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Zwei Dresdner zum Hilfseinsatz in Bolivien

Zwei Dresdner zum Hilfseinsatz in Bolivien

Von wegen faule und verdorbene Jugend. Auch heutzutage gibt es noch Idealisten, die sich engagieren, um die Welt ein klein wenig besser zu machen.

Von Stephan Hönigschmid

Die 19-jährige Dresdner Rettungsassistentin Tina Renno und ihr 22-jähriger Freund Johannes Bettin gehören zu diesen Menschen. Jeweils 1500 Euro nahmen die beiden in die Hand, um für zwei Monate in Bolivien beim Vorhaben "Proyecto Horizonto" in der Gemeinde Mineros San Juan Ushpa-Ushpa zu helfen.

Seit Anfang Februar sind sie mittlerweile im Einsatz und von ihrer Aufgabe nach wie vor überzeugt: "Als Bewohner eines Industrielandes möchte ich etwas zurückgeben. In Bolivien ist das besonders wichtig, weil hier die sozialen Unterschiede sehr groß sind", erläutert der Politikstudent Johannes Bettin.

Konkret geht es bei dem Projekt um die Verbesserung der Lebensbedingungen der Menschen in der Gemeinde Mineros San Juan Ushpa-Ushpa am südlichen Rand der Stadt Cochabamba im bolivianischen Andenhochland. Die Gemeinde wurde im Jahr 2001 von arbeitslos gewordenen Minenarbeitern gegründet, die auf der Suche nach einer besseren Zukunft in die Stadt gekommen waren.

Das "Proyecto Horizonte" existiert seit 2004. Es wurde von dem Schweizer Arzt Christian Rühmer und seinem bolivianischen Kollegen Osvaldo Castro ins Leben gerufen. Im Zuge des Projekts sollen die Lebensbedingungen der Menschen vor allem durch Bildung, Gesundheitsfürsorge und Gemeindeentwicklung verbessert werden. Die zwei Dresdner Freiwilligen arbeiten vor Ort zum einen in der Krankenstation und in einer Stelle, die Mikrokredite vergibt. "Ich möchte später einmal Medizin studieren. Von daher ist es interessant zu sehen, wie hier alles funktioniert", erzählt Tina Renno.

Gemeinsam mit Professor Osvaldo Castro, zwei weiteren Ärzten und vier Schwestern hilft die 19-Jährige in der 2006 neu eingerichteten Station mit, um den verarmten Familien einfache medizinische Hilfe, aber auch komplizierte Operationen zu ermöglichen. Johannes Bettin kümmert sich hingegen in einem anderen Bereich des Projektes um die Vergabe von Mikrokrediten.

Die durch den Friedensnobelpreisträger Muhammad Yunus bekannt gewordenen Kredite sollen den Menschen Hilfe zur Selbsthilfe gewähren. Dahinter steht der Gedanke, dass zum Beispiel auch vielfache Mütter wissen, was sie in Heimarbeit herstellen und auf lokalen Märkten verkaufen können, aber ihnen fehlt einfach das nötige Startkapital. "Ich betreue hier die Leute, damit sie auch tatsächlich einen Kredit bekommen. Zu diesem Zweck sehe ich unter anderem die Geschäftspläne durch", erzählt Bettin.

Da das gesamte Projekt ausschließlich privat finanziert ist, würden sich die zwei Dresdner über Spenden freuen. "Die Spendenfinanzierung hat den Vorteil, dass das Projekt dadurch unabhängig ist. Bereits jetzt kommt ein Großteil der Gelder aus Deutschland und den USA.

Verein zur Förderung des Kindergartens Uspha-Uspha, Kto.: 7595, Blz: 701 695 43, Raiffeisenbank Isartal

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 23.02.2012

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