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29-jähriger Marokkaner tötete einen Landsmann im Asylheim

Sieben Jahre Haft für Messerstecher 29-jähriger Marokkaner tötete einen Landsmann im Asylheim

Wegen Totschlags ist Said R. gestern vom Dresdner Landgericht zu einer Freiheitsstrafe von sieben Jahren verurteilt worden. Die Schwurgerichtskammer sah es als erwiesen an, dass der 29-jährige Marokkaner am 26. April vergangenen Jahres seinen Landsmann Abdelhak M. erstochen hat.

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Quelle: dpa

Dresden. Wegen Totschlags ist Said R. gestern vom Dresdner Landgericht zu einer Freiheitsstrafe von sieben Jahren verurteilt worden. Die Schwurgerichtskammer sah es als erwiesen an, dass der 29-jährige Marokkaner am 26. April vergangenen Jahres im Asylbewerberheim auf der Tharandter Straße seinen Landsmann Abdelhak M. erstochen hat. Der 32-Jährige wurde durch sieben Messerstiche verletzt und verstarb, trotz Reanimierungsmaßnahmen, im Treppenhaus an einem Verblutungsschock.

Der Angeklagte war 2013 über Italien nach Deutschland gekommen - aus wirtschaftlichen Gründen, wie er selbst sagte. Sein Asylantrag wurde allerdings abgelehnt. 2014 lernte er in Dresden den Marokkaner Abdelhak M. kennen. Die beiden galten als gute Freunde - bis zu jenem Tag.

Der Messerattacke war ein böser Streit zwischen den Männern vorausgegangen. Beide hatten am Tag reichlich Alkohol getrunken und Crystal konsumiert und zogen dann, mit anderen Leuten aus dem Asylbewerberheim, noch durch die Neustadt. Am Albertplatz kam es zu einem Streit zwischen den beiden Männern. Dabei ging es um Drogengeschäfte und gestohlene Handys.

Die Auseinandersetzung ging, so die Zeugenaussagen, wohl von Abdelhak M. aus. Beide beleidigten sich aufs Äußerste. Das Opfer blieb in der Neustadt, der Angeklagte fuhr zurück zur Tharandter Straße. Vergessen konnte er den Streit aber nicht. Er wollte Abdelhak M. unbedingt noch treffen. Als es dazu kam, gingen die Beschimpfungen los. Said R., griff zum Messer, das er im Hosenbund hatte und stach auf seinen Landmann ein. Dann flüchtete er.

Da er bei der Attacke an der Hand verletzt worden war, bat er in einer Kneipe um Hilfe. Zeugen informierten Polizei und Rettungskräfte, die sich um den Mann bemühten, bis ein Bewohner des Heims ihnen erklärte, dass im Gebäude viel Schlimmers passiert war.

Said R. gab die Stiche zu, versuchte aber alles als Notwehr darzustellen. Der andere hätte ihn zuerst attackiert. Dem konnte die Kammer nicht folgen. Die Wucht der Stiche und die Art der Verletzungen würden dagegen sprechen, hatte die Sachverständige erklärt. Auch eine aufgrund von Alkohol- und Drogenkonsum verminderte Schuldfähigkeit von R. hielt der psychiatrische Sachverständige aufgrund der recht geringen nachweisbaren Mengen der Substanzen im Blut des Angeklagten für nicht zweifelsfrei erwiesen. Said R. war zwar alkoholisiert, allerdings durch seinem jahrelangen Alkoholmissbrauch daran gewöhnt.

Der Angeklagte war wütend auf Abdelhak M., das hatten auch seine Mitbewohner ausgesagt, töten wollte er ihn sicher nicht. Das Motiv für die Tat wird wohl nie ganz geklärt werden können.

Monika Löffler

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