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50 Ehrenamtliche sitzen in Dresden am Telefon bei Problemen von Kindern, Jugendlichen und Eltern

Zuhörer, Ratgeber, Vermittler 50 Ehrenamtliche sitzen in Dresden am Telefon bei Problemen von Kindern, Jugendlichen und Eltern

Liebeskummer, Probleme in der Schule, Mobbing: Wenn der Druck bei Kindern und Jugendlichen zu groß wird, ist ein Ventil gefragt. Als solches möchte das Kinder- und Jugendtelefon des Deutschen Kinderschutzbundes Ortsverband Dresden e.V. fungieren. 50 Ehrenamtliche sind Zuhörer, Ratgeber, Vermittler. Kostenlos und anonym.

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Projektleiterin Beate Garbs (Mitte) organisiert mit ihren Mitarbeitern Linda Kawelke und Marcel Schrinner die Dienste am Kinder- und Jugendtelefon sowie am Elterntelefon.

Quelle: Dietrich Flechtner

Dresden. Liebeskummer, Probleme in der Schule, Mobbing: Wenn der Druck bei Kindern und Jugendlichen zu groß wird, ist ein Ventil gefragt. Als solches möchte das Kinder- und Jugendtelefon des Deutschen Kinderschutzbundes Ortsverband Dresden e.V. in Zusammenarbeit mit Nummer gegen Kummer e.V. fungieren. 50 Ehrenamtliche sind Zuhörer, Ratgeber, Vermittler. Kostenlos und anonym.

4607 Mal klingelte das Telefon im vergangenen Jahr, 1310 intensive Gespräche haben sich daraus entwickelt – über Liebe in jeglicher Couleur, Sexualität, Schulprobleme, aber auch über Missbrauch oder Gewalterfahrungen. Während es vor einigen Jahren noch überwiegend Mädchen waren, die die „Nummer gegen Kummer“ gewählt haben, haben sich die Geschlechter inzwischen angenähert. Meistens sind die Anrufer zwischen 13 und 16 Jahre alt – mitten in der Pubertät also. „Insgesamt sind die Anrufe ein wenig zurückgegangen, dafür haben sich die Gespräche aber intensiviert. 30 bis 40 Minuten können sie schon dauern“, sagt Beate Garbs. Den Begriff Gespräch verwendet die Projektleiterin lieber als das Wort Beratung. „Es ist ein Angebot, um Ballast loszuwerden. Entlastung steht an erster Stelle“, so Garbs.

Auch für Fragen und Probleme von Eltern sitzen Ehrenamtliche am Telefon. Doch während Kinder und Jugendliche spontan zum Hörer greifen, rufen Eltern gezielter zu vielschichtigen Anliegen an. 734 Anrufer nutzten 2015 das Elterntelefon, 325 von ihnen mit intensivem Redebedarf. Die Erziehung der Kinder, Überforderung, Scheidung oder auch rechtliche Themen wie Umgangsrecht stehen vor allem auf der Agenda.

Probleme, mit denen man als Zuhörer umgehen muss. Nicht jeder ist für den Dienst am Telefon geeignet. „Empathie ist wichtig, Zuhören können natürlich auch und man sollte bereit sein, sich auf den Anrufer einzulassen. Wir suchen stabile ehrenamtliche Mitarbeiter, die mit beiden Beinen im Leben stehen und auch etwas aushalten können“, erklärt Projektmitarbeiter Marcel Schrinner. Am Kinder- und Jugendtelefon sei auch das Interesse an dieser Generation Voraussetzung. „Die haben nicht immer den feinsten Ton. Dann muss klar sein: Die meinen nicht mich persönlich“, sagt Garbs. Ein Sozialpädagogikstudium allerdings ist keine Voraussetzung. „Wir motivieren, sich weiterführende Hilfe zu holen, suchen Adressen von Beratungsstellen und Experten raus“, erklärt Projektmitarbeiterin Linda Kawelke.

Im Oktober wird eine neue Ausbildung für Ehrenamtliche beginnen. Eine Informationsveranstaltung am 30. August von 18 bis 19.30 Uhr gibt in den Räumen des Ortsverbands Dresden, Pfotenhauerstraße 45, erste Einblicke in das Aufgabenfeld. Vier Monate werden die angehenden Berater geschult, an zehn Abendterminen, immer montags, lernen sie gute Telefonate zu führen, sich auf den anderen einzulassen, spontan zu reagieren. „Man nimmt schließlich den Hörer ab und weiß nicht, was kommt. Das ist eine Herausforderung“, sagt die Projektleiterin.

Zwei Dienste im Monat sind dann die Regel, zwei Stunden jeweils am Elterntelefon, drei am Kinder- und Jugendtelefon. Auch Weiterbildungen, zum Beispiel für rechtliche Belange, und intensive Nachgespräche gehören zum „Job“ eines Telefonberaters. Allein sitzen sie während eines Dienstes in einem kleinen Raum, ist die Leitung in Dresden belegt, wird der Anrufer an einen der 82 Standorte in ganz Deutschland weitergeleitet
– um auch ganz sicher ein Ventil zu finden.

Elterntelefon: 0800/111 05 50, Montag bis Freitag zwischen 9 und 11 Uhr sowie Dienstag und Donnerstag von 17 bis 19 Uhr
Kinder- und Jugendtelefon: 11 61 11, Montag bis Sonnabend zwischen 14 und 20 Uhr
Kontakt zum Standort in Dresden: Tel.: 456 93 32, E-Mail: elterntelefon@kinderschutzbund-dresden.de, Internet: www.dksb-dresden.de

www.nummergegenkummer.de

Von Christin Grödel

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