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Zum 20. Mal: Dresdner Narren übernehmen die Macht im Rathaus

Zum 20. Mal: Dresdner Narren übernehmen die Macht im Rathaus

Dresden. Pünktlich um 11.11 Uhr am 11.11.2011 stürmen die Dresdner Narren das Rathaus. Bereits zum 20. Mal übernahmen sie mit Fanfaren und Pauken vorübergehend den Schlüssel von Sozial-Bürgermeister Martin Seidel und damit die Macht.

Die närrische Saison steht dieses Jahr unter dem märchenhaften Motto „Geister, Elfen oder Feen - viele Zauberwesen könnt Ihr seh‘n".

Bereits weit vor 11 Uhr haben sich die Narren vor der Rathauspforte eingefunden. Langsam werden die Kleinen unruhig. Mit weißen Schuhschlappen an den Füßen wippen sie hin und her, der grün-weiße Rock ist mit Paletten geschmückt und bewegt sich im Rhythmus der Marschmusik. Es ist kalt, aber die Funkemariechen müssen sich noch ein wenig gedulden. Gemeinsam mit etwa 100 anderen Karnevalsbegeisterten warten die kleinen Tänzerinnen vor dem Rathaus auf den Bürgermeister. Um den Politiker herauszulocken, stimmt der Dresdner Carneval Club e.V. (DCC) ein dreifaches „Saxonia Hellau!" an und die Menge macht begeistert mit.

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Lange warten lässt der Bürgermeister die Dresdner nicht: Unter Marschmusik schreitet Martin Seidel die Treppen seines Hauses runter, begleitet von zwei Tänzerinnen. Er habe gehört, dass die Stimmung gut sei, erklärt er und steigt zu Ute Henkel, der Vizepräsidentin des DCC, und zum Ehrenpräsidenten Günter Bibrach aufs Podest. „Liebes närrisches Volk!", begrüßt der Bürgermeister das Publikum und sorgt gleich für ein paar Lacher, als er einräumt: „Und damit meine ich natürlich hauptsächlich die Mitarbeiter der Stadt."

Gerne übergebe er den Schlüssel bis Februar an die Karnevalisten, meint Seidel. Er freue sich sehr auf seine freie Zeit. Ute Henkel dankte dem Bürgermeister für den Schlüssel, den er ihr um Punkt 11.11 Uhr überreichte. „Die Amtsgeschäfte, die sie uns übertragen, werden wir mit einer Leichtigkeit erfüllen!", versicherte die Vize-Präsidentin des Narrenclubs.

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Durchweg positiv blickt Günter Bibrach, der Ehrenpräsident des DCC, auf die kommende Faschingssaison. Für den 60-Jährigen bedeutet Fasching vor allem eines: Spaß. Jedes Jahr freue er sich auf die Saison. „Auch wenn es einmal ein Tief gibt, muss  man immer etwas draus machen", erklärt Bibrach seine karnevalistische Lebensphilosophie und spielt dabei auch auf den Wegfall des traditionellen Veranstaltungsortes des DCC, das Ballhaus Watzke, an.

In diesem Jahr finden an zwei Wochenenden die Karnevalssitzungen im Gasthof Weißig statt. Weiteres sei noch nicht sicher, meinte der Dresdner, der 16 Jahre lang Präsident des DCC war.

An einer der Faschingveranstaltungen werde er bestimmt teilnehmen, versichert Franz Fischer, der seinen kleinen Terrier Zcotti mit zu dem Narrenfest gebracht hat. „Bis spätestens Faschingsdienstag muss man etwas unternommen haben", findet der 65-Jährige, der seit Jahren karnevalsbegeistert ist. „Schon kurz vor der Saison kribbelt es in mir", meint er lachend, so sehr freue er sich auf die Saison.

Die finanziellen Sorgen der Karnevalsvereine, die immer weniger Sponsoren finden und unter hohen Mieten leiden, stehen am 11.11 im Hintergrund und trüben Laune des Ehrenpräsidenten Günter Bibrach nicht. „Seit über 30 Jahren feiere ich Karneval", erklärt der Ehrenpräsident. „Schon als Kind habe ich Kostüme mit meinen Eltern gebastelt." Ein echter Narr eben. Und der lässt sich nicht so schnell aus der Ruhe bringen.

Leonie Born

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