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15.000 Eisenbahnfans feiern 5. Dampfloktreffen in Dresden

15.000 Eisenbahnfans feiern 5. Dampfloktreffen in Dresden

Zischender Dampf aus riesigen Stahlmonstern, Tuten, Fauchen, Pfeifen und dazu das Klicken von Tausenden Fotoapparaten – es ist wieder Dampfloktreffen in Dresden.

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Beim Lokführer mitfahren - beim Dresdner Dampfloktreffen geht das.

Quelle: Tanja Tröger

Elf Lokomotiven sind zu bestaunen, dazu Waggons, Gleisstopfmaschinen und auch die legendäre Straßenbahn „Großer Hecht“. Die kleinen und großen Besucher können die Dampfrösser besichtigen, sich die Technik erklären lassen und auf einigen sogar mitfahren.

Die am weitesten angereisten Zugmaschinen kamen aus Prag und aus Klein Mahner bei Salzgitter. „Die Lok aus Niedersachsen sieht deutlich anderes aus als unsere ostdeutschen Veteranen“, so Jörg Baumgärtel von der veranstaltenden Interessengemeinschaft Bw Dresden-Altstadt. Abwechselnd wird je eine Lok aus dem Schuppen herausbugsiert und auf der Drehscheibe bewegt, sodass auch wirklich jeder ihre Schokoladenseiten sehen und ablichten kann. Bei der Nachtfotoparade, dem großen „Schaulaufen“ der Zugmaschinen, drängten sich am Freitagabend die Zuschauer nicht nur auf dem Ausstellungsgelände dicht an dicht, sondern auch auf der Nossener Brücke.

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Tausende Eisenbahnfans aus Deutschland und den Nachbarländern strömten zum Dresdner Dampfloktreffen.

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Erstmals stellen die Organisatoren auch Lokomotiven und Eisenbahnwagen im Dresdner Hauptbahnhof aus. Zwischen dem Bahnhof und dem Festgelände pendeln historische Busse des Vereins „Historische Kraftfahrzeuge des Dresdner Nahverkehrs“. Bei Sonderfahrten kann man von historischen Zügen aus Dresdens Umgebung erkunden. Dafür reisten die Fans nicht nur aus Sachsen und ganz Deutschland, sondern auch aus Tschechien, den NIederlanden und sogar Japan an. Für das gesamte Wochenende rechnet Organisator Thomas Pfeifer von der Reiseagentur „meiSachsen“ mit einem neuen Besucherrekord: „15.000 oder 16.000 werden’s wohl werden.“  

Der gemeine Pufferküsser

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Die Besucher nahmen alle Loks genau unter die Lupe.

Quelle: Tanja Tröger

Neben vielen Eltern und Opas, die mit ihren Kindern und Enkel die Dampfrösser bestaunen, dominiert ganz klar ein Besuchertypus: der „gemeine Pufferküsser“. Böse Zungen bezeichnen ihn auch als „ferrosexuell“. Der gemeine Pufferküsser ist männlich und über 40, trägt schotterbettgeeignetes Schuhwerk und Klamotten, denen ein bisschen Öl nichts anhaben kann. Manchmal auch eine Schaffnermütze auf dem Kopf. Um den Hals hängt auf jeden Fall Fototechnik vom Feinsten inklusive großer Teleobjektive, um seine Lieblinge aus Eisen perfekt festzuhalten. Mit konzentriertem Blick schreitet der gemeine Pufferküsser übers Bahngelände, registriert jede Lok und vermerkt technische Details in seinem Notizbüchlein. Aber eigentlich braucht er das nicht, denn er kennt sich aus. „Das ist der berühmte Wannentender“ oder „Das is de 102 188“ hört man ihn dann mit Kollegen fachsimpeln. Wenn er nicht gerade Lokomotiven begutachtet, isst er schnell eine Bratwurst, trinkt ein Bier oder ein Eisenbahnfan-Schnäpschen, das es allerorten gibt, und stöbert an den zahlreichen Ständen mit Zug-Devotionalien. Und wenn er genug Schilder, Bücher und Fotos gesammelt hat, ist es Zeit, seine Frau – falls vorhanden – wieder in Empfang zu nehmen. Die hat derweil das extra organisierte „Damenprogramm“ für die mitgereisten Gattinnen mit Sightseeing und Shopping absolviert.

Dampflokziehen: Stark wie Popeye

Einer der Höhepunkte des Wochenendes ist das Dampflokziehen: Welche der sechs Mannschaften kann eine 63 Tonnen schwere Lokomotive am weitesten bewegen? Im vergangenen Jahr schaffte das Team der Eisenbahngesellschaft ITL über 30 Meter. Am Sonntag ab 13.30 Uhr wollen die Kamenzer ihren Titel verteidigen. Sogar eine Kindermannschaft stellt Organisator Pfeifer spontan zusammen: „Wir brauchen noch zwei, drei Kinder – oder ein paar Muttis! Na kommt ran, ihr Damen, zu Hause habt ihr doch auch immer das erste Wort!“ Die holde Weiblichkeit ziert sich, aber die Steppkes ziehen den 63-Tonner ganze 12,54 Meter. Dass hinten eine andere Lok vorsichtig geschoben hat, wird nicht verraten …

Die Startgelder der Mannschaften sollen helfen, die gezogene Lokomotive zu reparieren. Ihr Kessel ist kaputt, 150.000 Euro sind nötig. Ende 2014 wollen die Eisenbahnfans das Geld zusammenhaben.

ttr

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