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1000 Hochbegabte werden im Frühjahr in Dresden erwartet

1000 Hochbegabte werden im Frühjahr in Dresden erwartet

"Wenn Sie irgendwo einen promovierten Physiker und einen Schüler der siebten Klasse völlig gleichberechtigt über den Zweiten Punischen Krieg diskutieren sehen, wohnen Sie wahrscheinlich einem Mensa-Treffen bei", heißt es auf einem Faltblatt des internationalen Vereins für Hochbegabte Mensa.

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Petra Krüpper weiß erst seit 1999, dass sie hochbegabt ist. Sie arbeitet als Architektin und Stadtführerin. Für sie ist Intelligenz vor allem die Fähigkeit, Probleme ohne Erfahrungen lösen zu können.

Quelle: Sebastian Kahnert

Vom 18. bis 22. April kommenden Jahres erwarten die Dresdner "M"s, wie sie sich selbst nennen, nahezu 1000 Mensaner aus ganz Deutschland und dem benachbarten Ausland zum Jahrestreffen in der sächsischen Landeshauptstadt. Es ist die erste Mensaner-Versammlung in Ostdeutschland überhaupt. Den Hut für die Organisation hat die Dresdner Architektin Petra Krüpper auf.

Frage : Wie viele hochbegabte Menschen gibt es denn in Dresden?

Petra Krüpper : Man sagt, etwa zwei Prozent der Bevölkerung sind hochintelligent. In Dresden leben etwas mehr als 500 000 Einwohner. Folglich gibt es um die 10 000 überdurchschnittlich begabte Dresdner. Von Hochbegabung sprechen wir ab einem Intelligenzquotienten (IQ) von mindestens 130 Punkten. Die durchschnittliche Intelligenz liegt bei 100 Punkten.

Wann und wo in Dresden können Interessierte ihren IQ testen lassen?

Zum Tag der Intelligenz am Sonnabend beispielsweise. Unser Verein Mensa in Deutschland (MinD) bietet von 11 bis 13 Uhr im Goethe-Institut an der Königsbrücker Straße Intelligenztests an. Ein solcher Test besteht aus mehreren Teilen, die verschiedene Bereiche der Intelligenz messen, dauert 90 Minuten und kostet 49 Euro. Mit einem IQ über 130 Punkte kann man bei uns Mitglied werden.

Wie viele Mitglieder hat MinD in Dresden?

Es sind bislang 76. Deutschlandweit gibt es knapp 10 000 Mensaner und weltweit über 100 000 in mehr als 100 Ländern.

Wie würden Sie den typischen Mensaner charakterisieren?

Es sind nicht unbedingt Leute mit normalen Lebensläufen. Oft haben sie Probleme, sich irgendwo einzuordnen. Mensanern wird es schnell langweilig. Manchmal sind sie nicht beständig, vielleicht auch ein bisschen eigenbrötlerisch. Beim Jahrestreffen in Passau im vergangenen Jahr habe ich einen guten Vortrag gehört, der trug den Titel: "Was nützt mir ein hoher IQ, wenn ich ein emotionaler Trottel bin?"

Mensaner haben ganz unterschiedliche Berufe. Viele Studenten gehören dazu. Ein typischer Student, der Mensaner ist, gibt sich nicht sonderlich viel Mühe beim Studium, weil es ihm eh langweilig ist, hat aber schon 'ne Firma gegründet. Später sind Mensaner sehr oft selbstständig, in der IT-Branche, in Forschungsinstituten. Die Mensanerin übrigens, die das Passauer Treffen 2011 organisiert hat, ist Schreinermeisterin.

Nehmen Sie auch Kinder und Jugendliche auf?

Natürlich. Wir testen den IQ zwar erst ab 14 Jahren. Dennoch haben wir Mitglieder, die sind erst fünf. Spezialisten haben sie zuvor getestet. Für sie gibt es spezielle Angebote bei "Mensa-Kids", zum Beispiel Sommercamps.

Was machen Mensaner in Dresden?

Eine ganze Menge. Wir haben immer am 15. des Monats einen rege besuchten Stammtisch. Es gibt Spieleabende, Literatur- und Musikabende, wir wandern gemeinsam. Und wir haben ein Ortsblatt. Es heißt "Zwingergeister".

Was wird beim Mensaner-Treffen im April los sein?

Da gibt es einmal die üblichen Events, die auf jedem Jahrestreffen stattfinden: den Früh-Ankommer-Stammtisch, den Icebreaker, den Gala-Abend im Luisenhof und zeitgleich den alternativen Gala-Abend im Schillergarten für die, die sich nicht so gerne in Schale schmeißen. Und natürlich die Mitgliederversammlung, der eigentliche Anlass für das Treffen. Ansonsten werden wir viele Stadtführungen im Angebot haben, ich bin ja selbst Stadtführerin. Auf dem Plan stehen jede Menge Vorträge, außerdem Segway- und Drachenbootfahren, Museumsbesuche, Firmen- und Institutsbesichtigungen, ganz unterschiedliche Sachen halt. Wir sind derzeit auf der Suche nach Sponsoren, die das Potenzial erkennen, das hier versammelt sein wird. Damit könnten wir kostenintensivere Veranstaltungen unterstützen. Hochintelligente Leute sind ja nicht unbedingt auch reiche Leute. Und alles, was wir machen, kostet einen geringen Beitrag. Die Veranstaltungen sind im Übrigen offen für alle. Man muss sich allerdings vorher anmelden.

Seit wann wissen Sie, dass Sie hochbegabt sind?

Nun ja, mit dem Wort "hochbegabt" ist das so eine Sache. Ich habe mich nie als hochbegabt empfunden. Zwar habe ich die Schule locker hingelegt. Mitglied bei Mensa bin ich aber erst seit 1999. Aus reiner Neugier wollte ich mal meinen IQ wissen. Intelligenz zu definieren, ist äußerst schwierig. Für mich sind es unter anderem die Fähigkeit, Probleme ohne Erfahrungen lösen zu können, hohe Kreativität, breitgefächerte Interessen, eine schnelle und präzise Auffassungsgabe und die Lust daran, sich mit kniffligen Dingen zu befassen.

Gespräch: Katrin Richter

www.mensa.de

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 29.09.2011

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