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2014 war ein gutes Jahr für den Dresdner Arbeitsmarkt

2014 war ein gutes Jahr für den Dresdner Arbeitsmarkt

Weniger Arbeitslose, weniger Schwankungen, mehr Beschäftigung, mehr Stellenangebote – das Jahr 2014 bot für den Dresdner Arbeitsmarkt durchaus erfreuliche Aspekte.

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Im Jahr 2014 gab es in Dresden 3,3 Prozent weniger Arbeitslose als 2014.

Quelle: dpa

Das schätzte gestern Thomas Wünsche (61), Chef der Agentur für Arbeit Dresden, ein, als er die zurückliegenden zwölf Monate bilanzierte. Mit insgesamt 3,3 Prozent weniger Arbeitslosen als 2013 und einer robusten Wirtschaft sehe er auch für 2015 gute Chancen, dass die Zahlen weiter sinken.

Im Dezember hatte es den saisonüblichen leichten Anstieg im Arbeitslosenbestand gegeben – mit 22 255 waren 386 Männer und Frauen mehr arbeitslos als noch im November. Im grauesten Herbstmonat war mit 21 869 Arbeitslosen die Zahl erstmals unter die 22 000 gerutscht – eine der angenehmen Folgen der Primark-Ansiedlung in der Centrum-Galerie, die auf einen Schlag 600 Leute in Lohn und Brot gestellt hatte.

Nachfrage nach Fachleuten wächst

Zu den Bereichen mit der größten Stellennachfrage gehörten 2014 in Dresden folgerichtig der Handel, das Gastgewerbe, der Gesundheitsbereich, die Zeitarbeitsbranche und – das wurde besonders vermerkt – das verarbeitende Gewerbe. „Hier haben wir vor allem für Metall -und Elektroarbeiten Leute qualifiziert", sagte Wünsche. Von den insgesamt 1249 Menschen, die qualifiziert wurden oder einen Berufsabschluss machten, habe man fast 70 Prozent in den ersten Arbeitsmarkt bekommen.

Dass die Nachfrage nach Fachkräften weiter riesig ist, der Bestand an besonders Langzeitarbeitslosen jedoch nur minimal sinke, sei genau dem Umstand geschuldet, dass es an den passenden Qualifikationen und Eignungen oft fehle. Hier, so Wünsche, müssten Agentur und Jobcenter 2015 erneut ansetzen und Wege finden, Firmen und Bewerber zu einander zu bringen.

Mehr Zeit beim Jobcenter

Im Jobcenter ist auch weiter der Löwenanteil der Dresdner Arbeitslosen registriert. Der Chef des Dresdner Jobcenters, Jan Pratzka (42), meldet fürs vergangene Jahr einen Rückgang bei den arbeitslosen Hartz-IV-Empfängern um durchschnittlich 423 oder 2,4 Prozent. Im Dezember betreuten die 650 Jobcenter-Mitarbeiter exakt 16 565 Männer und Frauen – 318 mehr als im November 2014, aber 362 weniger als im Dezember 2013. Sorge bereite ihm die Zahl der Langzeitarbeitslosen, die zwar aufs Jahr gesehen mit 7647 um 2,8 Prozent unter dem Vorjahreswert lag, die sich aber mit Blick auf den Bedarf der Wirtschaft viel zu schleppend nach unten bewegt.

Pratzka zufolge hat sich auch die Zahl der Bedarfsgemeinschaften in Dresden im Vergleich zu 2013 verringert. Sie sank im Dezember um 857 auf 28 992. Gut 18 000 dieser Haushalte, denen der Staat die Kosten für die Unterkunft bezahlt, seien inzwischen auf das neue Softwaresystem Allegro umgestellt, das die Berechnung der Leistungen erleichtern soll. Das, so der Jobcenter-Chef, sei der eine Weg, um die Zahl der Widersprüche weiter zu senken. Die ist von Januar 2014 bis heute von 5200 auf unter 3000 gebracht worden. Ein zweiter Weg führt über ein längeres Erstgespräch mit neuen Jobcenter-Kunden. Statt der bisher üblichen halben Stunde werden nun jedem 45 Minuten Zeit gewidmet, um alle Daten exakt zu erfassen.

Obwohl erst im März genau feststeht, mit welchen Summen das Jobcenter 2015 auskommen muss, schätzt Jan Pratzka, dass er für alle Maßnahmen rund um Qualifizierung und Weiterbildung (Eingliederung) fast 29 Millionen Euro ausgeben kann. Kosten der Unterkunft schlagen absehbar mit gut 108 Millionen Euro zu Buche, die Hartz-IV-Leistungen mit knapp 116 Millionen.

Arbeitsagentur zieht im Sommer um

Agenturchef Thomas Wünsche, der im Vorjahr 16,3 Millionen Euro für die Eingliederung zur Verfügung hatte, rechnet in diesem Jahr mit gut 17 Millionen Euro. Seine insgesamt 700 Mitarbeiter werden voraussichtlich im Sommer in den Neubau umziehen, der in unmittelbarer Nachbarschaft der Agentur für Arbeit entsteht. Hintergrund des Umzugs: Das Jobcenter platzt aus allen Nähten. Und in Dresden hat die Bundesagentur für Arbeit interne Einheiten angesiedelt, die für mehrere sächsische Arbeitsagenturen Serviceleistungen erbringen. 

Mindestlohn Problem für Taxifahrer

Wie sich die Rente mit 63 und der Mindestlohn auswirken, werde sich erst in der nächsten Zeit zeigen. Er erwarte bei der Rente mit 63 in Dresden nicht die ganz großen Probleme: „Hier gibt es enorm viele sehr komplexe Arbeitsverhältnisse, die eine langjährige Ausbildung voraussetzen; da sehe ich wenig Chancen auf 45 Versicherungsjahre", so Wünsche. Anders der Mindestlohn: Der werde wohl am deutlichsten im Taxigewerbe spürbar, doch auch hiesige Hotels und Gaststätten werden daran zu knabbern haben. Vor allem, weil die 8,50 Euro eine Art Dominoeffekt bei den Abständen zu den nächst höheren Lohngruppen in Gang setzen.

2014 Superquoten für Sachsen

In Sachsen waren im vergangenen Monat so wenig Menschen ohne Beschäftigung wie noch nie in einem Dezember. Und das, obwohl die Zahl gegenüber November um 6572 auf 178 520 leicht angestiegen war. Die Quote stieg um 0,3 Punkte auf 8,4 Prozent. Im gesamten Jahr 2014 habe die durchschnittliche Arbeitslosenquote bei 8,8 Prozent gelegen. Das sei das niedrigste Niveau seit Erfassung der Arbeitslosenstatistik 1991. „Es war ein gutes Jahr für den Arbeitsmarkt in Sachsen", sagte der Vorsitzende der Geschäftsführung der Regionaldirektion, Klaus Schuberth, bei der Vorstellung seines Jahresberichts in Dresden. Schuberth prognostizierte, dass der Trend nach unten bei den Arbeitsmarktzahlen auch im neuen Jahr anhält. Viele Menschen hätten von der guten Entwicklung nur wenig profitiert, sagte Schuberth. „Deshalb müssen zum Beispiel Langzeitarbeitslose und Menschen mit Behinderung mehr unterstützt werden", appellierte er an Unternehmen, ihren Fokus bei der Suche nach neuen Mitarbeitern zu erweitern.

2,764 Millionen Deutsche ohne Job

Auch bundesweit lag die Arbeitslosigkeit trotz eines Anstiegs auf dem niedrigsten Niveau in einem Dezember seit der Wiedervereinigung. Im vergangenen Monat waren in Deutschland rund 2,764 Millionen Männer und Frauen auf Jobsuche. Die Arbeitslosenquote stieg um 0,1 Punkte auf 6,4 Prozent. Im Jahresschnitt 2014 sank die durchschnittliche Arbeitslosenquote um 0,2 Punkte auf 6,7 Prozent.

Barbara Stock

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