert die Künstlergruppe Kunstplan Erinnerungsorte an Nationalsozialismus und Zweiten Weltkrieg im Dresdner Stadtgebiet durch "Mahndepots". Sie erinnern sowohl an Biografien von Menschen der Stadt als auch an solche von Institutionen und Gebäuden und stehen stellvertretend für die komplexe und widersprüchliche Geschichte jener Zeit von Alltag, Diktatur und Krieg. "Das Datum 8. Mai gibt uns die Möglichkeit, gemeinsam an Leid und geschichtliche Verantwortung zu erinnern. Es ist gleichzeitig eine Gelegenheit, sieben Jahrzehnte Frieden für unsere Stadt zu feiern - und damit eine zivilisatorische Leistung zu würdigen, deren Wert auch in unserer Gegenwart bewusst sein sollte", heißt es in einer Stellungnahme.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 09.05.2014

cg

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