Volltextsuche über das Angebot:

1 ° / -7 ° Schneeregen

Navigation:
Google+
2. Bürgerdialog in der Kreuzkirche: Dresden bleibt zerrissen

Flüchtlinge in Dresden 2. Bürgerdialog in der Kreuzkirche: Dresden bleibt zerrissen

Oberbürgermeister Dirk Hilbert (FDP) und Superintendent Christian Behr luden am Abend zum 2. Bürgerdialog in die Kreuzkirche. Es kamen mehr Besucher als bei der ersten Veranstaltung am 16. Dezember. Die Mehrzahl der Bürger, die ihre Meinung kundtaten, äußerten sich kritisch zur Asylpolitik.

Die Kreuzkirche war gut gefüllt.
 

Quelle: Dietrich Flechtner

Dresden. „Wir wohnen auf der Leubnitzhöhe“, begann ein älterer Mann seine kurze Ansprache, „dort soll ein Asylbewerberheim mit 1000 Plätzen entstehen. Das ist ein Eigenheimstandort mit vielen Holzhäusern und offenen Gärten. Auch wenn nur wenige Prozent kriminell sein sollten: Gnade uns Gott! Wir schleichen jeden Tag um das Gebäude herum und beobachten die Fahrzeugbewegungen. Wird schon umgebaut? Stehen Autos von Handwerkern davor? Und das im Rechtsstaat! Informationen bekommen wir nicht. 1000 Flüchtlinge – und dann haben wir damit klarzukommen. Welche Möglichkeiten haben wir noch, Einfluss auf die Politik zu nehmen?“

Die Kreuzkirche war am Abend wieder gut gefüllt zum 2. Bürgerdialog zum Thema „Flüchtlinge in Dresden“, zu dem Oberbürgermeister Dirk Hilbert (FDP) und Superintendent Christian Behr eingeladen hatten. „Nach den derzeitigen Zuweisungszahlen werden wir das Hotel Wyndham Garden auf der Leubnitzhöhe nicht weiterverfolgen“, antwortete der OB. Was wird, wenn sich die Asylbewerberzahlen in diesem Jahr verdoppeln, könne er nicht sagen.

„Wir müssen ergründen, warum es diesen Vertrauensverlust der Bürger in die Politik gibt“, entgegnete Moderator Frank Richter, Leiter der Landeszentrale für politische Bildung, auf den zweiten Teil der Ansprache des älteren Herren. „Die heutige BRD hat das beste Herrschafts- und Gesellschaftssystem, das Deutschland je hatte. Wie gewinnen wir das verlorene Vertrauen zurück? Indem wir miteinander reden, indem sich Politiker den Bürgern stellen.“ Richter bekam genauso Applaus wie Behr, der betonte, dass Nächstenliebe nicht verhandelbar sei. „Das gehört zu den Grundfesten des christlichen Glaubens.“

Applaus gab es auch für die vielen kurzen Redebeiträge der Bürger, die die Asylpolitik der Bundesregierung in Frage stellten. „Verwaltung und Politiker verstehen uns Bürger nicht mehr und wollen uns nicht mehr verstehen“, erklärte beispielsweise Jürgen Wolf aus Pieschen, „wir wollen selbst entscheiden, wer bei uns leben soll. Der Bürger wird nicht gefragt, ob er die Leute integrieren und ob er das alles bezahlen will.“

Wieso es Prämien für Vermieter gibt, wenn sie Wohnungen für Flüchtlinge bereitstellen wollen, fragte ein Mann erregt. „Es gibt bis zu 5000 Euro Unterstützung, wenn eine leerstehende Wohnung renoviert wird und die Stadt das Belegungsrecht für mehrere Jahre erhält“, erklärte Hilbert. „Warum werden für Flüchtlinge Millionen ausgegeben und für Familien nicht?“, wollte ein Gorbitzer wissen, der um die Sicherheit für seine Familie fürchtet. „Wir haben noch nie so viel Geld für Familien investiert“, so Hilbert, der vorschlug, zum nächsten Bürgerdialog Bundespolitiker einzuladen, die sich über Dresden geäußert hätten wie „Frau Merkel, Herr Gabriel oder Herr Maaß“. „Holen wir sie doch mal her und steigen ein in das Gespräch!“, schlug er vor. Laut Behr wird der nächste Termin voraussichtlich der 3. März sein. Ein Thema werde noch gesucht und frühzeitig bekanntgegeben.

Von Thomas Baumann-Hartwig

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Lokales
  • 13. Februar

    Ob Gedenken, Täterspuren oder Menschenkette: Alle Infos finden sie in unserem Special zum 13. Februar in Dresden mehr

  • Semperopernball
    Semperopernball

    Alle Infos, alle Highlights, die schönsten Bilder - der Semperopernball in Dresden. mehr

Städtewetter
Heute -° / -° -
- -°/-° -
- -°/-° -
Wettersponsor

Das Wetter in und um Dresden präsentiert Ihnen die Toskana-Therme Bad Schandau.