Volltextsuche über das Angebot:

20 ° / 9 ° wolkig

Navigation:
Google+
Wie viele Rosinen stecken tatsächlich im Weihnachtsstollen Dresdner Nachwuchsforscher haben nachgezählt

Wie viele Rosinen stecken tatsächlich im Weihnachtsstollen Dresdner Nachwuchsforscher haben nachgezählt

Den Geistesblitz hatten sie im Herbst vergangenen Jahres. In wenigen Wochen war Weihnachten, und bekanntlich gehört neben dem Christbaum und den Geschenken auch ohne Frage der Dresdner Christstollen zur schönsten Zeit des Jahres.

Voriger Artikel
30.000 Blumen sollen Besucher ins Palais im Großen Garten Dresden locken
Nächster Artikel
Styling-Show im Dresdner Elbepark - Runderneuerung von Kopf bis Fuß in 45 Minuten

Was tut man nicht alles für die Wissenschaft: Die beiden Mittelschüler Julian und Oliver Mai (v.l.) haben für "Jugend forscht" jede einzelne Rosine aus zehn Christstollen geklaubt.

Quelle: Martin Förster

Neben Mehl, Butter und Zucker sorgen vor allem Rosinen für den saftigen Geschmack. Die beiden Brüder Oliver (10) und Julian Mai (12) von der 116. Mittelschule in Dresden haben die süßen Speisen mal genauer analysiert. Sind tatsächlich genug Rosinen im Dresdner Stollen? Und geboren war eine Idee für den Regionalwettbewerb von "Jugend forscht - Schüler experimentieren", an dem die beiden Fünftklässler heute teilnehmen.

Die Wettbewerbsjury wird sicherlich nicht mit hungrigen Mägen nach Hause gehen. Dafür sorgen Oliver und Julian, die heute bei der Enso im City-Center ihr Experiment präsentieren. "Wir haben zehn verschiedene Stollen auseinandergenommen und die Rosinen nachgezählt", erklärt Oliver das Vorgehen. Doch warum das Ganze? Ganz einfach: Stollen sei eben nicht gleich Stollen, denn nur der echte "Dresdner" müsse, bezogen auf den Mehlanteil, mindestens 65 Prozent Rosinen enthalten, klären die beiden auf. Gnadenlos wurden also die Stollen zerbröselt und akribisch jede noch so kleine Korinthe erfasst. Und jetzt schätzt mal, auf wie viele die Jungs gekommen sind! "Test bestanden", lautete jedenfalls ihr einhelliges Urteil, die Stollen trugen das Qualitätssiegel zu Recht. (Die Lösung steht am Ende des Artikels.)

Nun ist der Dresdner Christstollen aber nicht jedermanns Sache. Selbst das haben die Fünftklässler untersucht: Wer mag die Weihnachtsspezialität besonders gern? Die beiden Brüder verschickten daher an Bekannte, Freunde und Verwandte noch rund 200 Fragebögen. Und das Ergebnis überrascht kaum: Frauen mögen Stollen mehr als Männer, und auch ältere greifen viel lieber als jüngere Menschen zu der süßen Speise. Die Daten haben die beiden mathematikinteressierten Schüler anschließend grafisch aufbereitet und eine schriftliche Arbeit in der Kategorie Mathematik/Informatik verfasst, die sie heute Publikum und Preisrichtern vorstellen.

Entstanden ist das Forschungsprojekt im Dresdner Kinder- und Jugendhaus Insel. Bereits das dritte Jahr in Folge begibt sich die Einrichtung des Landesverbandes Sächsischer Jugendbildungswerke (LJBW) auf "die Suche nach den Wissenschaftlern von morgen", berichtet Ulrike Wend. "In den Herbstferien beginnen die ersten Vorbereitungen", erklärt die Sozialpädagogin. Dann macht man sich mit den Regeln des Wettbewerbes vertraut, entwickelt erste Ideen, nimmt an Exkursionen, Ausstellungen und einem Rhetoriktraining teil und besucht vor Ort Fachleute. In diesem Jahr betreut die Sozialpädagogin acht Schüler, die an sechs wissenschaftlichen Projekten und Experimenten geforscht haben und neue Ideen für den Alltag entwickelten. Aufgerufen waren Schüler ab der vierten Klasse bis 14 Jahre. "Leider war aber diesmal kein einziges Mädchen unter den Teilnehmern", bedauert sie.

Nicht minder spannend ist da beispielsweise das Vorhaben von Theodor Hogan (9), der sein Handy unterwegs aufladen will und das immer dann, wenn er mit der Schuhsohle auftritt. Steven Jodzio (11) hat sich mit Sonnenenergie beschäftigt und die Leistungsfähigkeit des Parabolspiegel-Stirling-Systems mit der von Solarzellen verglichen, und Tom Wiesner (12) beschäftigte sich mit dem Phänomen der schwarzen Löcher im Weltraum.

www.jufo-dresden.de, www.insel-ljbw.de

Auflösung: Im Durchschnitt enthielt jeder der untersuchten 500 Gramm schweren Weihnachtsgebäcke knapp 350 getrocknete Weintrauben. Es gab aber auch Stollen mit mehr als 400 Rosinen darin.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 02.03.2012

Benjamin Winkler

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Boulevard