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440 neue Handwerksmeister in Dresden geehrt

440 neue Handwerksmeister in Dresden geehrt

Zumindest für ein paar Stunden konnte man am Sonnabend im Dresdner Kulturpalast dem Eindruck erliegen, so etwas wie den oft beschworenen Fachkräftemangel gebe es gar nicht.

Dresden . Dresden (DNN). Zumindest für ein paar Stunden konnte man am Sonnabend im Dresdner Kulturpalast dem Eindruck erliegen, so etwas wie den oft beschworenen Fachkräftemangel gebe es gar nicht.

In rote Absolventenschals gehüllt, hatte sich die geballte Kompetenz des aktuellen Meisterjahrgangs im ostsächsischen Handwerk auf der Bühne versammelt. 440 Nachwuchsführungskräfte verschiedenster Gewerke nahmen bei der Meisterfeier der Handwerkskammer (HWK) Dresden in Gegenwart von 2500 geladenen Gästen ihre Meisterbriefe entgegen - so viele wie seit vier Jahren nicht mehr. Besonders erfreulich: auch 50 Frauen waren unter den Absolventen. Überdies schlossen elf Meisterschüler ihr Studium mit herausragenden Ergebnissen ab und wurden besonders geehrt.

Das sächsische Handwerk also im Aufwind? Im Kulturpalast schwankte die Stimmung zwischen Optimismus und Nachdenklichkeit. "Die Zukunft gehört Ihnen, Ihr hart erarbeitetes Wissen und jugendlicher Mut sind nun gefragt", wandte sich HWK-Präsident Claus Dittrich in seiner Festrede an die frisch gebackenen Meister. Gleichzeitig warb er für eine umfänglichere Würdigung des Handwerks als ältestem Wirtschaftszweig durch Politik und Medien.

Die Abschaffung des Meisterzwangs in über 50 Handwerksberufen im Jahr 2004 kritisierte Dittrich als "Schlag ins Gesicht des Handwerks". Nicht der Staat schaffe Arbeitsplätze, sondern in der Hauptsache der selbstständige Unternehmer, betonte Dittrich und forderte: "keine weiteren Experimente beim Meisterbrief", geprüfte Meisterqualität sei der beste Verbraucherschutz.

An die anwesenden Bundestagsabgeordneten gerichtet, monierte Dittrich zunehmende Schwernisse wie steigende Energie- und Rohstoffpreise sowie ein ungerechtes, kompliziertes Steuersystem und forderte die Politik auf, sich für das Handwerk mit dem gleichen Mut einzusetzen, wie zur Rettung diverser Finanzhäuser während der Krise.

Im Anschluss würdigte Staatskanzlei-Chef Johannes Beermann (CDU) das sächsische Handwerk als Vorreiter im landesweiten Vergleich. 14,2 Betriebe kämen mittlerweile auf 1000 Einwohner und stellten 420 000 Arbeitsplätze.

Das war nicht immer so, wie HWK-Chef Claus Dittrich betonte. Noch vor wenigen Jahren litt die Branche unter mangelndem Zuspruch. Eine Image-Kampagne verhalf wieder zu mehr Attraktivität. Anreize schafften insbesondere das Meister-Bafög, grenzüberschreitende Praktika sowie das Meisterdarlehen - ein zinsloser Kredit von bis zu 100 000 Euro, der den Weg in die Selbstständigkeit erleichtern soll.

Dennoch: Wer den Meistertitel in der Tasche hat, bevorzugt nach wie vor den sicheren Weg der Festanstellung - lediglich drei Darlehen vergab Staatsminister Beermann am Sonnabend an Existenzgründer. Der positiven Grundstimmung im sächsischen Handwerk kann das jedoch keinen Abbruch tun.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 14.11.2011

Jane Jannke

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