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Weltuntergang bleibt wohl aus – in Dresden geht das Leben seinen normalen Gang

Weltuntergang bleibt wohl aus – in Dresden geht das Leben seinen normalen Gang

Dresden. Der von einigen befürchtete Weltuntergang ist wohl auf unbestimmte Zeit verschoben. Zumindest in Dresden gab es bis zum Freitagmittag keinerlei Anzeichen einer drohenden Apokalypse.

Die Stadt präsentierte sich vielmehr im ganz normalen vorweihnachtlichen Trubel.

Rund um das Papier des Anstoßes ist allerdings mehr los als sonst. Der Dresdner Maya-Kodex, auf den sich mancher Weltuntergangsprophet beruft, lagert sicher in der Schatzkammer des Dresdner Buchmuseums in der Sächsischen Landes- und Universitätsbibliothek (SLUB). Im Gegensatz zu normalen Tagen haben die Sicherheitskräfte, die den Zugang zum Allerheiligsten freigeben, aber alle Hände voll zu tun.

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Geht am 21. Dezember die Welt unter? Viele Menschen diskutieren über die angebliche Maya-Prophezeihung.

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„Gestern war hier wahnsinnig viel los“, berichtet einer der Mitarbeiter, der im Zehn-Minuten-Takt gerufen wird, weil Schaulustige einen Blick auf das seltene Dokument werfen wollen. Drinnen erklärte Expertin Sandra Rahm am Vormittag einer Schülergruppe, was sich wirklich hinter dem System des Maya-Kalenders verbirgt. Einige Schüler kichern, als Rahm erwähnt, dass von einer Apokalypse nichts drin steht und erst recht nicht das Datum 21.12.2012 erwähnt wird. Als Rahm dann noch erzählt, wie viele Google-Treffer das Wort Weltuntergang hat, lachen alle.

Ein Blick ins Gästebuch offenbart, wie groß die morbide Anziehungskraft des Kodex’ ist. „Gerade noch rechtzeitig“, hat jemand geschrieben, „der Untergang kommt ganz bestimmt“, ein anderer. Neben deutschen Danksagungen finden sich zahlreichen anderen Sprachen. Russisch, chinesisch, auch aus Mexiko und Indien stehen Grußbotschaften auf dem Papier.

Am Abend will die SLUB ihren Kodex noch einmal gebührend feiern. Das Konzert mit den Dresdner Symphonikern ist restlos ausverkauft, wird aber per Internet in alle Welt übertragen.

Im Rest der Stadt ist von möglicher Endzeitstimmung nicht viel zu merken. „Ich gehe davon aus, dass ich morgen wieder auf Arbeit muss“, lacht die Mitarbeiterin eines Geschäftes in der Altmarkt-Galerie zwischen vielen Kunden, die noch nach letzten Weihnachtsgeschenken suchen. Die meisten lachen über die Prophezeiungen. Auch bei Globetrotter, wo sich in den vergangenen Tagen mancher mit Wasserfiltern oder Trockenkeksen eindeckte, ist normales Weihnachtsgeschäft. „Die Welt geht ja auch nicht zu Silvester unter, nur weil da mein Kalender aufhört“, meint ein Passant. Andere Dresdner beugen vor: Sie kommen mit frischen Kalendern für 2013 aus den Geschäften.

Stephan Lohse

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