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648 Flüchtlinge nutzen Dresdner Bibliotheken

Bilanz für 2015 648 Flüchtlinge nutzen Dresdner Bibliotheken

„Wir haben es angesichts der Flüchtlingszahlen mit einer völlig neuen Zielgruppe zu tun. Das war Ende 2014 so nicht planbar“, erklärt Prof. Dr. Arend Flemming, Direktor der Städtischen Bibliotheken Dresden. 1195 ausländische Mitbürger aus 89 Nationen seien bis dato in den Bibliotheken der Stadt angemeldet.

Auch die Bibliothek Dresden-Neustadt hat Angebote für Flüchtlinge, wie die stellvertretende Leiterin Zsofia Röhr zeigt.
 

Quelle: Dietrich Flechtner

Dresden.  „Bibliotheken sind mehr als ein Ort, an dem man ein Buch ausleiht. Sie sind ein Ort der Begegnung, der Bildung und der Verständigung“, sagt Dresdens Kulturbürgermeisterin Annekatrin Klepsch (Die Linke). Und so spielt in der Bilanz für das vergangene Jahr, die die Städtischen Bibliotheken Dresden am Freitag vorlegten, das Thema Integration dann auch eine gewichtige Rolle. „Wir haben es angesichts der Flüchtlingszahlen mit einer völlig neuen Zielgruppe zu tun. Das war Ende 2014 so nicht planbar“, erklärt Direktor Prof. Dr. Arend Flemming. 1195 ausländische Mitbürger aus 89 Nationen seien bis dato in den Bibliotheken der Stadt angemeldet. 54 Prozent davon kommen aus den Flüchtlingsströmen, 227 etwa aus Syrien, 107 aus Afghanistan und 87 aus Eritrea.

Zahlen, die Flemming stolz machen. Auch wenn er das Jahr 2015 unter das Motto „Willkommenskultur“ stellt, Integration müsse jetzt folgen. Zu Beginn hätte es auch Ärger von Nutzern einiger Stadtteilbibliotheken und Ressentiments seitens der Mitarbeiter gegeben. Das wäre nun aber passé. Vor allem durch Veranstaltungsangebote, die den Erstkontakt erleichtert hätten. Dazu trugen auch ein selbst entwickeltes Informationsblatt in 20 Sprachen und ein Aufsteller bei, der ausländische Mitbürger in vier Sprachen willkommen heißt und ihnen die Anmeldeformalitäten verständlich erklärt. Zu den Vorzeigeprojekten Vorlesepaten und Bücherboten soll sich künftig auch ein drittes gesellen. Flemming schwebt ein Projekt vor, in dem unter dem Namen „Kulturbrücke Bibliothek“ Menschen mit Migrationshintergrund zu Integrationshelfern werden. Damit noch mehr Flüchtlinge, die die Bibliotheken kostenlos nutzen können, in die Leseräume locken.

Dinge, die Geld kosten. Finanziell werden die Städtischen Bibliotheken zum Beispiel mit 45 000 Euro von der Volker Hohmann-Stiftung unterstützt. Zusätzliche Bücher und Informationsmaterial für die Integrationsarbeit wurden von der Richters Buchhandlung, dem Hueber Verlag und vom Soroptimist International Club Dresden zur Verfügung gestellt. Entsprechende Spenden werden dennoch stets benötigt. Als Fürsprecherin haben Flemming und sein Team zudem Kulturbürgermeisterin Klepsch mit im Boot, die sich in den Haushaltsverhandlungen für 2017/18 für mehr Personal und ein flächendeckendes Filialnetz stark machen möchte.

Statistisch gesehen blicken die Städtischen Bibliotheken auf ein erfolgreiches Jahr zurück. Erstmals seit längerer Zeit konnten sie mit knapp 74 000 Nutzern ein Plus von 1,1 Prozent verbuchen. Auch die Zahl der Entleihungen stieg um 0,5 Prozent leicht auf rund 5,5 Millionen. An beiden Anstiegen haben maßgeblich die Anmeldungen von Kindern Anteil. 14,4 Prozent der Dresdner ab einem Alter von sechs Jahren waren 2015 aktive Nutzer. Mehr als 5000 Veranstaltungen und Führungen fanden im vergangenen Jahr statt. Der Rückgang um 3,1 Prozent hängt vor allem mit dem Kita-Streik und der Umstellung auf das moderne RFID-System (DNN berichteten) zusammen.

Von Christin Grödel

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