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15-facher Diebstahl: Bewährungsstrafe für Tschechin

"Einklauen" statt Einkaufen 15-facher Diebstahl: Bewährungsstrafe für Tschechin

Denisa H. aus Usti hat mindestens 15 Mal in Dresdner Läden geklaut – und wurde nun zu zwei Jahren Haft auf Bewährung verurteilt. Die Tschechin kam regelmäßig von Ústí hierher, um durch die Geschäfte der Innenstadt zu bummeln, und sie fand immer etwas, was ihr gefiel.

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Quelle: dpa

Dresden. Denisa H. hat ein Faible für Dresden und hochwertige Dinge. Die Tschechin kam regelmäßig von Ústí hierher, um durch die Geschäfte der Innenstadt zu bummeln, und sie fand immer etwas, was ihr gefiel – eine Gucci-Tasche für 430 Euro, Pullover und Jacken bei Karstadt für 540 Euro, Sonnenbrillen für 250 Euro oder Klamotten bei Desigual für schlappe 750 Euro. Ob Kosmetik, Parfüm, Unterwäsche, Spielzeug, Kindersachen, sie ließ alles mitgehen und zwar im wahrsten Sinne des Wortes. Die 28-Jährige ging nicht einkaufen, sondern „einklauen“. Wegen Diebstahls in 15 Fällen stand sie jetzt vor dem Amtsgericht.

Die Angeklagte räumt die Diebstähle ohne Wenn und Aber ein. Ein Teil der Sachen sei für sie selbst, für ihren Sohn oder Freund gewesen, den Rest habe sie für Drogen verkauft. Seit zehn Jahren nimmt sie täglich Heroin, unterbrochen von diversen Haftstrafen. Das kostet eine Menge Geld, welches die berufs- und arbeitslose Frau nicht hatte. Also fuhr sie nach Dresden und packt hier ihre mit Alufolie präparierten Taschen voll.

„Sie kam fast wöchentlich. Wir haben sie oft beobachtet, konnten ihr aber nie etwas nachweisen“, erklärte ein Detektiv. Denisa H. war eine geschickte Diebin, wurde aber bei Zufalls-Kontrollen ertappt. Bei Desigual fiel auf, dass ihre Tasche beim „Einkauf“ immer dicker wurde. 15 Mal wurde sie innerhalb eines Jahres gestellt. Gestohlen, das ließ sie durchblicken, hat sie wohl viel mehr.

Die junge Frau, die sich gnadenlos bei anderen bediente, kann aber auch grantig werden, wenn man ihr das Eigentum wegnimmt: die Handtasche mit persönlichen Dingen wie Pfefferspray, Messer oder diverse Clipptütchen. Die 28-Jährige, die wieder schwanger ist, wurde zu zwei Jahren Haft auf Bewährung verurteilt.

Auch einige Türen weiter saß eine junge Frau vor Gericht. Die 31-Jährige soll ihren Ex-Freund mit einem Baseballschläger vermöbelt und fünfmal schwarzgefahren sein. Die kostenlosen Bahnfahrten räumte die Angeklagte ein, die brutalen Schläge nicht. Er habe sie betrunken belästigt und da habe sie ihm mit einem Kinderbaseballschläger einen Schlag auf den Oberarm versetzt, erklärte sie. Das Opfer hatte bei der Polizei von Prellungen und Brüchen erzählt, aber kein ärztliches Attest vorgelegt und zur Verhandlung erschien er nicht. Sein Strafverfolgungsinteresse scheint gering zu sein. Die Angeklagte ist nicht vorbestraft, leidet aber seit drei Jahren an einer Psychose, die sie aus der Bahn gebracht hat. Sie wurde zu vier Monaten auf Bewährung verurteilt. So dumm es klingt: Das war wohl das Beste, was ihr passieren konnte. Ein Bewährungshelfer kann sie dabei unterstützen, ihr Leben wieder in den Griff zu bekommen.

Von Monika Löffler

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