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3000 Teilnehmer: „Mahngang Täterspuren“ erinnert an nationalsozialistische Verbrechen in Dresden

3000 Teilnehmer: „Mahngang Täterspuren“ erinnert an nationalsozialistische Verbrechen in Dresden

Rund 3000 Teilnehmer des „Mahngang Täterspuren“ haben am Donnerstag den Blick auf Orte der nationalsozialistischen Täter im Dritten Reich in Dresden gerichtet.

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Der Beginn des "Mahngang Täterspuren" am 13. Februar 2014 in Dresden.

Quelle: Dominik Brüggemann

Die inzwischen dritte Auflage der Veranstaltung führte vom Schützenplatz über den Wettiner Platz, Sternplatz und weiteren Haltepunkten bis hin zur ehemaligen Gestapo-Leitstelle an der Bayerischen Straße.

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Weitere Eindrücke vom Mahngang Täterspuren

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Der von Falk Neubert (MdL, Die Linke) angemeldete und vom Bündnis "Nazifrei Dresden stellt sich quer" organisierte Mahngang wurde von der Polizei durch die Stadt geleitet und verlief ersten Informationen nach friedlich. Am Freiberger Platz sorgte die Polizei dafür, dass Rechtsextreme und Teilnehmer des Mahngangs getrennt voneinander blieben.

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Als sich die Menschenkette um 18 Uhr schloss, liefen einige Hundert Teilnehmer des "Mahngang Täterspuren" mit lauter Musik parallel am Dr-Külz-Ring entlang.

Quelle: Dominik Brüggemann

Gegen 18 Uhr liefen einige Hundert Personen, die zuvor am Mahngang teilgenommen hatten, mit einem Lautsprecherwagen am Dr.-Külz-Ring entlang. Mit lauter Musik aus dem Lautsprecherwagen liefen die Teilnehmer parallel zur Menschenkette, die sich zu diesem Zeitpunkt geschlossen hatte.

Zuvor machten Sprecherinnen des Netzwerks Asyl, Migration, Flucht (NAMF) in ihrer Rede bei der Auftaktkundgebung am Schützenplatz unter anderem auf die Probleme von Asylbewerbern in Deutschland aufmerksam und setzten sich für mehr Toleranz ein: „Verschiedene Gründe haben dazu geführt, dass sie ihr bisheriges Leben hinter sich lassen mussten und eine neue Perspektive suchen. Krieg, Verfolgung aufgrund der Ethnie, der sexuellen Identität, der Religion oder politischen Einstellung sind nur einige Gründe hierfür.“

Am Rande der Veranstaltung kritisierte Ralf Hron, Vorsitzender des DGB Dresden-Oberes Elbtal, die Versammlung der Neonazis am Mittwochabend auf dem Theaterplatz. Die Veranstaltung habe deutlich mehr Teilnehmer gehabt, als zunächst vom Anmelder mitgeteilt. „Das Versammlungsgeschehen von Mittwoch ist so nicht hinnehmbar. Diese Stadt war meiner Meinung nach schon viel weiter. Aber: Die Aktionen zum 13. Februar haben ihre Wirkung entfaltet. Die Neonazis haben kapituliert. Das ist ein entscheidender Fortschritt. Deswegen ist es wichtig, dass weiterhin so viele Leute kommen“, so Hron weiter. Für den Mahngang Täterspuren fand Hron lobende Worte: „Es ist schön zu sehen, dass alle Demokraten an dieser Veranstaltung zusammenkommen und die Teilnehmerzahl in den Jahren wächst.“

Eigens aus Jena reiste der dortige Oberbürgermeister Albrecht Schröter (SPD) an. „Wir haben in Jena eine sehr aktive Szene, die sich gegen Neonazis engagiert. Ich habe hier in Dresden in den vergangenen Jahren eine tolle Entwicklung erlebt, was das wachsende Engagement betrifft“, so Schröter gegenüber DNN-Online. In früheren Jahren seien Tausende Neonazis in die Stadt gekommen und inzwischen seien es noch wenige Hundert. „Ich denke, es ist wichtig, dass man Gesicht zeigt und deutlich macht, dass Neonazis hier in Deutschland nicht willkommen sind“, so Schröter weiter.

Auch Nora Goldenbogen, Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde in Dresden, nahm am Mahngang teil: „Ich nehme ganz bewusst heute an dem Täterspurenmahngang teil, weil es mir wichtig ist, gerade am 13. Februar auf die von Dresden ausgegangenen Verbrechen des Dritten Reiches hinzuweisen."

Der Sprecher des Bündnisses Dresden Nazifrei, Silvio Lang, zog am Nachmittag ein erstes Fazit „Die erneute große Resonanz zeigt, wie wichtig vielen Menschen die kritische Perspektive in der Erinnerungskultur ist. Wie schon in den vergangenen Jahren, setzen wir damit erneut ein deutliches Zeichen für den Umgang mit dem 13. Februar in dieser Stadt. Dresden war Täterstadt und diese Perspektive kommt offensichtlich immer noch vielen Menschen zu kurz“, so Lang. Der Mahngang Täterspuren führt seit drei Jahren an bestimmte Erinnerungsorte in Dresden. 2011 wurde er zunächst untersagt. Im Laufe der Jahre beteiligten sich immer mehr Menschen an der Veranstaltung.“

In einer vorherigen Version hatte es geheißen, der Mahngang habe den Dr.-Külz-Ring passiert. Korrekt ist, dass es sich um Teilnehmer handelte, die nach Abschluss des Mahngangs hier entlang liefen.

dbr

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