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Zwingerfestspiele weiterhin im Zwielicht - Bis heute liegt keine Abschlussrechnung vor

Zwingerfestspiele weiterhin im Zwielicht - Bis heute liegt keine Abschlussrechnung vor

Stopft der Verkehrsverbund Oberelbe (VVO) mit 20 000 Euro öffentlichen Geldern eine Einnahme-Lücke der Veranstalter der Zwingerfestspiele? Fakt ist: Die Dresden Tourismus GmbH (DTG) hat dem VVO am 21. September eine Rechnung für einen Kooperationsvertrag in dieser Höhe ausgestellt.

Von Ralf REdemund

Diese Kooperation mit der DTG sei aber unabhängig von den Zwingerfestspielen, beteuerte VVO-Pressesprecher Christian Schlemper gegenüber DNN.

Zwei Monate nach der letzten Aufführung des Stücks "Die Mätresse des Königs" von Regisseur Dieter Wedel im Zwinger liegt indes immer noch keine Schlussrechnung vor. DTG-Chef Ralph Sander hatte diese Bilanz für Mitte Oktober angekündigt. Jetzt wurde auf DNN-Anfrage kein Zeitpunkt mehr genannt. Stattdessen hieß es, es werde einen bilanziellen Abschluss geben. Wann? Diese Frage ließ Sander offen.

Die DTG hatte eigens die hundertprozentige Tochterfirma Dresden Event GmbH (DEG) gegründet, um das 2,6-Millionen-Euro-Projekt zu stemmen. Doch es kamen weit weniger Zuschauer als erhofft, wurden viele Tickets verramscht oder verschenkt, nur 60 Prozent der Karten konnten verkauft werden. Eine Einnahme-Lücke von knapp einer Million Euro mochte der Festspiel-Veranstalter nicht bestätigen. Stattdessen spricht die DTG auf DNN-Anfrage von einer Lücke in Höhe von 250 000 bis 300 000 Euro. So genau weiß man das wohl noch nicht.

Abgesehen von individuell vereinbarten Ratenzahlungen seien aber alle Forderungen vertragsmäßig beglichen, ließ die DTG auf DNN-Drängen mitteilen. Ob denn Geld aus der DTG, die mit städtischem Zuschuss gestützt wird, in die DEG, sprich: zum Stopfen des Einnahme-Loches, geflossen ist, wollte die DNN wissen. Von Beginn an sei die finanzielle Beteiligung der Tourismusbranche geplant gewesen. "Diese Beteiligung erfolgt durch die DTG als Dienstleister der Branche und den Tourismusverband direkt", hieß es.

Auch die angeblich zwölf Geldgeber, die das Einnahme-Loch gestopft haben sollen, wurden von der DTG nicht genannt. Es habe Bewegungen innerhalb der Geldgeber gegeben. Die Unterstützer möchten anonym bleiben, hieß es. Nach DNN-Informationen gehört Schloss Wackerbarth nicht mehr dazu. Jegliche Beteiligung dementierte gestern Abend Thomas Bohn, Dynamo-Dresden-Aufsichtsratschef und Geschäftsführer der Saxoprint GmbH.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 24.10.2011

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