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1800 Tonnen Tabletten im Jahr

1800 Tonnen Tabletten im Jahr

Genau 140 Jahre ist es her, dass der Chemiker Friedrich von Heyden in seinem Dresdner Labor an der Leipziger Straße das weltweit erste Kilogramm Salicylsäure - den Ausgangsstoff für Aspirin - in technischem Maßstab synthetisierte.

Noch immer entstehen am Standort pharmazeutische Erzeugnisse - viele Jahre im Arzneimittelwerk Dresden (AWD) gefertigt, seit 2006 von der Menarini - Von Heyden GmbH.

Die Übernahme durch die Menarini Group, einem Familienunternehmen mit Sitz im italienischen Florenz, das sich bewusst für die Weiterführung der Tradition entschieden und dies auch mit dem Namens ihres Vorreiters zum Ausdruck gebracht hat, sei die Rettung des Produktionsstandortes gewesen, sagt Werkleiter Jürgen Langer heute. Zum ersten Mal nimmt das Unternehmen an der "Langen Nacht der Industrie" teil, um einen Blick hinter die Kulissen zu bieten.

Es ist ein Blick in die Produktion verschreibungspflichtiger, fester oraler Arzneiformen, also Tabletten, Filmtabletten und Dragees, sowie deren Verpackung, zumeist in Sichtverpackungen, so genannte Blister.

Die Schwerpunkte liegen dabei auf Mitteln gegen Diabetes und gegen Herz-Kreislauf-Erkrankungen sowie bei Schmerzmitteln. Rund 60 verschiedene Medikamente entstehen im Dresdner Werk, gefertigt beziehungsweise verpackt von derzeit 310 fest angestellten Mitarbeitern.

Sehr technisch geht es zu in der Produktion, Edelstahl bestimmt das Bild. Hier verpressen Tablettiermaschinen die zuvor granulierten Substanzen. Etwa 600 000 kleine und bis zu 300 000 größere Tabletten spuckt so eine Maschine pro Stunde aus. Die Mehrzahl der Arzneien erhält danach in einer Trommel - ähnlich einer Waschmaschine - einen dünnen Film, der den Geschmack verbessern oder dabei helfen soll, dass der Wirkstoff an der richtigen Stelle im Körper zum Einsatz kommt.

In bis zu 30 Meter langen Anlagen erfolgt dann die weitestgehend automatisierte Endverarbeitung, beginnend mit der Blisterherstellung, der Verpackung in Faltschachteln samt Beipackzetteln und deren Verpackung wiederum in Versandkartons, die Roboter zuguterletzt auf eine Palette aufsetzen.

Geliefert werden die fertigen Medikamente in erster Linie an den zweiten deutschen Menarinistandort, die Berlin-Chemie, und nach Italien, von dort aber werden sie in rund 125 Länder vertrieben.

43 Millionen Euro wurden seit 2006 in den Standort Dresden investiert. Und das hatte erfreuliche Folgen. Hatte man zu Beginn noch rund 300 Tonnen Tabletten im Jahr hergestellt, stieg die Zahl bis 2013 bereits auf 1600 Tonnen im Jahr. Für dieses Jahr ist ein weiterer Zuwachs auf etwa 1800 Tonnen Tabletten geplant.

Das Ende der Fahnenstange sei damit aber noch immer nicht erreicht, wie Langer sagt. "Zielstellung ist es, jährlich deutlich mehr als 2000 Tonnen zu produzieren, was wir mittelfristig auch erreichen werden."

Weitere sechs Millionen Euro fließen in diesem Jahr von Florenz nach Elbflorenz. Investiert werden sie vor allem in Ausrüstungen zur Herstellung von Filmtabletten. Zudem sind bereits dieser Tage Arbeiten auf dem Betriebsgelände im Gang. Die Klimaanlage, bisher im Keller untergebracht, wurde Opfer des Juni-Hochwassers und wird nun höher gelegt. Temperaturen von 15 bis 25 Grad sind für die Herstellung von Medikamenten unerlässlich. Sind sie nicht gewährleistet, steht die Produktion still. "Eine Unterbrechung können wir uns aber nicht leisten. Da wir verschreibungspflichtige Arzneien für die Dauermedikation herstellen, hätte das einen Versorgungsengpass zur Folge", sagt der Werkleiter. Sind die Arbeiten beendet, kann ein erneutes Hochwasser der Klimaanlage nichts mehr anhaben.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 14.03.2014

Christin Grödel

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