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Zehn Länder in drei Monaten: Dresdner Abenteurer erkunden mit dem Rad die Welt

Zehn Länder in drei Monaten: Dresdner Abenteurer erkunden mit dem Rad die Welt

Über drei Monate ist es mittlerweile her, dass die beiden Dresdner Stefan Utke und Johannes Hörtsch das Abenteuer ihres Lebens angetreten haben: eine Weltreise mit dem Fahrrad (DNN berichteten).

Seitdem haben sie zahlreiche Länder besucht, Menschen und fremde Kulturen kennengelernt und so einige Kilometer absolviert. "Seit unserem Start am ersten Mai haben wir bereits etwas mehr als 3200 Kilometer durch zehn verschiedene Staaten zurückgelegt", berichten die beiden. Wie geplant führte ihre Tour bisher durch Tschechien, Polen, die Slowakei, Ungarn, Rumänien bis nach Moldawien, die Ukraine und Bulgarien. Seit zwei Wochen sind die Radler in Istanbul in der Türkei. "Zur Zeit kümmern wir uns um die Visa-Angelegenheiten für den Iran. Die restliche Zeit nutzen wir, um diese große, exotische, pulsierende und sehr interessante Stadt zu erkunden", erklärt Stefan.

Mit ihrer bisherigen Rundreise sind die beiden 26-Jährigen sehr zufrieden. Besonders überrascht waren sie von der Gastfreundlichkeit, die ihnen in jedem Land - vor allem aber in der Türkei - entgegen gebracht wurde. Ein Beispiel: in der Stadt Vize, die circa 150 Kilometer nordwestlich von Istanbul liegt, machten die beiden Pause in einem sogenannten Tee-Garten. "Kurze Zeit später gesellte sich der Besitzer dieses Restaurants zu uns und wir begannen eine Unterhaltung", berichtet Johannes. Auch ein Freund des Eigentümers (Mustafa) setzte sich zu der kleinen Gruppe dazu, lud Stefan und Johannes sogar ganz spontan zu einer Stadtrundfahrt ein. "Er zeigte uns die dortige Hagia Sophia, eine uralte Festung, das verlassene Hamam, das römische Amphitheater und die hiesige Moschee. Nach Beendigung der Tour, lud er uns in seinem Tee-Garten noch zum Essen ein", so die Abenteurer.

Am interessantesten fanden die beiden aber bisher die Reise durch Rumänien, Moldawien und dessen Hauptstadt Chisinau. "Generell wussten wir recht wenig über diese Länder, wurden gewarnt vor Dieben, böswilligen Menschen und bissigen Hunden", erzählt Stefan. Doch das genaue Gegenteil war der Fall: Die Menschen begegneten den beiden sehr offen und legten "eine wohlgesonnene Mentalität und enorme Gastfreundschaft" an den Tag. Auch die Naturkulisse beider Länder sei einzigartig. Ebenfalls begeistert waren die Dresdner von Ortschaften wie Kutna Hora in der Tschechei, dem polnischen Krakau und dem kleinen rumänischen Strandort Vama Veche.

Sicherlich fragen sich nun viele, wie die Dresdner mit den Einheimischen überhaupt kommunizieren, aber das ist schnell beantwortet: "Mit Englisch kommen wir meist gut zurecht. In der Ukraine haben meine Russisch-Brocken gut geholfen. Johannes hat zudem einige Spanisch- und Französischkenntnisse, die sich ebenfalls als nützlich erwiesen haben", berichtet Stefan - und sollte eine mündliche Kommunikation überhaupt nicht möglich sein, bleibt den beiden immer noch die Zeichensprache.

Doch grundsätzlich sind die Weltumradler bisher gut klar gekommen, auch das mitgenommene Gepäck ist ausreichend, teilweise musste sogar schon aussortiert werden. "Kleinigkeiten, wie Trinkbecher oder überflüssige Kleidung hatten wir zwar eine lange Zeit im Gepäck, jedoch nie benutzt. Nach über 3000 Kilometern im Sattel zählt aber jedes Gramm, vor allem wenn wir Steigungen von zehn Prozent hoch radeln müssen", erzählen Stefan und Johannes. Auch das Wetter meinte es bisher gut mit den beiden Jungs. Nur in den rumänischen Karpaten hatten sie mit viel Regen zu kämpfen. "Deswegen haben wir auch oft länger an einem Ort verweilt beziehungsweise haben mehr als einmal in Billighotels und Pensionen eingecheckt, als uns lieb war", erklärt Johannes.

Doch nun sind die beiden in einer schönen Wohnung mit Blick auf den Bosporus untergebracht. Sobald die Einreisegenehmigung für den Iran vorliegt, wollen die Abenteurer anschließend Indien, Nepal und Südostasien bereisen. Finale Etappe ihrer Rundreise ist übrigens Australien. Hier wollen die Dresdner noch ein Jahr Work & Travel anhängen, bevor es wieder in die Heimat zurückgeht.

@Ausführliche Reiseberichte von Stefan und Johannes sind auch im Internet unter http://cyclingdreamcatchers.wordpress.com zu finden.

Steinmann, Nadine

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