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50 Flüchtlinge pro Tag in ambulanter Praxis an der Dresdner Uniklinik

50 Flüchtlinge pro Tag in ambulanter Praxis an der Dresdner Uniklinik

Bereits mehr als 100 Asylsuchende haben in den ersten zwei Tagen in der Praxis zur ambulanten ärztlichen Versorgung Hilfe bei Medizinern gesucht.

Nach Angaben von Dr. Stephanie Taché mussten die Flüchtlinge vor allem wegen Erkältungen, Gelenkschmerzen, die von Kriegsverletzungen oder den langen Märschen herrühren, und chronischen Erkrankungen wie Typ 1 Diabetes behandelt werden. 

Am Montag startete das Angebot in den Räumen der ärztlichen Bereitschaftspraxis im Haus 28 des Uniklinikums. Von Montag bis Freitag zwischen 9 und 17 Uhr werden hier Erkrankte aus den Dresdner Erstaufnahmestellen und Flüchtlingsheimen untersucht. Das Deutsche Rote Kreuz sichert den Transport. Insgesamt drei Ärzte und ein Dolmetscher für jede Sprache sind gleichzeitig im Dienst. Eine Sozialarbeiterin soll folgen. Die Praxis verfügt über vier Behandlungs- und ein Chirurgiezimmer sowie einen Röntgenapparat. Auch eine psychologische Sprechstunde für traumatisierte Flüchtlinge wird angeboten. „Wir wollen so viel wie möglich hier behandeln“, so Dr. Taché.

Gespräche, wo und wie Asylsuchende angemessen und effizient medizinisch betreut werden können, habe es schon Anfang des Jahres gegeben. „Dann haben uns die Ereignisse überholt“, beschreibt es Michael Rabe, Geschäftsführer der Kassenärztlichen Vereinigung Sachsen. Spätestens nach Errichtung des Zeltlagers an der Bremer Straße war klar: Es werden weitere Möglichkeiten gebraucht. Engagierte Ärzte hatten schließlich die Idee zu der Praxis. Eine entsprechende Verwaltungsvereinbarung unterzeichneten die Landesdirektion Sachsen, die Kassenärztliche Vereinigung und die Landeshauptstadt Ende August.

„Wir haben eine Lösung gefunden, die seinesgleichen sucht und vielleicht auch beispielgebend für andere Bundesländer ist“, sagte Gesundheitsministerin Barbara Klepsch (CDU), die sich am Dienstag selbst ein Bild machte. Bis zum Jahresende soll der Probebetrieb laufen, dann will man schauen, wo es Verbesserungsbedarf gibt. Wie viele Dolmetscher sind nötig? Wie kann man das Anmeldeverfahren vereinfachen? Mit diesen und weiteren Fragen wird sich eine Arbeitsgruppe beschäftigten. Gebündelt sollen Leitlinien entstehen, die als Standards auch auf Leipzig oder Chemnitz übertragbar seien, erklärte die Dresdner Sozialamtsleiterin Susanne Cordts.

Christin Grödel

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Zahnbürsten, Duschgel und Unterwäsche – was für die meisten Menschen selbstverständliche Alltaggegenstände sind, benötigen die Flüchtlinge dringend. Das Netzwerk Dresden für Alle hat am Dienstag rund 1000 sogenannte „BlueBags“ an das Deutsche Rote Kreuz (DRK).

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