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3,5 Millionen Euro teurer Fabrikanbau in Dresden soll Expansionspläne von Xenon stützen

3,5 Millionen Euro teurer Fabrikanbau in Dresden soll Expansionspläne von Xenon stützen

Der Dresdner Sonderanlagenbauer "Xenon" will sein Asiengeschäft ausbauen und verstärkt hochautomatisierte Montageanlagen für Medizintechnik anbieten.

Dresden .

Dresden (DNN). Der Dresdner Sonderanlagenbauer "Xenon" will sein Asiengeschäft ausbauen und verstärkt hochautomatisierte Montageanlagen für Medizintechnik anbieten. Das kündigte Xenon-Chef Tobias Reißmann an. Im Zuge des Expansionskurses weiht er morgen im Gewerbegebiet Coschütz-Gittersee eine 3,5 Millionen Euro teure Fabrikerweiterung ein, die auch für neue Jobs und einen Umsatzschub sorgen soll.

Von Heiko Weckbrodt

"Der sächsische Mittelstand muss sich internationaler ausrichten und den Sprung nach Asien schaffen", ist der Xenon-Chef überzeugt und macht es mit seinem Unternehmen vor: Mitte 1990 gründete sein Vater Eberhard Reißmann mit zehn Kollegen die Firma aus dem Robotron-Betrieb "Messelektronik Dresden" aus - inzwischen beschäftigt Xenon 155 Mitarbeiter, macht 15,6 Millionen Euro Jahresumsatz und hat mittlerweile rund 1000 Sondermaschinen weltweit ausgeliefert.

Wie das funktionierte? "Wir haben von Anfang an viel in Forschung und Entwicklung gesteckt, Wert auf Innovationen und fähige Spezialisten in der Belegschaft gelegt", betont Reißmann junior. Statt Trends hinterher zu hecheln, habe man sich oft an die Spitze neuer technologischer Entwicklungen stellen können. In den 1990ern waren es beispielsweise hoch automatisierte Sonderlösungen für die Produktion von Musik-CDs, in jünger Zeit etwa die Sonderausrüstungen für die Fabriken von Solarion Zwenkau und Heliatek Dresden, die neuartige flexible Solarzellen herstellen (DNN berichteten). Die Qualität der Xenon-Anlagen sprach sich herum und so mehrten sich die Aufträge aus dem Ausland. 2009 gründete Xenon eine eigene China-Tochter in Shenzhen. Im kommenden Jahr werde man viel Energie darauf verwenden, dieses Tochterunternehmen zu stärken, um präsenter auf den asiatischen Märkten zu werden, sagte Reißmann.

Denn Xenon soll nicht das Schicksal vieler ostdeutscher Nachwende-Gründungen teilen, die bei jedem Husten der Konjunktur sterben wie die Fliegen. Das Problem: Viele dieser Firmen sind kapitalschwach, haben eine niedrigere Exportquote als westdeutsche Unternehmen und fokussieren sich oft nur auf ein Produkt, das sie zudem nur regional vermarkten. Dagegen hat sich Xenon vier Geschäftsfelder mit internationaler Ausrichtung aufgebaut, deren Schwankungen sich untereinander ausgleichen - und unterm Strich für stetiges Wachstum sorgen. "Derzeit sind wir auf Monate voll ausgelastet, machen Überstunden und haben Zeitarbeiter und Fremdfirmen beauftragt", so Reißmann.

Auch sei nun der Einstieg in die Medizintechnik gelungen: Das Unternehmen habe einen größeren Auftrag an Land gezogen, bei dem ein Hersteller von Dialyseventilen Präzisionsanlagen aus Dresden bestellt habe. Und der Geschäftsführer hofft, dass dies erst der Anfang ist: "Die Medizintechnik dürfte uns unabhängiger von der Konjunkturlage machen. Denn durch den Megatrend ,Alterung der Gesellschaft' wächst der Bedarf an besserer medizinischer Versorgung ständig - selbst in Schwellenländern."

Auch in den klassischen Geschäftsfeldern laufen die Geschäfte - trotz aller Wolken am Konjunkturhimmel - für Xenon gut. Derzeit konstruiert das Unternehmen zum Beispiel Autosensor-Montageanlagen - der größte Einzelauftrag in der Firmengeschichte - für einen führenden Automobilzulieferer. Und auch die Leistungshalbleiter-Aufträge von Infineon & Co. bescheren Xenon dicke Orderbücher. Daher rechnet Reißmann in diesem Jahr mit einem zweistelligen Umsatzwachstum und 20 neuen Jobs. Für das kommende Jahr seien die Perspektiven ähnlich hoffnungsvoll.

Mehr Infos und Bilder im Netz: www.computer-oiger.de

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 04.09.2012

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