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34-Jähriger montierte Kameras in Damentoilette in Dresdner Einkaufszentrum

Amtsgericht Dresden 34-Jähriger montierte Kameras in Damentoilette in Dresdner Einkaufszentrum

Manchmal fragt man sich wirklich, was einige Leute so im Kopf haben? Kay C. zum Beispiel fand es interessant, in der öffentlichen Damentoilette eines Einkaufcenters in Prohlis als Rauchmelder getarnte Kameras anzubringen. Deshalb stand er am Montag vor dem Amtsgericht.

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In diese Rauchmelder waren Kameras eingebaut. Kay C. hatte sie in einer Damentoilette angebracht.
 

Quelle: Foto. M. Löffler

Dresden. Manchmal fragt man sich wirklich, was einige Leute so im Kopf haben? Kay C. zum Beispiel fand es interessant, in der öffentlichen Damentoilette eines Einkaufcenters in Prohlis als Rauchmelder getarnte Kameras anzubringen. Ein Schelm, der Schlimmes dabei denkt. „Ich habe solche Fotos mal im Internet gesehen und wollte das auch mal ausprobieren. Mit den Fotos wollte ich nichts machen“, erzählte der 34-Jährige. Ach nee! Die Sache flog schnell auf, weil einer Putzfrau die „Rauchmelder“ aufgefallen waren. Trotzdem gab es innerhalb von zwei Stunden fast 50 geschädigte Frauen. Die konnten sogar noch von Glück reden, dass das Schätzchen so dumm war, dass er die Kameras so anbrachte, dass nur Porträtfotos entstanden, sonst hätten sie sich vielleicht in peinlicher Situation auch im Internet wiedergefunden. „Das war unüberlegt und blöd“, befand Kay C. Da hat er ein wahres Wort gesprochen. Blöd! Deshalb stand er am Montag vor dem Amtsgericht.

Der 34-Jährige schaffte mit Müh und Not die 7. Klasse, hat keine Berufsausbildung. Seine kriminelle Karriere dagegen ist wesentlich eindrucksvoller. 14 Eintragungen zieren sein Strafregister – meist ging es um Diebstähle. Im Hebst 2013 kam er nach zwei Jahren Haft aus dem Gefängnis. Ein Jahr später ging er wieder auf Tour. Im Oktober 2014 sprühte er einer Frau und einem Mann in einem Haus auf der Marienberger Straße Pfefferspray ins Gesicht. „Die haben mich festgehalten und gesagt, ich wollte dort einbrechen. Als die Frau die Polizei rufen wollte, habe ich Panik bekommen. Ich wollte doch nur einen Kumpel besuchen,“ erzählte der Angeklagte. Diebesgut wurde bei ihm nicht gefunden, vielleicht war er einfach vor der Tat erwischt worden.

Sein angeblicher Kumpel hat dort nie gewohnt. Und wieso versteckte er sich mit Einbruchswerkzeug unter der Kellertreppe? Dort hatte ihn Zsanett T. erwischt. Er sei der Hausmeister, erklärte er der Frau. Dumm nur, dass sie dort „Hausmeister“ war und nach einem Einbruch Wochen vorher sehr sensibilisiert. Als Kay C. abhauen wollte, kam ihr ein Mieter zu Hilfe und der Angeklagte attackierte beide mit Pfefferspray. Die Hausmeisterin bekam eine volle Ladung ins Gesicht, kam ins Uniklinikum und war vier Tage krank. Die körperlichen Schmerzen sind verschwunden, die psychischen Probleme nicht. „Ich leide bis heute mental unter der Sache. Ich achte auf jedes Geräusch und bekomme Panik, wenn plötzlich eine Tür aufgeht.“

Kay C. wurde wegen gefährlicher Körperverletzung und Verletzung des höchstpersönlichen Lebensbereiches durch Bildaufnahmen (so die juristische Bezeichnung für die „Spannerei“ im Klo) zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr, verurteilt, die für vier Jahre zur Bewährung ausgesetzt wurde. Zudem muss er Schmerzensgeld an Zsanett T. zahlen.

Von Monika Löffler

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