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61-Jährige in Dresden wegen Drogenschmuggel vor Gericht

14 Kilo Rauschgift 61-Jährige in Dresden wegen Drogenschmuggel vor Gericht

Rosemarie S. ist eine sehr schlanke, gepflegte und schick gekleidete Frau. Die 61-Jährige war Erzieherin, ist nach einem schweren Verkehrsunfall 1984 schwerbehindert , hat viele Operationen über sich ergehen lassen müssen und noch immer gesundheitliche Probleme Dieser Frau würde niemand etwas Böses zutrauen – aber der Schein trügt.

Laut Anklage war die Angeklagte Mitglied einer Bande, die arbeitsteilig die Drogen in Tschechien kauften, nach Sachsen brachten und hier weiterverkauften – die 61-Jährige war die Kurierin

Quelle: dpa

Dresdenin . Rosemarie S. ist eine sehr schlanke, gepflegte und schick gekleidete Frau. Die 61-Jährige war Erzieherin, ist nach einem schweren Verkehrsunfall 1984 schwerbehindert , hat viele Operationen über sich ergehen lassen müssen und noch immer gesundheitliche Probleme Dieser Frau würde niemand etwas Böses zutrauen – aber der Schein trügt. Rosemarie S. ist offenbar nicht so unschuldig, wie sie aussieht. Wegen Drogenschmuggels muss sie sich derzeit vor dem Landgericht verantworten. Sie soll zwischen 2012 und 2013 vier Kilogramm Crystal und zehn Kilo Marihuana über die Grenze gebracht haben.

Laut Anklage war sie Mitglied einer Bande, die arbeitsteilig die Drogen in Tschechien kauften, nach Sachsen brachten und hier weiterverkauften – die 61-Jährige war die Kurierin. Organisiert wurde alles von Ayan I., der selbst im Gefängnis noch die Fäden zog. Mit von der Partie war auch Silvio S., der Verlobte ihrer Tochter, Auf seine Anweisungen, die er von I. aus dem Knast bekam, fuhr die Angeklagte mit dem Auto nach Petrovice, übernahm den Stoff und übergab ihn andere Bandenmitglieder, die die Drogen dann verkauften. Einen Teil bekam Ayan I. im Gefängnis. Dort sitzen derzeit auch andere Mitglieder der Gang, die bereits verurteilt wurden. Ihr Schwiegersohn in spe hatte sechs Jahre und zehn Monate kassiert

Als die Polizei damals Ermittlungen gegen die Drogendealer aufnahm, geriet auch Rosemarie S. ins Visier. „Wir überwachten zunächst ihr Telefon und werteten die Daten aus“, erzählte eine Beamtin des Zollfahndungsamtes. „Sie hatte vor und nach den Taten Kontakt zu den anderen Mitgliedern der Truppe.“ Später wurde auch das Auto und das Haus der Angeklagten überwacht. Am 19. März 2013 griffen die Beamten nach einer erneuten Fahrt der 61-Jährigen nach Petrovice zu. In ihrem Auto wurde ein Kilo Crystal gefunden. Rosemarie S. verbrachte sechs Monate in U-Haft, dann wurde der Haftbefehl aufgehoben, da keine Fluchtgefahr bestand.

Die Angeklagte hatte bis dahin ein makelloses Leben geführt und sich nie etwas zu Schulden kommen lassen. Es können auch keine finanziellen Probleme gewesen sein, die sie zu den Schmuggelfahrten zwangen. Sie und ihr Mann haben ein gutes Auskommen. Vielleicht liegt es an Silvio S., dem Verlobten ihrer Tochter, die nach einem schweren Unfall ebenfalls schwerbehindert ist. Wollte sich die Angeklagte erkenntlich zeigen, weil er bei der Tochter blieb?. Die 61-Jährige scheint durch ihn auch noch in dubiose Immobiliengeschäfte verwickelt zu sein. Der Prozess wird fortgesetzt. Rosemarie S. hat ein Geständnis angekündigt.

Von Monika Löffler

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