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27-Jähriger zu zwei Jahren und sieben Monaten verteilt

7Fälle 27-Jähriger zu zwei Jahren und sieben Monaten verteilt

Staatsanwalt Ulrich Garrelts hatte gestern viel zu verlesen - neun Anklagen mit 74 Einzellfällen. Bei Manuel K. war aber auch einige zusammengekommen. Der 27-Jährige hatte sich innerhalb von zwei Jahren einmal quer durchs Strafgesetzbuch gearbeitet und dabei wirklich nichts ausgelassen.

Der 27-Jährige hatte sich innerhalb von zwei Jahren einmal quer durchs Strafgesetzbuch gearbeitet

Quelle: dpa

Dresden. Staatsanwalt Ulrich Garrelts hatte gestern viel zu verlesen - neun Anklagen mit 74 Einzellfällen. Bei Manuel K. war aber auch einige zusammengekommen. Der 27-Jährige hatte sich innerhalb von zwei Jahren einmal quer durchs Strafgesetzbuch gearbeitet – Körperverletzung, Diebstahl, Beleidigung, Bedrohung, Nötigung, Sachbeschädigung, Erschleichen von Leistungen. Der Angeklagte hatte wirklich nichts ausgelassen und vielen Leuten einen ordentlichen Schrecken eingejagt. Er prügelte wahllos auf ihm wildfremde Menschen ein, bedrohte und beleidigte sie. Er attackierte in Bus und Bahn, meist fuhr er kostenlos, die Fahrer und Fahrgäste, warf einem eine Bierflasche an den Kopf, stach einem anderen in den Unterschenkel, schlug einem die Faust ins Gesicht oder würgte einen 74-Jährigen. Wurde er zur Rede gestellt, setzte es Prügel. Er verpasste in einem Kino einem jungen Mann einen Kopfstoß oder schlug einen anderen Mann, dem er zuvor einen Stein in die Balkonscheibe geworfen hatte, bewusstlos. Das Opfer lag zehn Tage im Krankenhaus und war zwei Monate arbeitsunfähig.

Was er zum Leben brauchte klaute sich Manuel K. zusammen, wurde er erwischt, gab es Zoff, Hiebe und böse Drohungen. Der Fahrer eines Bäckereiautos hockte zwanzig Minuten auf der hochgefahrenen Ladebühne seines Wagen, da er vom Angeklagten bedroht wurde und sich nicht runter traute. Der 27-Jährie demolierte Autos im großen Stil, schlug oder trat Seitenspiegel ab oder zerkratzte den Lack. Immer wieder wurde die Polizei gerufen und die Beamten von Manuel K. angespuckt und beleidigt. Gelegentlich wurde der Obdachlose zur Ausnüchterung mitgenommen, dann aber wieder auf freien Fuß gesetzt. Erst am 31. März dieses Jahres wurde er festgenommen. Der Angeklagte hatte auf dem Gelände der Total Tankstelle in Prohlis drei Müllbehälter in Brand gesetzt und dann die Zapfpistole aus einer Dieselsäule gezogen. Glücklicherweise hatte die Tankstelle geschlossen und den Benzinhahn abgedreht. Die Sache hätte ganz böse ausgehen können. Ein Passant hatte den Vorfall beobachtet und die Polizei informiert. Diesmal klickten die Handschellen, der Angeklagte sitzt seit dem in U-Haft.

Bei dem meisten Straftaten war der Angeklagte betrunken. Der 27-Jährige, der seit seiner Kindheit und Jugend in psychologisches Behandlung ist, hat ein erhebliches Alkohol- und Drogenproblem, Therapien aber immer abgebrochen. Er konnte gestern keine drei Sekunden still sitzen und zappelte ständig herum. Er räumte die Taten mehr oder weniger ein, erzählte aber viel wirres und unverständliches Zeug. Der Angeklagte habe ein psychisches Problem, so der Gutachter, sei aber, bis auf zwei Taten, wo er sehr alkoholisiert war, schuldfähig. Das Gericht verurteilte Manuel K. zu einer Freiheitsstrafe von zwei Jahren und sieben Monaten und ordnete eine Unterbringung in einer Entziehungsanstalt an.

Von Monika Löffler

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