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Wurst oder Wurzelgemüse - Veggi-Day an der Neuen Mensa der TU erhitzt die Gemüter

Wurst oder Wurzelgemüse - Veggi-Day an der Neuen Mensa der TU erhitzt die Gemüter

Leerer Magen studiert nicht gern, dachte sich der 20-Jährige Dennis am Mittwochmittag, als er sich zwischen zwei Vorlesungen auf in die Neue Mensa der TU Dresden an der Bergstraße machte.

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Quelle: Christin Grödel

Dort angekommen, staunte er jedoch nicht schlecht: Seine Auswahl begrenzte sich auf vier fleischlose Gerichte, die Mensa feierte einen „Veggi-Day".

„Nur vegetarische Gerichte, das finde ich doch etwas übertrieben. Fleisch braucht der Mensch, der eine mehr, der andere weniger", meinte der Student des Wirtschaftsingenieurwesens sichtlich irritiert. Eine Alternative bot sich ihm jedoch in unmittelbarer Nähe. Die Liberale Hochschulgruppe Dresden (LHG) protestierte mit gegrillten Bratwürsten auf der Wiese vor dem Willersbau gegen das rein vegetarische Angebot der Mensa. „Ich bin aus Thüringen, von den sächsischen Bratwürsten bin ich deshalb nicht überzeugt. Dann lass ich es lieber", meinte Dennis und zog magenknurrend von dannen.

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Wurst statt Gemüse hieß es auf der Wiese vor dem Willersbau.

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Anderen hingegen schien die Wurst zu schmecken. Eine beachtliche Gruppe Studierender hatte sich gegen 12.30 Uhr um den kleinen Grill stationiert. Doch der anfängliche Schein trog, eine hitzige Diskussion hatte sich zwischen Wurst- und Gemüseliebhabern entsponnen. Auf der einen Seite also die LHG mit ihrem Vorsitzenden Konrad Richter. Sie hatten das Protestgrillen organisiert, weil sie sich vom Studentenwerk bevormundet fühlen. „Es kann nicht sein, dass das Studentenwerk den Studierenden ihren Lebenswandel vorschreibt", so Richter. Und sein Mitstreiter Martin Börnert pflichtet ihm bei: „Ich habe nichts gegen Vegetarier oder Veganer, aber ich bin für eine freie Wahl."

Auf der anderen Seite die Vertreter des Veggi-Days. Dass Vegetarier ein Recht auf Auswahl hätten und es unverhältnismäßig sei, jeden Tag Fleisch zu essen, war hier zu hören. Und der Veganer Marko brachte es für seine Anhänger auf den Punkt: „Das hier ist eine Anti-Aktion, die einfach nichts bringt. Der Mensch hat auch sonst keine gerechte Entscheidungsfreiheit. Was ist so schlimm daran, wenn man ein Mal im Monat auf Fleisch verzichtet?" Und Annette, die vor der Mensa mit einem Stand das Prinzip der Verbrauchergemeinschaft Dresden vorstellte, wurde noch deutlicher: „Diese Aktion ist lächerlich."

Die anfänglich verbale Auseinandersetzung wurde gekrönt von plötzlich durch die Luft sausenden Wasserbomben, die dem Grill das ein oder andere Mal gefährlich nahe kamen. Über die Gründe des nassen Protestes oder die „Zufälligkeit" einer Wasserschlacht in direkter Nachbarschaft zu den Wurstgrillern wollte sich allerdings keiner der Werfer äußern.

Initiator des Veggi-Days, der von nun an ein Mal pro Monat Fleisch von der Speisekarte der Neuen Mensa streicht, ist die Organisation Mensa Universale. Seit zwei Jahren haben die Mitglieder auf diesen Tag hingearbeitet. „Wir wollen niemanden bevormunden, sondern eine Alternative anbieten. Und eine intensive Beschäftigung mit dem Thema anregen", erklärte Johannes Rabenseifner von Mensa Universale. Auf die Kritik, man müsse in andere Mensen ausweichen, um Fleisch essen zu können, entgegnete der 21-Jährige: „Das müssen wir Vegetarier an jedem anderen Tag auch machen, um eine gewisse Auswahl zu erhalten."

Christin Grödel

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