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Was bekomme ich für 50 Euro? DNN testen den Winterschlussverkauf in Dresden

Was bekomme ich für 50 Euro? DNN testen den Winterschlussverkauf in Dresden

Große, rote Schilder mit fett gedruckten Prozentzahlen, wo man nur hinschaut - das kann nur eines bedeuten: der Winterschlussverkauf hat nun endgültig in ganz Sachsen begonnen und lädt zum hemmungslosen Shoppen ein.

In meinem Portemonnaie habe ich 50 Euro, die ich ausgeben darf. Mal sehen, ob ich dafür ein komplettes Outfit zusammenstellen kann.

Der erste Laden, in dem ich mich umschaue, verspricht schon einiges. Fleecejacken kosten nur noch 20 Euro statt 40 Euro und auch die Mützen sind bereits ab zehn Euro erhältlich. Dennoch sagt mir mein Bauchgefühl, dass es noch günstiger geht. Also ab zum nächsten Laden. Erneut werben Schilder für die reduzierte Ware. Als ich aber das erste Kleidungsstück in die Hand nehme, erschrecke ich. Statt 100 Euro, kostet die Hose nur noch 60 Euro. Klar, ist auch eine Preissenkung, aber ich habe schließlich nur 50 Euro.

Beim dritten Laden werde ich endlich fündig. Statt den Prozentzahlen locken hier die verschiedensten Kleiderständer, über denen die Schilder "4,95 Euro" oder "9,95 Euro" ankündigen. Ich beginne zwischen den anderen Frauen umherzulaufen und staune nicht schlecht: die erste Hose, die ich in die Finger bekomme, kostet nur 4,95 Euro. Verdutzt frage ich die Verkäuferin, ob der Preis stimmt. "Wenn es so drauf steht, dann ja", antwortet sie mir lächelnd. Sofort frage ich, ob sie mir bei meinem Experiment behilflich sein will, woraufhin die junge Dame begeistert zustimmt. Den Anfang hatte ich allerdings schon gemacht, denn ein Wollrock für 6,95 Euro und ein lachsfarbenes Oberteil mit schwarzen Gür-tel für 4,95 Euro hatten es mir bereits vor der Hose angetan. Beides zusammen würde mich also nur 11,90 Euro kosten. Gut, fehlen noch ein Wintermantel, Schal, Schuhe, Mütze und Handschuhe.

Bei dem Mantel geht meine auserkorene Modeberaterin zielsicher auf einen Klamottenständer zu, auf dem zahlreiche Jacken hängen - für 4,95 Euro! "Ich habe den gleichen Mantel zu Hause, er ist wirklich schick", verspricht die Verkäuferin. Mit den ausgesuchten Utensilien begebe ich mich nun in die Umkleidekabine, um einen ersten Eindruck zu bekommen. Meine Beratung geht unterdessen bei den Schals schauen.

Nur wenig später kommt sie mit einem weißen und einem kunterbunten Schal zurück. Spontan entscheiden wir uns beide für die peppigere Variante. Ebenfalls schnell fündig werden wir dann noch mit einer beigefarbenen Mütze und Handschuhen. Alles drei kostet zusammen 17,85 Euro. Mir bleiben also noch 15,30 Euro für Schuhe. Tatsächlich entdecken wir ein Paar für 9,95 Euro, so dass mir immer noch 5,35 Euro bleiben. Aber was könnte ich mir denn noch kaufen? Schließlich ist das Outfit komplett! Die rettende Idee kommt von meiner Modeberaterin, die kurz verschwindet und wenig später mit einer Umhängetasche für 4,95 Euro zurückkommt. Sprich: ich bin bei einem Betrag von 49,60 Euro gelandet. Besser konnte mein kleines Experiment nicht laufen und mit dieser Erkenntnis verlasse ich voll bepackt - und überaus glücklich - das Geschäft.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 22.01.2013

Nadine Steinmann

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