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450 Kinder in Dresden am Magen-Darm-Virus erkrankt

450 Kinder in Dresden am Magen-Darm-Virus erkrankt

Mathias Gläsel, Leiter der 30. Grundschule an der Hechtstraße, hat sich gestern wegen einer Magen-Darm-Erkrankung krank melden müssen. Außer ihm seien 39 Kinder aus ähnlichen Gründen nicht in der Schule erschienen, berichtet seine Stellvertreterin Sylvia Zimmer.

Von Katrin Richter

"Fünf Kinder haben wir heute nach Hause geschickt, weil sie über Übelkeit, Erbrechen und Durchfall geklagt haben." Eine erste Welle habe die Schule bereits am 21. September verzeichnet. Damals seien 24 Kinder krank gemeldet worden, so Zimmer. Einige besorgte Eltern baten gestern darum, dass ihre Kinder bitte nicht mit in der Schule zu Mittag essen sollten.

Vermutet wird, dass es sich auch in Dresden um Noroviren handelt, die über das Schul-essen des Anbieters Sodexo verbreitet wurden. Er ist deutscher Marktführer und beliefert auch einen Großteil der Dresdner Schulen.

Das Cateringunternehmen weist den Vorwurf zurück, verunreinigtes oder verdorbenes Essen könnte die Krankheitsfälle hervorgerufen haben. "Sodexo hat umgehend Untersuchungen von Lieferscheinen, Temperaturkontrollen und Speiseplänen vorgenommen", heißt es auf der Internetseite der Firma. Den Ämtern würden alle Unterlagen lückenlos zur Verfügung gestellt. Die Hygienemaßnahmen seien verstärkt worden.

"Bislang gibt es keinen Nachweis, dass die Ursache in Lebensmitteln liegt", teilt auch Stadtsprecherin Anke Hoffmann auf DNN-Nachfrage mit. Das Gesundheitsamt ordnete am Freitag keine Schulschließungen an. Erkrankte Kinder sollten daheim gelassen werden. In den betroffenen Schulen würden Reinigungsfirmen am Wochenende vor allem Toiletten, Handläufe und Klinken mit Desinfektionsmitteln säubern, so Hoffmann weiter. Gesundheits- und Lebensmittelüberwachungsamt ermitteln momentan zur genauen Ursache. Aktuell gehe es darum, Erkrankte zu erfassen, möglichst Stuhlproben zu erhalten und betroffene Schulen zu beraten.

Noroviren gelten als sehr leicht übertragbar. Sie gehören zu den weltweit häufigsten Erregern für plötzlich auftretenden Brechdurchfall. Die Erreger werden über den Stuhl des Menschen oder über Erbrochenes ausgeschieden. Die Inkubationszeit beträgt zehn bis 50 Stunden, die Erkrankungsdauer nur ein bis zwei Tage. "Für Kindertagesstätten besteht für Erkrankte ein Besuchsverbot bis 48 Stunden nach Abklingen der Symptome", so Hoffmann. Für Schulen gebe es kein Besuchsverbot. Die Hygieneregeln sollten aber eingehalten werden.

Auch Falk Barthel, Leiter des Pestalozzi-Gymnasiums in Pieschen, registrierte gestern 35 Krankmeldungen, von denen allerdings längst nicht alle auf einen Magen-Darm-Virus zurückzuführen seien. Barthel verweist darauf, dass das Gesundheitsamt häufig unangemeldet kontrolliere, die Essenausgabe und auch die Kantine peinlich genau unter die Lupe nehme. "Die Mitarbeiter schauen sogar, ob die Teller im Schrank noch Fettspuren aufweisen und wie die Schürze der Kantinenfrau aussieht", sagt Barthel. Für weitaus gefährlicher hält es der Schulleiter, wenn Kinder selbst gebackenen Kuchen auf dem Kuchenbasar anbieten.

Umfrage

39 Schüler und Mathias Gläsel, der Leiter der 30. Grundschule an der Hechtstraße, haben sich gestern wegen Erbrechen und Durchfall krank gemeldet. Die DNN fragten Eltern, wie sie auf die Nachricht vom Ausbruch des Norovirus an der Schule reagierten.

450 Kinder und Jugendliche sind von der aktuellen Welle an Magen-Darm-Erkrankungen betroffen. Das teilte die Stadtverwaltung am Freitagnachmittag auf Anfrage mit. Zu den insgesamt 16 Schulen gehören nach DNN-Informationen die 30. Grundschule an der Hechtstraße und die 108. Grundschule an der Hepkestraße. Außerdem meldeten vier Kitas im Stadtgebiet Fälle von akutem Erbrechen und Durchfallerkrankungen. Das Gesundheitsamt ordnete aber keine Schulschließungen an, sondern beschränkte sich darauf, in den betroffenen Schulen WCs, Handläufe und Klinken desinfizieren zu lassen und den Eltern Verhaltensregeln zu geben.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 29.09.2012

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