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35 Liter Blut für neues Leben

„Ich möchte etwas zurückgeben“ 35 Liter Blut für neues Leben

35 Liter Blut – so viel hat Uwe Sonntag in den letzten knapp 40 Jahren beim Deutschen Roten Kreuz gespendet. Seit vier Jahren ist er zudem ehrenamtlicher Helfer des DRK in verschiedenen Bereichen. Am Dienstag wird er als anlässlich des Weltblutspendetages in Berlin ausgezeichnet.

Uwe Sonntag ist bescheiden. Er sieht seine Tätigkeit beim DRK und das Blutspenden als selbstverständlich.
 

Quelle: Anja Schneider

Dresden.  35 Liter Blut – so viel hat Uwe Sonntag in den letzten knapp 40 Jahren beim Deutschen Roten Kreuz (DRK) gespendet. Seit vier Jahren ist der zudem ehrenamtlicher Helfer des DRK in verschiedenen Bereichen. Am Dienstag wird er als einziger nominierter aus der Landeshauptstadt anlässlich des Weltblutspendetages in Berlin ausgezeichnet. Bereits zum 13. Mal lädt das DRK 65 Blutspender und Helfer aus ganz Deutschland ein, um sie im feierlichen Rahmen zu ehren.

Für Uwe Sonntag kam die Einladung nach Berlin eher unerwartet. „Wahrscheinlich hat mich jemand vom örtlichen Verband vorgeschlagen“, so Sonntag. Der 57-Jährige wirkt bescheiden. Er sieht seine Tätigkeiten als selbstverständlich an, ist dankbar, Helfen zu können. „Ich habe so viel Glück im Leben gehabt, davon möchte ich etwas zurückgeben“, erklärt der gebürtige Chemnitzer. 1977 kam er während seiner Ausbildung im brandenburgischen Premnitz das erste mal mit dem DRK in Berührung und spendete Blut. Kurz darauf zog es Sonntag zum Studieren nach Dresden. Seit dem spendet regelmäßig – sechs mal pro Jahr. „Es gibt viele Unfälle und schwierige Operationen. Frisches Blut wird immer gebraucht“, so der 57-Jährige. Zunächst hatte das Blutspenden für Sonntag auch pragmatische Gründe. „Der Betrieb gab uns immer den halben Freitag frei, wenn wir Blut gespendet haben. Dann konnte ich schon eher zu meiner Frau nach Karl-Marx-Stadt fahren“, erzählt Sonntag. Beide sind noch verheiratet und haben zwei Söhne sowie ein Enkelkind.

Vor einiger Zeit entschied sich der Informatiker für ein Altersteilszeitmodell bei seinem Arbeitgeber T-Systems, um schrittweise aus dem Arbeitsleben auszuscheiden. „Die dadurch gewonnene Freizeit wollte ich unbedingt sinnvoll nutzen“, erklärt er. „Deshalb habe ich beim Blutspenden einfach mal eine Helferin angesprochen.“ Kurze Zeit später wurde Sonntag selbst zum Helfer. Seit dem hilft er etwa drei bis vier Mal im Monat im Stadtgebiet aus. In Mobschatz organisiert er sogar seit einiger Zeit einmal je Quartal eigenständig die Blutspende. Lebensmittel einkaufen, Helfer und Personal organisieren und vieles mehr gehört laut Sonntag dazu.

Vor zwei Jahren entschied sich der Informatiker, noch weitere Aufgabe im DRK wahrzunehmen. Er absolvierte eine Ausbildung zum Rettungssanitäter und ist seitdem Mitglied in der sogenannten „Bereitschaft“ des DRK. „Wir helfen bei allen mögliche Sachen, wie Fluten, der Flüchtlingskrise oder sichern große Veranstaltungen ab“, so der 57-Jährige. Alles erledigt er ehrenamtlich. Der bescheidene Informatiker wirbt auch nicht offensiv um Blutspenden bei Kollegen oder Freunden. „Das muss jeder für sich selbst entscheiden. Wenn man aber spendet, dann nicht für Geld, sondern für den guten Zweck. Die Menschen beim DRK sind immer sehr dankbar und geben sich größte Mühe. Außerdem gibt es immer etwas gutes zu Essen“, erklärt Sonntag.

Am Dienstag erhält er nun eine Ehrung in Berlin. Gemeinsam mit 64 weiteren Helfern und Blutspendern aus der Bundesrepublik geht es nach einer abendlichen Dampferfahrt am Vortag erst zu einem Rundgang durch das Olympiastadion und anschließend zur Auszeichnung durch den DRK-Präsidenten im Kaisersaal am Potsdamer Platz. Für den bodenständigen Sonntag nichts alltägliches. „Ich bin schon voller Vorfreude und bin gespannt was mich erwartet.“ Blutspenden will der 57-Jährige noch so lang es möglich ist.

Von Sebastian Burkhardt

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