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61-Jährige wegen Drogenschmuggels verurteilt

Landgericht Dresden 61-Jährige wegen Drogenschmuggels verurteilt

Rosemarie S. stand wegen Drogenschmuggels vor dem Landgericht. Die Staatsanwaltschaft warf ihr vor, Mitglied einer Bande gewesen zu sein und als Kurierin von August 2012 bis März 2013 vier Kilogramm Crystal und zehn Kilogramm Marihuana von Tschechien über die Grenze gebracht zu haben.

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Symbolfoto

Quelle: dpa

Dresden. „Ich habe immer gedacht, hoffentlich bleibt der bei unserer Tochter, der darf sie nicht verlassen und dann habe ich gemacht, was er wollte“, sagte Rosemarie S. am Mittwoch. Das hätte sie besser bleiben lassen sollen, dann wäre ihr vieles erspart geblieben – zum Beispiel ein halbes Jahr Untersuchungshaft und ein langes Verfahren. Die 61-Jährige stand jetzt wegen Drogenschmuggels vor dem Landgericht. Die Staatsanwaltschaft warf ihr vor, Mitglied einer Bande gewesen zu sein und als Kurierin von August 2012 bis März 2013 vier Kilogramm Crystal und zehn Kilogramm Marihuana von Tschechien über die Grenze gebracht zu haben. Das ist schon eine Hausnummer.

Die Drogenfahrten waren nicht die Idee der Angeklagten, sondern die ihres Schwiegersohns. Silvio S. hatte ihre Tochter, die bei einem Autounfall schwere Hirnverletzungen erlitt und behindert ist, 2008 kennengelernt, aus den beiden wurde ein Paar. Für Rosemarie S., die Jahre zuvor selbst einen Unfall nur knapp überlebte, eine Offenbarung. Für sie war der Mann der Märchenprinz schlechthin, deshalb tat sie ihm jeden Gefallen. So märchenhaft war der Typ allerdings nicht, er hatte Kontakte zur Drogenszene und war wohl auch in dubiose Immobiliengeschäfte verwickelt.

„Ich bin schon immer nach Tschechien zum Frisör gefahren, weil das billiger ist. Er fragte dann, ob ich ihm nicht etwas mitbringen könne, das habe ich getan“, erzählte die Angeklagte. „Dass es um Drogen ging, wusste ich. Silvio hatte gesagt, dass es leichte Spaßdrogen seien.“ Was Crystal ist und wie gefährlich das Zeug ist, sei ihr nicht klar gewesen. Das klingt zwar seltsam, kann aber durchaus sein. Rosemarie S. war erst kurz vorher aus Westdeutschland nach Dresden gezogen und dort hatte man 2012, anders als in Sachsen, kein Crystalproblem.

Irgendwann dürfte ihr aber doch aufgegangen sein, was sie da über die Grenze brachte. Trotzdem fuhr sie im Auftrag von Silvio S. weiter nach Petrovice, holte das Zeug ab und übergab es ihm, bis die Handschellen klickten. Im Zuge der Ermittlungen gegen die anderen Bandenmitglieder, die schon verurteilt sind, war auch sie ins Visier der Ermittler geraten. Die 61-Jährige, die sich nie etwas zu Schulden hatte kommen lassen, kam in U-Haft, erlitt einen Zusammenbruch und wurde nach sechs Monaten entlassen. Da Haftfälle den Vorrang haben, musste sie fast drei Jahre auf ihre Verhandlung warten. Es ist kein gutes Gefühl, so lange nicht zu wissen, was mit einem passiert – aber gerade die lange Wartezeit wurde für sie zum Glücksfall. Am Mittwoch wurde Rosemarie S. zu einer Freiheitsstrafe von zwei Jahren und sechs Monaten verurteilt. Ein halbes Jahr hat sie in U-Haft gesessen und neun Monate der Strafe gelten wegen der langen Verfahrensdauer als verbüßt. Wäre sie zeitnah verurteilt worden, wäre die Strafe ganz anders ausgefallen.

Von Monika Löffler

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