Volltextsuche über das Angebot:

4 ° / -3 ° wolkig

Navigation:
Google+
29 neue Stolpersteine in Dresden – Angehörige aus den USA und Israel erwartet

29 neue Stolpersteine in Dresden – Angehörige aus den USA und Israel erwartet

Dresden. Am Sonntag, den 25. November, sowie am Montag darauf werden in Dresden erneut 29 Stolpersteine verlegt. Dazu haben sich auch Verwandte zweier betroffener Familien aus den USA und Israel angekündigt.

Erwartet wird ein Nachkomme der Familie Sachs aus Amerika und eventuell auch Angehörige der Familie Silbermann aus Israel. „Dieser lange Anreiseweg ist doch eher ungewöhnlich“, weiß Swen Steinberg, Historiker an der TU Dresden und Beisitzer im Stolpersteine-Dresden e.V. Die Steine für Familie Silbermann werden am Montag, den 26. November um 9.45 Uhr auf der Winckelmannstraße 3 verlegt.

Landtagsmitglied Eva-Maria Stange (SPD), ebenfalls Mitglied im Verein Stolpersteine-Dresden e.V. unterstützt die Verlegung von drei Stolpersteinen im Dresdner Westen auf der Max-Sachs-Straße. Wie Stange mitteilte, hat sich dafür auch ein Sohn von Klara Sachs, spätere Claire Ehrmann, aus Amerika angekündigt. Um etwa 13.30 Uhr werden auf der Max-Sachs-Straße drei Steine für Maria Sachs, Claire Ehrmann und Edith Kaufmann verlegt. Alle drei Frauen überlebten den Holocaust im Gegensatz zu Max Sachs, Ehemann von Maria und Vater von Claire und Edith. Er kam bereits 1935 im KZ Sachsenburg ums Leben. Ein Stolperstein für Max Sachs wurde bereits auf der nach ihm benannten Straße an Hausnummer 2 verlegt.

Künstler Gunter Demnig, Initiator des Projekts Stolpersteine, verlegt jeden Stein persönlich. Dass er in diesem Jahr bereits zum zweiten Mal nach Dresden kommt, ist den fleißigen Spendern und Paten zu verdanken. Jeder Stein kostet 120 Euro. Dazu benötigt werden noch das Einverständnis der Nachkommen der Familie und eine Einigung mit dem Kultur- und Bauamt Dresden. Die Zusage der Hausbesitzer ist hingegen nicht nötig. „Es gab einen Fall in Dresden, bei dem sich ein Hausbesitzer um den Wert seines Grundstücks sorgte“, so Steinberg. Dies sei in Dresden jedoch die große Ausnahme. Auch mit der jüdischen Gemeinde arbeite man gut zusammen.

„Dies ist nicht überall der Fall“, weiß Steinberg. So wurde in München zum Beispiel kein einziger Stolperstein verlegt, denn die jüdische Gemeinde sieht es kritisch, dass die Steine mit Füßen getreten werden können. Steinberg hingegen sieht in den Steinen eine würdevolle Erinnerung. „Die Steine sind recht klein. Wer die Inschrift lesen will, muss sich herunterbeugen. Es ist wie eine Verbeugung vor den Opfern“, so Steinberg.

fs

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Lokales
  • 13. Februar

    Ob Gedenken, Täterspuren oder Menschenkette: Alle Infos finden sie in unserem Special zum 13. Februar in Dresden mehr

  • Semperopernball
    Semperopernball

    Alle Infos, alle Highlights, die schönsten Bilder - der Semperopernball in Dresden. mehr

Städtewetter
Heute -° / -° -
- -°/-° -
- -°/-° -
Wettersponsor

Das Wetter in und um Dresden präsentiert Ihnen die Toskana-Therme Bad Schandau.