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61-Jähriger nervt Nachbarn und kassiert Bewährungsstrafe

Gericht 61-Jähriger nervt Nachbarn und kassiert Bewährungsstrafe

„Ich lebe im Heute und nicht im Gestern“, erklärte der Angeklagte im Amtsgericht. Vor allem aber lebt Peter E. in seiner eigenen Welt und hat sich „seine“ Wahrheit zusammengebastelt. „Sie sind beratungsresistent und haben völlig andere Wahrnehmungen als alle anderen“, so die Richterin.

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Quelle: dpa

Dresden. „Ich lebe im Heute und nicht im Gestern“, erklärte der Angeklagte im Amtsgericht. Vor allem aber lebt Peter E. in seiner eigenen Welt und hat sich „seine“ Wahrheit zusammengebastelt. „Sie sind beratungsresistent und haben völlig andere Wahrnehmungen als alle anderen“, so die Richterin. Der 61-Jährige hat Probleme mit einigen Nachbarn und die mit ihm. Das kommt vor, aber die Sache hat sich richtig hochgeschaukelt. Da wurden ständig Polizei und Justiz bemüht. Lieblingsziel war Familie A., die beleidigt, verleumdet, bedroht wurde: „Ich schlag dich und deine Fo.. tot“. Am 9. November 2015 fuhr die Polizei vor. Grund: Peter E. hatte in einem Brief an die Polizei behauptet, die Familie plane einen Bombenanschlag auf Pegida und die Demonstration zur Reichspogromnacht. Klar, dass die Beamten der Sache nachgingen.

Auch bei einem weiteren Nachbarn rückte die Polizei an. Peter E. hatte im Revier angerufen und gesagt, der würde mit einer Axt im Keller randalieren. Die Beamten gingen von einer besonderen Gefahr aus und rasten los. Der Mann, der im Keller Holz für seinen Ofen hackte, sah sich mehreren, bewaffneten Beamten gegenüber. Ein Passant wurde vom Angeklagten auf der Straße attackiert und mit einem 1,50 Meter langen „Stöckchen“, so nannte es Peter E., in den Bauch gestoßen. „Ich dachte ich bin im falschen Film.“sagte das Opfer. Der habe seinen Müll in seiner Tonne entsorgt und diese oft angezündet, behauptete E. Zudem habe er ihn nicht gestoßen, sondern er sei ihm in den Stock gelaufen. Stimmt beides nicht.

Der Angeklagte hat seine eigene Realität, für alles eine Ausrede, fällt jedem ins Wort und schreckt selbst im Saal nicht vor Beleidigungen zurück. „Ich will nur meine Ruhe“, sagt er. Die anderen aber auch! Seine Probleme haben für ihn wohl einen globalen Umfang angenommen, da wird selbst die Politik bemüht. Vielleicht ist dies aber auch gar kein Fall für die Justiz?

Das Gericht verurteilte ihn zu einer Freiheitsstrafe von sechs Monaten, die zur Bewährung ausgesetzt wurde. Hält er nicht drei Jahre die Füße still, was ihm schwer fallen dürfte, sitzt er ein. Vielleicht gibt es aber Hoffnung. Peter E. kündigte an, den Wohnort zu wechseln - das wäre das Beste für alle, auch für ihn.

Von Monika Löffler

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