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Zählen, messen, wiegen: tierische Inventur im Dresdner Zoo

Zählen, messen, wiegen: tierische Inventur im Dresdner Zoo

Dresden. Aufregung herrscht derzeit bei Tieren und Pflegern im Dresdner Zoo. Bei der jährlich zu Jahresbeginn wiederkehrenden Inventur wird alles gezählt und vermessen, was Beine, Flügel oder Flossen hat.

Ob Elefant, Pelikan oder Schwertfisch - jede Kreatur wird einzeln erfasst und die Zahlen anschließend mit denen der Vorjahreszählung abgeglichen.

Jeder Versuch, sich Maßband und Waage sowie dem aufmerksamen Blick der Tierpfleger zu entziehen, ist momentan zwecklos. Schließlich muss der Zoo über seine Bestände bei der Stadt Rechenschaft ablegen. Wie viele Tiere sind dazugekommen? Wie viele wurden abgegeben oder sind verstorben? All diese Informationen fließen in die Bilanz mit ein. „Eine besondere Herausforderung ist das Zählen bei den Vögeln und Fischen", sagt Zooleiter Wolfgang Ludwig. Denn die oft in großen Gruppen und Schwärmen auftretenden Tiere sind schwer auseinanderzuhalten: „In dem Gewimmel kann man schon mal einen doppelt erwischen", so der Zooleiter.

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Hier dürfte die Zählung schon um einiges schwieriger werden: Dutzende Flamingos sind hier auseinanderzuhalten.

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Weniger Schwierigkeiten machte da schon Ameisenbärin Juanita. Willig ließ sich das noch junge Tier im Brandes-Haus in die fliederfarbene Box setzen, die auf einer Waage platziert wurde. Doch Juanita hat derzeit auch andere Probleme: „Aufgrund einer Zungenerkrankung hat sie tagelang nicht gefressen, jetzt geht es ihr wieder besser", verrät Zooleiter Ludwig. Immerhin: 4760 Gramm bringt Juanita zwischenzeitlich wieder auf die Waage - „in Ordnung", befindet Pfleger Ben Preußler. Momentan lebt Juanita noch allein in ihrem Gehege, seit einem halben Jahr sucht der Zoo nun schon nach einem Partner, damit es recht bald Ameisenbären-Nachwuchs geben möge.

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Mit Regenschirmen und Jacken trotzten die Besucher am Kindertag dem Regen.

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Die Dresdner Zebras grasen völlig unaufgeregt trotz der vielen Besucher.

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Als wahrer Kraftakt entpuppte sich dagegen das Vermessen und Wiegen von Boa-Constrictor-Dame Gerda. Stattliche 2,30 Meter lang, bringt das Schlangentier immerhin neuneinhalb Kilogramm auf die Waage. Und im Blitzlichtgewitter jede einzelne Windung ihres schlängelnden Körpers vermessen zu lassen, danach steht Gerda nicht wirklich der Sinn. Und so sind drei Tierpfleger nötig, um das vier Jahre alte Tier zu vermessen. „Zehn Zentimeter ist sie im vergangenen Jahr gewachsen, ein Kilogramm hat sie zugelegt", verkündet ihr Pfleger Gerd Grätz nicht ohne Stolz. Nach dem Wiegen geht es für Gerda wieder zurück in das Orang-Utan-Haus, in dem sie lebt - weil Ziehpapa Gerd Grätz dort Pfleger ist.

Etwas entspannter, dafür aber mit ordentlichem Gekreisch der Flamingos im Hintergrund, geht es bei der Zählung der Pelikane zu. Die aus südlichen Gefilden stammenden zartrosa Vögel sind ein echtes Versuchsprojekt des Dresdner Zoos. Von fünf auch nunmehr elf wurde ihr Bestand in den letzten zwei Jahren aufgestockt. „Mit diesen Tieren hoffen wir, eine erfolgreiche Zucht aufbauen zu können", verrät Wolfgang Ludwig. Doch noch sind sie dafür zu jung. Frühestens in einem Jahr werden die ersten geschlechtsreif. Und bis dahin bleiben die schönen Tiere vorerst zu elft.

Jane Jannke

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