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Warmes Kleid für den "Leopard": Testlauf für Strickaktion im Dresdner Militärmuseum

Warmes Kleid für den "Leopard": Testlauf für Strickaktion im Dresdner Militärmuseum

Das Projekt Panzer Einstricken des Dresdner LouisenkombiNaht kommt gut voran. Bis zum 11. Februar wollen 80 Strickbegeisterte einen solchen stählernen Riesen komplett mit Wolle umhüllen.

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Nur noch das Geschützrohr harrt der Umgarnung. Ansonsten passt das neue Gewand dem "Leo" schon ganz gut.

Quelle: Jane Jannke

Am Dienstag fand im Depot des Militärhistorischen Museums die erste Anprobe statt.  

Pünktlich zur Eiseskälte wird dem Panzer vom Typ Leopard 1 mollig warm. Am Dienstag rückten die Extremstricker des Dresdner LouisenkombiNaht an. Im Gepäck hatten sie ein fast fertiges, kunterbuntes Strickkleid für den Koloss. Derzeit bekommt der „Leo“ zwar noch kalte Füße. „Aber wir haben die Fragmente dafür bereits fertig. Sie müssen nur noch angepasst werden“, so Projektleiterin Kristina Krömer bei der Anprobe. Noch rund drei Wochen haben die Friedensaktivisten dafür Zeit.  

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Anprobe im Militärhistorischen Museum: Ein Panzer vom Typ Leopard 1 bekommt ein mollig warmes Strickkleid verpasst.

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Für den Testlauf war der Panzer eigens von seinem Standplatz im Außengelände in das Großgerätelager des Museums gefahren worden. Schließlich herrschen derzeit draußen um die -9 Grad Celsius – das wollte man den Strickern nicht zumuten. Von denen waren viele zur Anprobe erschienen. Unter kräftigem Zupacken der fast ausschließlich weiblichen Helfer wurde das Gewand im Patchwork-Design über das 42 Tonnen schwere Ungetüm gehievt, die einzelnen Teile später mit flinker Nadel miteinander vernäht.  

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Louisenkombinaht strickt Panzer ein

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Insgesamt rund 80 Strickkünstler vom Kind bis zur Seniorin hatten seit September jede freie Minute an dem Projekt gearbeitet, das anlässlich des Gedenkens für die Zerstörung Dresdens am 13. Februar ein Zeichen gegen Krieg und militärische Gewalt setzen soll. Im November hatte man damit begonnen, die einzelnen Strickteile miteinander zu verbinden. „Unser Ziel ist eine Welt ohne Panzer und Krieg“, so Krömer selbstbewusst. Und so zieren unter anderem Motive von Friedenstauben und anderen Friedenssymbolen die bunten Wollbahnen.  

Ursprünglich hatte ein sowjetischer T-34-Panzer aus dem Zweiten Weltkrieg das Strickkleid erhalten sollen. Doch dagegen hatte sich insbesondere aus linken Kreisen Widerstand geregt. Deshalb hatte das Museum letztlich ein weniger umstrittenes Modell angeboten. Ab dem 11. Februar wird der vollständig umhüllte Panzer mindestens zwei Wochen lang im Außenbereich links des Museumsgebäudes zu bestaunen sein.

Jane Jannke

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