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37 Millionen Euro für Wissenschaftspark Dresden-Ost: Kleingärten müssen weg, neue Straßenverbindungen zwischen Gruna und Reick

37 Millionen Euro für Wissenschaftspark Dresden-Ost: Kleingärten müssen weg, neue Straßenverbindungen zwischen Gruna und Reick

Wirtschaftsbürgermeister Dirk Hilbert (FDP) und Baubürgermeister Jörn Marx (CDU) wollen den Fraunhofer-Forschungscampus an der Winterbergstraße über die Bahngleise bis zur Reicker Straße zu einem "Wissenschaftsstandort Ost" ausdehnen.

Das Ausbauareal soll 45 Hektar zwischen Bahndamm, Reicker Straße, Rayski- und Lohrmannstraße für neue Labore und Büros sowie Firmenausgründungen der Institute bereit stellen. Geplant sind neue Straßen, die die Verkehrsführung im Dresdner Südosten spürbar ändern dürften. Außerdem soll die Kleingartensparte "Winterbergplatz" verlegt werden, um einen zusammenhängenden Campus zwischen Bodenbacher und Reicker Straße zu schaffen. Einen entsprechender Rahmenplan hat nun den Marsch durch die politischen Gremien angetreten.

Die Stadtverwaltung spekuliert auf 3000 bis 4000 neue Arbeitsplätze, die durch Hightech-Ansiedlungen im neuen Wissenschaftspark mit den Schwerpunkten "Neue Materialien, Energietechnologie und Nano-Technologie" entstehen könnten - "bei vorsichtiger Schätzung", wie es in der Vorlage heißt. Angestoßen hatte den Erweiterungsplan aber vor allem die erfolgreiche Entwicklung der Fraunhofer-Institute, die sich in Gruna und Strehlen mit Keramik, neuen Werkstoffen und Plasmatechnik beschäftigen und sich mehr und mehr auf moderne Energietechnologien konzentrieren. In diesem Zuge wird der Forschungscampus derzeit bereits gen Bodenbacher Straße erweitert. Allein in der vergangenen zehn Jahren hat sich die Beschäftigtenzahl in den Instituten auf über 1000 verdoppelt.

Da Staat und Wirtschaft derzeit ganz besonders an neuen Akkus, Brennstoffzellen und Nanomaterialien interessiert ist, auf die sich die Dresdner Fraunhofer-Forscher so erfolgreich gestürzt haben, winken stetig neue Aufträge und Förderprogramme - doch Platz für Kapazitätserweiterungen ist nördlich der Bahntrasse kaum noch übrig. Daher will die Stadtverwaltung die neuen Flächen südlich der Gleise erschließen, wo ein ganzes Plattenbauviertel in den vergangenen Jahren abgerissen wurde. Die Kosten für die Rathauskasse schätzen die Stadtentwickler auf 37,4 Millionen Euro binnen zehn Jahren, da unter anderem ein Durchbruch am Bahndamm, neue Straßen und Grundstückskäufe (Autohausgelände an der Liebstädter Straße, Wohnbau-Abrissflächen am Bergander-Ring) erforderlich sind.

Diese kommunale Vorleistung sei sinnvoll, argumentieren die Ämter, da "gerade im Themenfeld ,Neue Materialien und Nanotechnologien' aufgrund der enormen Dynamik jeder Zeitverlust einen gravierenden Wettbewerbsnachteil darstellt". Sprich: Aufträge und Fördergelder von Industrie und Bund winken oft sehr kurzfristig und dann muss man sofort anbauen können, um eine Chance auf einen Zuschlag zu haben.

Allerdings birgt der Rahmenplan auch Konfliktpotenzial. So wollen die Stadtplaner die Kleingartensparte "Winterbergplatz" von der Ecke Winterberg- und Liebstädter Straße in das Karree zwischen Reicker Straße, Rayskistraße und Bahndamm verlagern - das dürfte für Streit sorgen.

Zudem ist vorgesehen, die noch tot endende Liebstädter Straße durch den Bahndamm zur Reicker Straße zu verlängern und die Tiergartenstraße - derzeit ebenfalls eine Sackgasse - zur Lohrmannstraße weiterzuführen. Südlich der Gleise sind neue Erschließungsstraßen bis zur Lohrmannstraße vorgesehen. Dies würde die Gasanstaltstraße entlasten, aber die "Liebstädter" und den östlichen Teil der Tiergartenstraße zu Durchgangsstraßen machen - was die Anwohner wohl nicht freuen wird. Nicht zuletzt behalten sich die Planer die Option vor, den Wissenschaftspark Ost später durch eine neue Trasse an die Bundesstraße 172 anzubinden, was zu ganz neuen Wegebeziehungen und Verkehrsströmen zwischen Striesen, Gruna, Prohlis und Autobahn 17 führen würde.

Im Wissenschaftspark selbst sollen Grün- und Sportanlagen sowie Kitas und Schulen beibehalten oder ausgebaut werden. Zulässig wären laut Plan am Straßenrand vier- bis fünfgeschossige Neubauten. Hallen oder andere Wissenschaftsgebäude mit abweichender Kubatur sollen im Innern der Blocks versteckt werden.

Am Montag berät der Ortsbeirat Prohlis öffentlich über den Rahmenplan. Das letzte Wort hat der Stadtentwicklungs-Ausschuss. Das Gremium soll den Ämtern dann auch sofort ein Mandat erteilen, die dringlichsten Schritte zu gehen: vor allem die Verhandlungen mit den Kleingärtnern, mit den Grundstückseigentümern und die Vorbereitungen für die Straße unterm Bahndamm.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 14.02.2013

Heiko Weckbrodt

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