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Von wegen "Nie zum FC Bayern" - Die Toten Hosen gaben Privatkonzert bei Jens Jeremies

Von wegen "Nie zum FC Bayern" - Die Toten Hosen gaben Privatkonzert bei Jens Jeremies

Eigentlich wollten sie einem ihrer Songtexte zufolge "nie zum FC Bayern geh'n". Nun aber waren sie zumindest im Haus eines Ex-Profis des Münchner Fußball-Bundesligisten und machten dort sogar Musik.

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Quelle: Screenshot

Die Toten Hosen haben im Partykeller von Jens Jeremies ein Privatkonzert gegeben. Seit rund vier Wochen tourt die Düsseldorfer Band anlässlich ihres 30. Jubiläums durch Wohnzimmer und private Gemächer ihrer Fans, die sich im vergangenen Jahr als Gastgeber bewerben konnten. Die Toten Hosen boten einen kostenlosen Auftritt an und wollten als Gegenleistung nur "Getränke, Schnittchen und einen Pennplatz". Unter den 4500 Einsendungen war auch ein Brief von Jeremies.

"Er hat nicht versucht, seinen Promibonus auszuspielen und sich dadurch nach vorn zu schieben, sondern uns ganz normal geschrieben", zeigt sich Hosen-Frontmann Campino beeindruckt. In dem Brief habe Jeremies berichtet, dass ihm als Fan der Toten Hosen lange Zeit Hohn und Spott seiner Kickerkollegen entgegenschlug. Dazu beigetragen hat besonders der eingangs erwähnte Anti-Bayern-Song, der 1999 auf dem Album "Unsterblich" erschienen war und dem damaligen FC-Bayern-Manager Uli Hoeneß die Zornesröte ins Gesicht getrieben hatte. Nun, habe Jeremies weiter ausgeführt, sei der ideale Zeitpunkt für eine seelische Entschädigung für die Häme gekommen. "Wir fanden, das war ein schlagendes Argument", erklärte Campino.

"Ich musste mir immer Sprüche anhören, aber das war nicht feindselig, sondern nur Flachs", stellte Jeremies später klar. Trotzdem spielten Die Toten Hosen am vergangenen Wochenende zu Hause bei Jeremies in Ottobrunn vor dutzenden Freunden des früheren Kickers, der zur Feier des Tages ein T-Shirt seines Heimatvereins Dynamo Dresden mit der Aufschrift "Ich liebe dich, Dynamo" trug. Jeremies stand von 1992 bis 1995 im Dresdner Bundesliga-Kader und war dann nach München zum TSV 1860 und 1998 schließlich zum FC Bayern gewechselt.

Und natürlich stand auch das "Bayern"-Lied auf der Setlist der Toten Hosen, als sie den Partykeller von Jeremies rockten. "Das haben wir knallhart gebracht. Aber wir hatten auch schon überlegt, was wir machen, wenn dann alle Leute aus dem Raum rausgehen", erzählte Campino. Sein Publikum habe den Song dann zwar leicht verbittert, aber mit Anstand hingenommen. Den Text hatte er bei dem Auftritt leicht abgewandelt, um Jeremies' frühere Heimat unterzubringen: "Es gibt nicht viel auf dieser Welt, woran man sich halten kann. Manche sagen auch Dresden, vielleicht ist da was dran", sang Campino.

Der Auftrittsort dürfte für die Bandmitglieder, die als ausgewiesene Fans von Fortuna Düsseldorf gelten, allerdings etwas gewöhnungsbedürftig ausgesehen haben. Jeder Zentimeter ist mit Schals, Bildern, Oliver Kahns Torwarthandschuhen und sonstigen Devotionalien des deutschen Rekordmeisters zugekleistert. "Über die Poster an der Wand kann man streiten", befand Hosen-Bassist "Andi" Meurer. Trotzdem wurde in dem engen Gemäuer gerockt und gefeiert, Crowdsurfing inklusive - Jeremies wurde, wie bei Punkkonzerten durchaus üblich, liegend auf den Händen der Anwesenden "herumgereicht".

Nach 25 Titeln, darunter "Bonny & Clyde", "Alles aus Liebe", "Hier kommt Alex", "Eisgekühlter Bommerlunder" und "Zehn kleine Jägermeister", folgte noch ein Cover von "You’ll Never Walk Alone", das als die Fußballhymne schlechthin gilt."Ich habe gehofft, dass es so wird, und es war einfach großartig", resümierte Jeremies hochzufrieden. Und wer weiß, vielleicht sieht man sich schon bald wieder. Steigen die Düsseldorfer Fortunen in die erste Bundesliga auf, dann treffen deren berühmteste Fans möglicherweise erneut auf Jens Jeremies, der in der Allianz-Arena eine Loge gemietet hat und regelmäßiger Gast bei den Heimspielen in München ist. Dann würden Die Toten Hosen also doch mal "zum FC Bayern geh'n".

Stefan Schramm

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