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5-Euro-Münze „Planet Erde“: Dresdner gehen leer aus

numismatische Provinz 5-Euro-Münze „Planet Erde“: Dresdner gehen leer aus

Sie hat die schon hochgesteckten Erwartungen noch übertroffen, die Nachfrage nach ihr ist riesig und hält weiter an. Mit der Herausgabe der 5-Euro-Sondermünze „Planet Erde“ ist dem Bundesfinanzministerium ein ganz großer Wurf gelungen. Doch Dresdner Münzsammler gucken in die Röhre.

Münzhändler Jürgen Hemmerling ist’s zufrieden. Er kann die Wünsche seiner Kunden nach der begehrten Sondermünze „Planet Erde“ erfüllen.
 

Quelle: Peter Weckbrodt

Dresden.  Sie hat die schon hochgesteckten Erwartungen noch übertroffen, die Nachfrage nach ihr ist riesig und hält weiter an. Mit der Herausgabe der 5-Euro-Sondermünze „Planet Erde“ ist dem Bundesfinanzministerium augenscheinlich ein ganz großer Wurf gelungen. Seit dem Beginn ihrer Ausgabe am 14. April hat das Interesse für die in einer völlig neuen Technologie hergestellten Münze ganz Deutschland erfasst.

„Ich biete die Münze in beiden Ausführungen, also in Stempelglanz und in Spiegelglanz, auch „polierte Platte“ genannt, meinen Kunden an. Jeder Zweite von ihnen fragt gezielt nach der ,Planet Erde’, und das Interesse an ihr ist ungebrochen“, beschreibt Münzhändler Jürgen Hemmerling, Inhaber von Notaphilie Dresden, die Situation aus seiner Sicht. Seine Bestellung beim eigenen Großhändler sei bislang zur Hälfte realisiert worden. Damit könne er den Wünschen der Kunden gerecht werden.

Ganz andere Erfahrungen haben Kunden der Ostsächsischen Sparkasse gesammelt. Sie verließen tief enttäuscht die 50 Dresdner Filialen von Ostdeutschlands größter Sparkasse. Hier war nicht eine einzige der begehrten Sondermünzen zu erhalten, weil sie die Sparkasse schlicht und einfach gar nicht erst bestellt hatte. Bei einer Auflage von zwei Millionen Stück und einer Riesennachfrage habe er für seine 100 Filialen keine den Aufwand rechtfertigende Zuteilung erwarten, begründet Sprecher Andreas Rieger die Entscheidung der Sparkasse, gar keine Sondermünze „Planet Erde“ zu bestellen.

Dies stieß bei vielen Dresdnern auf wenig Verständnis. „Könnten Sie in diesem Zusammenhang bitte mal einen Beitrag bringen, in welchem Dorf wir hier leben?“, macht beispielsweise Barbara Bechter gegenüber DNN ihrem Unmut Luft. „Vor allem verwundert mich wirklich, dass in einer Stadt mit 500 000 Einwohnern wie Dresden keine Bank solche Münzen übernimmt und in meiner Heimatstadt in Rheinland-Pfalz mit 40 000 Einwohnern diese Münze bei jeder Bank zu haben ist.“

Tatsächlich konnten auch die Kunden der Meißner Sparkasse bei etwas Glück mit der begehrten 5-Euro-Münze in der Hand ihre Filiale verlassen.

Malte Vieth, Pressesprecher der Deutschen Bundesbank, bestätigte inzwischen DNN, dass alle deutschen Geldinstitute die „Planet Erde“ bestellen konnten. „Alle Dresdner Banken, die die Münze bei uns bestellt hatten, sind auch beliefert worden, wenn auch nicht unbedingt mit der gewünschten Menge.“

Von Ingeburg Grüning vom Bundesfinanzministerium kommt folgende ergänzende Information: „Die erfreulich starke Nachfrage nach der 5-Euro-Sammlermünze „Planet Erde“, die deutlich über den Erwartungen liegt, hat eine Kontingentierung der Gesamtauflage notwendig gemacht. Bei der Zuteilung von limitierten Sammlerprodukten versucht das Bundesministerium für Finanzen, den Interessen aller Kundengruppen gleichermaßen gerecht zu werden. Ist dies nicht vollständig möglich, werden die Interessen privater Sammler stärker berücksichtigt. Vor diesem Hintergrund hat das Bundesministerium für Finanzen entschieden, zwei Drittel der Auflage Privatkunden zur Verfügung zu stellen und ein Drittel dem Münzhandel. Konkrete Regelungen bezüglich der Abgabemengen an die jeweiligen Bezieher wurden auf dieser Basis von der Deutschen Bundesbank in eigener Zuständigkeit geregelt.“

Inzwischen ist die deutsche 5-Euro-Sondermünze „Planet Erde“ weltweit auf großes Interesse gestoßen. Besonders begehrt soll sie in den USA sein. Hier gilt die Münze sicher weniger den numismatischen Perspektiven als vielmehr der als fälschungssicher geltenden Münzprägetechnologie, die erstmals angewandt wurde.

Zwei Besonderheiten machen die Münze nämlich so einzigartig: Es ist die weltweit erste Münze mit einem Polymerring aus transparentem Kunststoff. Je nach Prägestelle wird der Ring in unterschiedlichen Blautönen eingefärbt. Dem fertigen Produkt gingen etwa sechsjährige kostenintensive Forschungs- und Entwicklungsarbeiten voraus.

Der Kunststoff muss hohen Anforderungen genügen: Er muss Hitze und Kälte widerstehen, unempfindlich gegenüber Wasser, Chemikalien und UV-Strahlung sein, starke mechanische Belastungen aushalten und dennoch prägbar sein. Die Bi-Metall-Ronden werden von allen fünf deutschen Prägestätten geprägt.

Unter Sammlern und Numismatikern hält sich inzwischen hartnäckig das Gerücht, dass dem „Planet Erde“ schon 2017 der „Planet Mars“ mit rot eingefärbtem Polymerring folgen wird. Gut beraten ist, wer sich über Sammler rechtzeitig vom Erscheinen des Planet-Erde-Nachfolgers informieren lässt und dann seine Bestellung direkt an die Versandstelle für Sammlermünzen (VS) in Weiden aufgibt.

Ob sich auch die Ostsächsische Sparkasse Dresden dann zu einem kundenfreundlichen Umgang mit den begehrten Sondermünzen durchringt, ließ Rieger offen. Das sei vorrangig von der Auflagenhöhe und der zu erwartenden Zuteilungsrate für seine Sparkasse abhängig.

Von Peter Weckbrodt

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